Sexismus bei Kilchsperger

29. Dezember 2017 05:44; Akt: 29.12.2017 09:27 Print

«Welches Model hat den grössten Brustumfang?»

von Katrin Ofner - Die Macher von Kilchspergers Quiz-Show «Top Secret» tappten am Mittwoch in die Sexismus-Falle: Kandidat Peter Reber sollte erraten, welches Schweizer Model den grössten Brustumfang hat.

In der Quiz-Show «Top Secret» muss Peter Reber eine Frage zum Brustumfang von Schweizer Models beantworten. (Video: Tamedia/SRF)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Mittwochabend strahlte SRF eine Festtags-Spezialfolge der Quiz-Show «Top Secret» mit Roman Kilchsperger (47) aus. Musiker Peter Reber (68) sowie die beiden «Glanz & Gloria»-Moderatorinnen Annina Frey (36) und Nicole Berchtold (39) stellten sich den Fragen, um Geld für den guten Zweck zu erspielen. Mögliche Gewinnsumme: Stolze 100'000 Franken.

Umfrage
Was sagen Sie zu dieser Quiz-Frage?

Eigentlich eine schöne Sache, wäre da nicht die dritte Quiz-Frage gewesen. «Welches dieser Schweizer Models hat den grössten Brustumfang?», fragt Kilchsperger seinen Kandidaten Reber. Patricia Schmid, Manuela Frey, Laura Zurbriggen und Ronja Furrer stehen als Antwortmöglichkeiten zur Auswahl.

«Die Models wurden vor Weihnachten vermessen»

Das Studio-Publikum muss bei dieser Frage hörbar kichern. Auch Peter Rebers erste Reaktion ist zunächst ein Lacher. Als Hilfestellung bekommt der Sänger eine Collage mit Bildern der vier Models eingeblendet.

Allerdings entscheidet sich der 68-Jährige dann doch für seine Hilfs-Joker Annina Frey und Nicole Berchtold, die die Aufgabe lösen sollen. Roman Kilchsperger fügt an, dass die Models «kurz vor Weihnachten vermessen wurden».

«Das ist sexistisch, nicht?»

Ausführlich wird danach über den jeweiligen Brustumfang der Models diskutiert. Kilchsperger flachst die ratlosen Kandidaten an: «Wieso schaue ich ‹Glanz & Gloria›. Da geht es doch um genau diese Leute. Da weiss man doch, ob eine 92 oder 115 hat.» Frey fügt an: «Ich habe noch nie ...» und macht danach mit beiden Händen eine Busengrapsch-Bewegung, begleitet von Quietschgeräuschen.

Nach endlos peinlichen fünf Minuten macht Peter Reber seiner offensichtlichen Irritation Luft: «Das war schon eine sexistische Frage, nicht?» Moderator Kilchsperger gibt zurück: «Brustumfang ist schon sexistisch? Wirklich?»

Es kommt zu einem kurzen Hin und Her zwischen Reber und Kilchsperger. Als der Sänger seinen Eindruck erklärt: «Ja, also die Damen auf den Brustumfang zu reduzieren», gibt Kilchsperger spöttisch zurück: «Bist du so ein verstockter, alter Mann? Das wusste ich gar nicht.» Dafür erntet der SRF-Mann laute Lacher aus dem Publikum.

Fernsehsender rechtfertigt sich

Bei SRF stuft man die Szenen und die Quiz-Frage als unproblematisch ein. Auf Anfrage teilt SRF Media Relations mit: «Weil mit Annina Frey ein ehemaliges Model in der Sendung war und sie sich noch immer auf dem Parkett der Mode-Branche bewegt, wurde diese Frage gestellt. Die Masse eines Models haben nichts mit Sexismus zu tun, sondern gelten in der Branche als relevanter Wert und sind auf jeder Setkarte eines Models explizit aufgeführt.»

Doch wie konnte es so eine Frage überhaupt in die Show schaffen? Hat SRF Kontrollinstanzen, die Fragen vor der Show prüfen? «Fragen in Quiz-Sendungen werden von der Redaktion erarbeitet und mehrfach überprüft, inklusive Verifizierung verschiedener Quellen. Allenfalls hätte man den Zusammenhang mit der Setkarte moderativ besser herausstreichen müssen», erklärt SRF.

Eine aufmerksame Leserin, die die Primetime-Show am Mittwoch verfolgte, hat uns auf diese Szene hingewiesen. Sie teilt die Auffassung von Peter Reber: «Wenigstens der Kandidat reagierte richtig, was man von Kilchsperger nicht behaupten kann», schreibt sie uns. 20 Minuten hat Ronja Furrer, Manuela Frey und Laura Zurbriggen um eine Stellungnahme gebeten.

Kommentarfunktion geschlossen
Wir danken für Ihr Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • momo27 am 29.12.2017 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drama

    Ich verstehe nicht, wieso man da so ein Drama drum macht. Diese Frauen arbeiten in einem Beruf, wo es nun mal um ihren Körper und die Masse geht. Man kann als Frau auch überall Sexismus sehen. Über so kleinkarierte Menschen, kann man nur den kopfschütteln. Ach ja, ich bin eine Frau, und mir ist das ganze Gelaber über Sexismus langsam peinlich. So nimmt man die richtig ernsten Sachen, wo Menschen sexuell ausgebeutet werden nicht mehr ernst.

    einklappen einklappen
  • Jan am 29.12.2017 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hat nichts mit sexismus zu tun, aber...

    mit dem Niveau der Sendung!

    einklappen einklappen
  • Hellvetia am 29.12.2017 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    man kann..

    aus jeder mücke einen elefanten machen! das ganze theater um sexismus ist nur noch peinlich!!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 29.12.2017 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    #Me Too

    Was eher befremdend ist wie sich SRF rausredet, wo doch alle eine so tolle Bildung besitzen. Fakt ist dass es hier um eine Quiz-Sendung geht und nicht um eine Model-Agentur. Wie blöd muss man eigentlich sein um diese grundsätzlich andersartigen Bereiche auseinander halten zu können. Wenn ihr keine normalen Fragen mehr zusammen bringt dann stampft die Sendung einfach ein.

  • Wiwa am 29.12.2017 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mühsam diese Sexismusdebatte

    Die Diskussion von fanatischen Frauen, jede noch so unbedeutende Äusserung eines Mannes als Sexismus zu bezeichnen, finde ich einfach nur noch mühsam. Wenn man dann aber schaut, was für Frauen das sind, kann man davon ausgehen, dass sich wirklich kein Mann ernsthaft für sie interessiert. So versuchen sie halt sonst Aufmerksamkeit zu erhaschen

  • Zino am 29.12.2017 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Roman

    Ist Roman Kilchsberger noch tragbar für SRF? Er trägt Wasser auf die Mühlen der No/Billag Initiative.

  • Edelweiss am 29.12.2017 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    #UndDafürZahlIBillag

    Mit hohen Löhnen, einem Monopol etc. kann man sich eben alles erlauben. Ja zur No Billag, Ja zur Medienfreiheit

  • Al Z. am 29.12.2017 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehl am Platz

    Na ja, Herr Kilchsperger hat anscheinend nichts begriffen. Überrascht mich bei diesem Typ eigentlich keine Sekunde - nicht gerade professionell!