Die Müll-Musik aus St. Gallen

12. Dezember 2010 17:52; Akt: 12.12.2010 17:53 Print

Sie haben ein Supertalent

von Léa Spirig - Die Müll-Männer «Bubble Beatz» schafften den Finaleinzug bei «Supertalent». 20 Minuten Online sprach mit Müll-Musiker Christian Gschwend.

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Vor ihrem Auftritt witzelte man noch über den Namen der beiden Müll-Musiker aus St. Gallen und schlug ihnen alternativ zu «Bubble Beatz» Bezeichnungen wie Schrott Stewart vor. Als die beiden Jungs mit nackten Oberkörpern dann aber mit ihrer Müllkonstruktion aus dem Vollen schöpften, wurden sie von der Jury gelobt und vom Publikum ins Finale bei «Supertalent» gewählt. Das Finale flimmert am Samstag, 18. Dezember, über den Bildschirm.

Vom Publikum ebenfalls weitergewählt wurde der Hartz-IV-Empfänger Michael Holderbusch. Der 30-jährige Mann berührte mit seinem Schicksal gleichermassen wie mit seiner Joe-Cocker-ähnlichen Stimme. Mit seiner Version von Rod Stewarts «Waltzing Matilda» trieb er sicherlich nicht nur Juror Bruce Darnell Tränen in die Augen.

Er sah, schluckte und spuckte

Das letzte Ticket zum Einzug in die Finalshow erhielt der magische Schotte, der Glühbirnen und Goldfische verschluckt und wieder ausspuckt. Er liess die fassungslosen Zuschauer mitverfolgen, wie er gut hörbar in seinem Bauch einen Ballon mit einer Nadel zerplatzen liess. Dieter Bohlen bezeichnete den Magier als Weltwunder und so wählte in die Jury als letzten Kandidaten in die Finalshow.

Den Einzug nicht geschafft haben der 41-jährige Kai Leclerc aus Ascona, der als Deckenläufer einen gelungenen und weihnachtlichen Auftakt in die Show bot und die 30-jährige Cellistin Liz Schneider aus Zürich. Sie spielte auf dem weissen Cello Lady Gagas «Paparazzi» und erhielt von der Jury, insbesondere von Dieter Bohlen, eine schlechte Kritik für ihren Auftritt: «Kein Gefühl, schlecht gespielt.»

Die Samstagabend-Kiste der grossen Gefühle verfolgten 4,6 Millionen Zuschauer in Deutschland und man darf davon ausgehen, dass es beim Finale am nächsten Samstag noch einige mehr sein werden. Am Mittwoch im letzten Halbfinale kämpfen nochmals 10 Kandidaten um die begehrten Plätze in der Finalshow. Beim letzten Halbfinale werden keine Schweizer ihr Supertalent unter Beweis stellen. Die Müll-Musiker aus St. Gallen sind die einzigen Schweizer, die den Sprung ins grosse Finale geschafft haben.

Ihr seid ihm Finale von «Das Supertalent». Herzliche Gratulation.
Christian Gschwend: Danke. Das ist unglaublich, wir haben echt nicht damit gerechnet.

Wie war das Gefühl nach der Entscheidung?
Uns fehlten schlicht die Worte. Ich meine, es hat so viele tolle Acts gehabt in der Show.

Bleibt ihr diese Woche in Deutschland?
Nein, wir sind schon auf der Rückreise. Nach der Show schliefen wir eine Nacht in Deutschland. Jetzt sitzen wir im Auto und planen den nächsten Auftritt.

Was dürfen wir erwarten?
Wir studieren dermassen an der neuen Show rum, dass uns die Köpfe rauchen. Wir haben für das Halbfinale schon alles gegeben und nun ist es schwierig, das noch zu toppen.

Wann gehts zurück nach Deutschland?
Bereits am Mittwoch fahren wir wieder zurück nach Deutschland. Das wird eine intensive Woche.

Wie waren die Begegnungen vor und nach der Show?
Die anderen Künstler waren total nett und wohlwollend. Steve Starr, der grosse Schlucker zum Bespiel, ist total normal und freundlich. Und dem Hartz-IV-Empfänger Michael Holderbusch räumen wir beim Finale grosse Chancen ein. Er berührt mit seiner Stimme total.

Als die Kameras aus waren, habt ihr an einer grossen After-Show-Party mit Sylvie van der Vaart und Dieter Bohlen getanzt?
Nein, da gab es keine After-Show-Party und die Jury wurde gleich nach der Aufzeichnung durch einen Seitenausgang rausgeschleust. Man hat mit der Jury ausserhalb der Sendung keinen Kontakt.

Dann habt ihr nach dem Auftritt auch wieder ein T-Shirt angezogen?
Ja, wir sind lediglich bei unseren Auftritten oben ohne. Früher spielten wir in Latzhosen, später in Trägershirts. Auf weibliche Hinweise hin spielen wir nun wieder oben ohne. Da wir während den Auftritten sehr schwitzen, ist das sowieso angenehmer.

Was hat sich für Euch durch die Teilnahme verändert?
Wir bekommen viel mehr Anfragen als vorher und können uns nun aussuchen, was inhaltlich und datumstechnisch passt.