Juror war befangen

18. Oktober 2012 10:18; Akt: 18.10.2012 10:28 Print

Streit um Vergabe des Literatur-Nobelpreises

Einer der Juroren profitiert direkt von der Vergabe des Literatur-Nobelpreises an den Chinesen Mo Yan: Er ist Übersetzer des Schriftstellers.

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Zwischen Stockholmer Medien und Nobeljuroren ist heftiger Streit über den diesjährigen Literaturnobelpreis für den chinesischen Schriftsteller Mo Yan ausgebrochen. Ein Jurymitglied zieht als Mos Übersetzer Vorteile aus der Preisvergabe.

Eine Woche nach Bekanntgabe der Entscheidung wies der Sprecher der Schwedischen Akademie, Peter Englund, Vorwürfe über angebliche finanzielle Interessen eines Jurors sowie zu politischen Positionen des Preisträgers in scharfer Form zurück.

Schwedische Akademie wirft Kritikern vor, auf «Nebenthemen» auszuweichen

Er warf den Kritikern am Donnerstag im schwedischen Radiosender SR1 vor, nichts von Mo Yan gelesen zu haben. Deshalb könnten sie nicht literarisch Stellung beziehen und würden auf alle möglichen «Nebenthemen» ausweichen.

In Medienberichten der vergangenen Tage hatte es geheissen, der 88-jährige Juror Göran Malmqvist sei befangen, weil er als Übersetzer von Mo Yan persönliche Vorteile von der Vergabe zu erwarten habe.

In Schweden wie auch international hatten einige Medien und Kommentatoren den Preis kritisiert, weil sie Mo Yan für zu loyal gegenüber der Partei- und Staatsführung in Peking halten. Dazu meinte Englund im Radio: «Dies ist ein literarischer Preis. Wir können es nur so handhaben.» Man dürfe China aber auch nicht einfach in «Regierungstreue» und «Dissidenten» einteilen.

(sda)

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