Bambi in Berlin

17. November 2017 06:10; Akt: 17.11.2017 06:12 Print

Glamour, Tränen und ernste Töne

Am Donnerstagabend sind zum 69. Mal die Bambis verliehen worden. Zu den Preisträgern zählen Diane Kruger, Helene Fischer und Hugh Jackman.

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Tränen von Hollywood-Diva Diane Kruger, der scheidende Bundesaussenminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht Deutschland als «Sehnsuchtsort» und Anerkennung vom Altbundespräsidenten Joachim Gauck für eine Kinderkrankenschwester: Bei der 69. Bambi-Verleihung am Donnerstagabend wechselten sich in Berlin Glamour und ernste Töne.

Unter den zu ehrenden Künstlern konnten sich Schauspieler Heino Ferch und Schauspielerin Alicia von Rittberg durchsetzen, beim Film war es die Flüchtlingskommödie «Willkommen bei den Hartmanns».

Kruger zu Tränen gerührt

Besonders emotional geriet der Auftritt des deutschen Hollywoodstars Diane Kruger mit Regisseur Fatih Akin. Die beiden erhielten den Preis für ihr für den Oscar nominiertes Drama «Aus dem Nichts».

Kruger, die darin erstmals in einem deutschen Film spielt, brach während ihrer Dankesrede in Tränen aus. Sie widme den Preis «zwei Menschen, mit denen ich gern noch ein paar Sekunden gehabt hätte: mein Stiefvater und meine Oma.» Akin nutzte seinen Dank für die Auszeichnung für den an die NSU-Terrorserie angelehnten Film für ein Statement: «Rassismus ist Scheisse».

Flüchtlingskomödie gewinnt

Ein grosser Teil der Bambipreisträger stand im Vorfeld fest, in mehreren künstlerischen Rubriken gab es mehrere Bewerber. Bei den männlichen Schauspielern konnte sich Heino Ferch mit seinen Rollen in «Allmen» und «Spuren des Bösen» gegen Jannis Niewöhner und Kostja Ullmann durchsetzen. Bei den Frauen rührte von Rittberg ihr Erfolg als beste Schauspielerin für «Charité» zu Tränen; sie setzte sich gegen Emilia Schüle und Julia Koschitz durch.

Die Flüchtlingskomödie «Willkommen bei den Hartmanns» wurde als bester Film ausgezeichnet. Regisseur Simon Verhoeven sagte in seiner Dankesrede, eigentlich habe er bei dem Film keine Botschaft im Sinn gehabt. Doch die Botschaft sei, dass die Deutschen wie die Familie im Film versuchen sollten, beim Thema Flüchtlinge zuzuhören und irgendwie die Mitte zu finden.

Auch Schwarzenegger unter Preisträgern

Als weiteren Preis mit mehreren Bewerbern gewann Kai Pflaume die Publikumswahl für den besten Moderator - er konnte sich gegen Johannes B. Kerner, Elton und Frank Buschmann durchsetzen.

Die Bambis werden seit 1948 verliehen, sie zählen zu den bekanntesten Medienpreisen in Deutschland und werden vom Burda-Verlag verliehen. An der in vielen Phasen langatmigen Gala nahmen Stars aus dem In- und Ausland teil. Hollywoodstar Hugh Jackman, Sänger Tom Jones und Sam Smith sowie Ex-Super-Model Claudia Schiffer reihten sich unter die Preisträger ein.

Einen Bambi für sein Engagement beim Klimaschutz erhielt der frühere Gouverneur von Kalifornien und Schauspieler Arnold Schwarzenegger. Unter den vielen Dingen, die er im Leben gemacht habe, sei er am stolzesten auf seinen Einsatz für die Umwelt, sagte der 70-Jährige.

Deutschland als Sehnsuchtsort

Bereits vor der Verleihung war bekannt gegeben worden, dass der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei einen Bambi in der Kategorie Mut bekommt. Als Laudator ging Bundesaussenminister Gabriel auf die Flüchtlingskrise ein, mit der sich Ai Weiwei auch künstlerisch auseinandersetzt. Es sei doch eine «wunderbare Entwicklung», dass Deutschland heute «Sehnsuchtsort» für viele Menschen sei und nicht mehr ein furchtbarer Ort, vor dem sich viele Menschen fürchten, sagte Gabriel.

Altbundespräsident Joachim Gauck, der den selten vergebenen Millennium-Bambi erhielt, zeigte sich besonders bewegt von der zuvor in der Kategorie «Stille Helden» geehrten Krankenschwester Waltraud Hubert. Diese begleitet Kinder mit der seltenen Erbkrankheit Kinderdemenz. Dass sich Millionen Menschen in Deutschland ehrenamtlich engagierten, mache Deutschland schön, sagte Gauck.

Die Preisträger in der Übersicht:

  • Sonderpreis der Jury: Der Film «Aus dem Nichts» von Fatih Akin mit Diane Kruger
  • Schauspieler national: Heino Ferch («Allmen» und «Spuren des Bösen»)
  • Schauspielerin national: Alicia von Rittberg («Charité»)
  • Film national: «Willkommen bei den Hartmanns»
  • Entertainment: Hugh Jackman
  • Musik national: Helene Fischer
  • Comedy: Monika Gruber
  • Sport: Wladimir Klitschko
  • Legende: Tom Jones
  • Fashion: Claudia Schiffer
  • Millennium: Joachim Gauck
  • Mut: Ai Weiwei
  • Publikumsbambi Moderation: Kai Pflaume
  • Unsere Erde: Arnold Schwarzenegger
  • Melati und Isabel Wijsen («Bye Bye Plastic Bags»)
  • Stille Helden: Krankenschwester Waltraud Hubert

(roy/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daisy am 17.11.2017 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Claudia

    Wenn claudia schiffer noch ablesen muss, was ihre tochter angeblich beim nachtessen gesagt hat .... Na ja, so schlau kann sie nicht sein.

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  • Hollywood Observer am 17.11.2017 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle Jahre wieder

    Das ist aber eine sehr originelle Liste an Gewinnern. Es sind immer wieder die gleichen. Und ein bisschen Hollywood Glämmer war auch dabei

  • Sternchen am 17.11.2017 07:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glamour na ja

    Schade, viel zu viel geschwätz, tausend mal danke danke danke und nochmals danke nach allen seiten! Fischer mit fast unanständigen kostümen, schiffer braucht zettel, damit sie weiss, was sagen, arni lobt nur sich selber ......

Die neusten Leser-Kommentare

  • Süsskind am 18.11.2017 09:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Schein als Sein

    Ich wundere mich jedes Jahr wieder über die Bambi-Gewinner. Grundsätzlich bekommt jeder Prominente, der zur Zeit gerade in Berlin weilt, ein kleines Gold-Reh verliehen, egal, ob er in diesem Jahr überhaupt einen Film gedreht, Song veröffentlicht, oder sonst irgendwas gemacht hat, Hauptsache ein bisschen Hollywood-Glamour. Kann diese Veranstaltung nicht ernst nehmen.

  • Gamma am 18.11.2017 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Freund von Elvis

    Tom Jones sieht immer noch toll aus, ganz geschweige von seiner Stimme zu sprechen!

  • Tina am 17.11.2017 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Frau aus Bayern

    ...Monika Gruber hat den Bambi mehr als verdient. Die Frau ist sowas von talentiert, sympathisch, bodenständig und vor allem zum Totlachen lustig. Chapeau!!!

    • Cinema am 18.11.2017 08:14 Report Diesen Beitrag melden

      Wandlungen

      Schade, dass die liebe Frau Gruber von einer Kabarettistin zu einer Comedy-Frau wurde. Aber vielleicht ist das der Frauenquote geschuldet, nachdem schon Dieter Nuhr diese Metamorphose in männlicher Variante vollzogen hat.

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  • Chrotte am 17.11.2017 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arnold Schwarzenegger unverdient

    Wie kann man jemanden ehren - egal für was - der Pro-Todesstrafe ist?

  • Verena Frei am 17.11.2017 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beeindruckendes Engagement

    Der Beitrag der beiden jungen Schwestern und ihr Kampf gegen den Plastikmüll, der langjährige Einsatz von Arnold für Klimaschutz war wirklich gut. Schade, dass wir auf diesem Planeten so weit sind, solch ein Engagement überhaupt zu brauchen! Und bis dahin war die Veranstaltung wirklich gut... Ich finde nicht, dass sich Herr Schwarzenegger selbst gelobt hat. Vielmehr hat er die Dringlichkeit betont. Aber das wollen viele offenbar noch immer nicht wissen.

    • Tomy am 17.11.2017 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Verena Frei

      Herr Schwarzenegger ist mir für ein so grosser Umweltaktivisten ein bisschen viel in Europa. Er ist sicher Economy geflogen. Aber so lange die Menschen solchen Scheinheiligen zujubeln wird es nicht besser.

    • Cinema am 18.11.2017 08:30 Report Diesen Beitrag melden

      Gespalten

      Schwarzeneggers Absegnen eines Todesurteils schockt mich noch heute. Da war nichts zu spüren von seinen europäischen Wurzeln, dafür hat man ihn nicht nur in Österreich verurteilt. Dass er für sein Engagement im Umweltschutz auch durch die Gegend fliegt - geschenkt. Promis Live vor Ort sind immer noch das beste Zugpferd. Dafür hat er meinen Respekt.

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