Chinese räumt ab

11. Oktober 2012 13:01; Akt: 11.10.2012 14:10 Print

Nobelpreis für Literatur geht an Mo Yan

Der Literaturnobelpreis 2012 ist vergeben: Erhalten hat den Preis der Chinese Mo Yan. Der 57-Jährige wurde mit dem Roman «Das rote Kornfeld» international bekannt.

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Gebannt hat die Literatur-Welt um 13 Uhr nach Stockholm geblickt: Dort hat die Schwedische Akademie den diesjährigen Preisträger für Literatur ausgezeichnet. Den Preis erhielt der Chinese Mo Yan. Das Nobelpreiskomitee erklärte zur Begründung, der Schriftsteller vermische mit «halluzinatorischem Realismus» Volksmärchen, Geschichte und Gegenwart. Jury-Sprecher Peter Englund sagte im Radiosender SR: «Wir haben es mit einer einzigartigen Autorenschaft zu tun. Sie hat uns einen einzigartigen Einblick in ein einzigartiges Milieu verschafft.»

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Beobachter hielten es im Vorfeld für möglich, dass das Entscheidungskomitee durch eine Vergabe an den staatstreuen chinesischen Schriftsteller Konflikte mit Peking besänftigen könnte.

Mo Yan wurde 1955 als Guan Moye geboren und bezieht sich in seiner Arbeit häufig auf Erlebnisse seiner Kindheit und Jugend. Er kam als Bauernsohn auf die Welt und arbeitete während der Kulturrevolution in der Fabrik.

Er begann sein literarisches Schaffen als Soldat in der chinesischen Volksbefreiungsarmee. Er schildere eine dörfliche Welt in einem Teil Chinas, der den meisten anderen fremd sei. «Mo Yan ist nicht als Intellektueller dort hinabgestiegen, sondern er ist selbst ein Teil davon», sagte Jury-Sprecher Englund. Internationale Anerkennung erhielt er 1987 für seinen Novellenzyklus «Die rote Sorghumhirse», die im deutschsprachigen Sprachraum als «Das rote Kornfeld» bekannt wurde. Auf Deutsch erschienen von Mo Yan des Weiteren «Die Knoblauchrevolte» und «Die Schnapsstadt». Mo Yan sei eine «Mischung aus Faulkner, Charles Dickens und Rabelais», sagte Englund.

Favorit zum wiederholten Mal nicht ausgezeichnet

Die Auszeichnung ist mit 8 Millionen Kronen (1,123 Millionen Franken) dotiert. Die Preissumme war wegen der Wirtschaftskrise um 2 Millionen Kronen gesenkt worden. Der Literaturnobelpreis wird am 10. Dezember überreicht, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Unter den Buchmachern galt der japanische Romancier Haruki Murakami als Favorit für den wichtigsten Literaturpreis der Welt. Doch auch dieses Jahr räumte nicht der Topfavorit ab. Die Zocker gaben aber Mo Yan immerhin die viertstärksten Chancen.

Im vergangenen Jahr wurde der schwedische Lyriker Tomas Tranströmer ausgezeichnet. Damals zogen beim Wettanbieter Ladbrokes die Einsätze auf Tranströmer unmittelbar vor der Bekanntgabe massiv an. Die Schwedische Akademie leitete eine Untersuchung über «undichte Stellen» in den eigenen Reihen ein, die aber ergebnislos blieb.

(mlu/jam/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Johan Nestieg am 11.10.2012 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu die Umfrage?

    Mal im Ernst, warum stellt 20min.ch hier de Umfrage? Wer fuer diesen Nobelpreis inwiefern in Frage kommt koenne doch die allermeisten hier nicht wirklich beurteilen. Ich gehe mal davon aus, dass die momentanen 59% quasi eine zufallsgenerierte Zahl von 20%-100% ist...

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  • LU, St. Gallen am 11.10.2012 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ismail Kadare

    Beim Preis von Asturia gewann Ismail Kadare vor Murakami. Ich tendiere auf Kadare, da er oft heisser Kandidat war aber in seinem Heimatland kaum unterstützt wurde.

Die neusten Leser-Kommentare

  • LU, St. Gallen am 11.10.2012 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ismail Kadare

    Beim Preis von Asturia gewann Ismail Kadare vor Murakami. Ich tendiere auf Kadare, da er oft heisser Kandidat war aber in seinem Heimatland kaum unterstützt wurde.

  • Johan Nestieg am 11.10.2012 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu die Umfrage?

    Mal im Ernst, warum stellt 20min.ch hier de Umfrage? Wer fuer diesen Nobelpreis inwiefern in Frage kommt koenne doch die allermeisten hier nicht wirklich beurteilen. Ich gehe mal davon aus, dass die momentanen 59% quasi eine zufallsgenerierte Zahl von 20%-100% ist...

    • Supi am 12.10.2012 10:03 Report Diesen Beitrag melden

      Und dann immer dieses Wenn und Aber

      Hää, Konflikte mit Peking zu besänftigen? Wieder mal so typisch Beobachter / Experten oder wie man sie auch nennen. Wollen die denn etwa bestätigen, dass all diese Nobelpreise tatsächlich nur politisch veranlagt sind und sowieso keinen Sinn und Wert haben? Kann ja durchaus sein: Friedensnobelpreis Obama, haha!

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