Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Presseschau
08. März 2010 07:59; Akt: 26.09.2010 11:27 Print
«Selber schuld»
Mit dem wuchtigen Nein zum BVG-Umwandlungssatz haben Bundesrat und Parlament vom Volk einen Denkzettel erhalten. Sie müssen nun die Lehren für die Zukunft ziehen: Darin sind sich die Zeitungskommentatoren einig.
-
Abstimmung: Nach BVG-Nein beginnt Suche nach Lösungen
-
Analyse: BVG-Nein ist eine Ohrfeige für Versicherungen
-
Abstimmung: Bundesrat will offene Debatte über Zweite Säule
-
Abstimmung: 72,7% gegen BVG-Vorlage - Aufsicht gefordert
-
Abstimmung vom 7. März: 600 Milliarden Franken, die uns gehören
- Dossiers
-
Die Abstimmungsresultate
Ein einig Volk von Kommentatoren: Die Zeitungen orten die Gründe für das Abstimmungsergebnis vom Wochenende ähnlich. «Mitgespielt hat die Verunsicherung über die Wirtschaftslage im Allgemeinen, ebenso der Ärger über Abzocker und Boni-Bezieher im Besonderen. In diesem Umfeld war die Bevölkerung nicht bereit, Sozialabbau zu akzeptieren», schreibt die Kommentatorin der «Neuen Luzerner Zeitung».
Das Schweizer Volk hat die Senkung des BVG-Umwandlungssatzes mit 72,7% klar abgelehnt. Bei den ausgezählten Kantonen zeigt sich ein leichter Röstigraben. So haben die Westschweizer Kantone die BVG-Vorlage mit über 75% abgelehnt. Besonders stark war der Nein-Anteil im Jura (84,8%), in Neuenburg (81,6%) und im Wallis (80,9%).In der Deutschschweiz liegt der Anteil der Nein-Stimmen mehrheitlich unter 70%. Am meisten Befürworter fanden sich im Kanton Appenzell-Innerrhoden, wo 57,7% der Stimmberechtigten Nein sagten. Im Kanton Tessin lehnten 78,6% die Senkung des Umwandlungssatzes ab. Die Stimmbeteiligung der Vorlage betrug 44,9%. (mdr/sda)
«Den Stimmbürgern ging es um mehr als um eine ökonomische Rechnung. Es ging darum, dass wieder der kleine Mann hätte bluten müssen», schreibt die «Aargauer Zeitung». «Die Botschaft: Wir büssen nicht mit unseren Renten für die Misswirtschaft von Managern und Abzockern», ergänzt die «Basler Zeitung».
Das deutliche Nein sei Ausdruck des tiefen Unbehagens in der Bevölkerung seit dem UBS-Debakel in den USA, der Rettungsaktion des Bundes und der darauf folgenden Wirtschaftskrise, analysiert die Westschweizer Zeitung «Le Matin».
Fehlendes Vertrauen
Für den «Quotidien Jurassien» gibt es keinen Zweifel: Das Nein sei «klar das Ergebnis des fehlenden Vertrauens in die Finanzbranche. Und der «Tages-Anzeiger» führt aus: «Die Glaubwürdigkeit der Finanz- und Versicherungsbranche ist seit der Finanzkrise ramponiert.»
Manager stünden unter Verdacht, für Anlageverluste verantwortlich zu sein und trotzdem schamlos abzukassieren - und die Politik treffe der Vorwurf, dies zu dulden. «Bundesrat und Parlament kassieren nun die Quittung dafür, dass sie keine griffigen Transparenzvorschriften und Gewinnlimiten für die Privatversicherer erlassen haben», schreibt der Kommentator weiter.
Ebenso sieht es die «Berner Zeitung»: «Ein System, das kaum verständlich ist, kann nicht transparent sein. Einem System, das nicht transparent ist, kann man kein Vertrauen schenken, und wenn man kein Vertrauen hat, sagt man an der Urne Nein. Selber schuld.»
Parlament muss sich zusammenraufen
Das Abstimmungsresultat zeige der Politik auf, wie schwierig die künftigen Rentenreformen werden, schreibt der «Tages-Anzeiger». «Eine rein technische Begründung von Rentenkürzungen reicht nicht.» Absturzgefährdet sei auch die laufende AHV-Revision, die das Parlament als reine Sparvorlage plane.
«Also ist das Parlament gut beraten, sich zusammenzuraufen und wenigstens ein Minimum an Geldern für die vorzeitige Pensionierung bereitzustellen», ergänzt die «Neue Luzerner Zeitung». Als Abbauvorlage ausgestaltet, werde die 11. AHV-Revision in der Volksabstimmung kaum eine Chance haben, ist auch der Kommentator des «Landboten» überzeugt.
«Genau das ist das Hauptproblem», schreibt er. «Denn mit der gestrigen Abstimmung verschwinden die Schwierigkeiten in der Altersvorsorge ja nicht. Die Menschen werden weiterhin älter als bisher werden. Können die Renten nicht gekürzt werden, wird es mehr Geld brauchen. Und irgendjemand wird diese Rechnung irgendwann bezahlen müssen.»
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 294 Kommentare
































30j und optimist
Ich bin zuversichtlich, dass ich bei meiner Pensionierung in etwa 35 Jahren ne gute Rente bekommen werde. Die PK ist ja eine langfristige Sache und als solche wird es gut möglich sein die Rendite zu erwirtschaften. Es wird zwar tiefs geben, aber genau so wird es auch hochs geben, nur sollte man dann auch nicht erhöhen.
naiv
Ihr Beitrag grenzt an Naivität... Opitmist hin oder her.. besser Realist, da fällt man weniger auf die Schnauze...
Volksabstimmung,tiefere Krankenkass.präm
noch eine abstimmung gegen die KRANKEN-- KASSEN,es muss endlich in den Teppichetagen aufgeräumt werden,diesen Typen von Managern,haben wir die unbezahl-baren Prämien zu verdanken,abzockerboni und goldene Fallschirme,wie bei den Banken, und Versicherungen,die politiker schauen tatenlos zu!!!!!!!!!!!!!!!
Die einseitig auf die Finanzlobby
ausgerichtete Politik des Bundesrates und der bürgerlichen Parteien ist verantwortlich am gestrigen Wahlausgang und sicher nicht die StimmbürgerInnen und Stimmbürger. Gerade die Kreise, die der Finanzlobby huldigen haben in der Vergangenheit immer wieder die Konsumenten mit ihrer protektionistischen und egoistischen Politik über den Tisch gezogen. Ob jetzt nach dem DENKZETTEL Einsicht für eine ausgewogenere Politik folgt? Dem Stimmvolk bleibt der Wahlzettel für 2011.