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Adoboli vor Gericht
29. Oktober 2012 21:11; Akt: 29.10.2012 21:11 Print
«Ich liess mich von Kollegen beeinflussen»
Der Ex-UBS-Händler Kweku Adoboli stand erneut im Zeugenstand. Er gab Kollegen die Schuld am 2,3-Milliarden-Verlust: Es wäre nie dazu gekommen, hätten sich die nicht über ihn lustig gemacht.
Der im Zusammenhang mit einem Milliardenverlust der Grossbank UBS angeklagte frühere Wertpapierhändler Kweku Adoboli hat sich nach seinen Worten bei der Wahl seiner am Ende verlustreichen Handelsstrategie von Kollegen und auch vom Chef des UBS-Investmentbanking beeinflussen lassen.
Bildstrecken Die grössten Betrüger aller Zeiten Infografik UBS-Aktienkurs seit 2008Im Mai und Juni des letzten Jahres habe er im Handel mit börsennotierten Indexfonds (ETF) auf fallende Kurse gesetzt, erklärte der 32 Jahre alte Händler am Montag vor Gericht. Kollegen hätten ihn wegen seiner Vorsicht verspottet, und er habe dann am 1. Juli die Strategie umgestellt und auf steigende Märkte spekuliert. Als die Märkte später einbrachen, sei es zu dem Mitte September zutage getretenen Handelsverlust von 2,3 Mrd. Dollar gekommen.
Wenn er bei seinen ursprünglichen Handelspositionen geblieben wäre, hätte er anstelle der Verluste einen Gewinn für die Bank eingefahren, erklärte er vor den Geschworenen des Londoner Southwark Crown Court.
Auch Kengeter setzte auf steigende Märkte
Unter den Personen, die bei ihm einen Sinneswandel ausgelöst hätten, war nach seinen Worten auch der Chef des UBS- Investmentbanking, Carsten Kengeter. Der habe die ETF- Handelsabteilung am 12. Juli besucht und bei dieser Gelegenheit erklärt, er rechne mit steigenden Märkten. Als einfacher Händler habe er die Worte seines obersten Chefs nicht ignorieren können, sagte Adoboli.
Adoboli wird Betrug in zwei Fällen und Urkundenfälschung in vier Fällen vorgeworfen. Er plädiert auf nicht schuldig. Nach Ansicht der Anklage war er ein waghalsiger Zocker, der aus Ehrgeiz - und weil er auf hohe Erfolgsprämien scharf war - unerlaubt Risiken einging. Mittels fiktiver Buchungen und Konten habe er eine «Betrugspyramide» aufgebaut.
Nach Ansicht seiner Verteidiger konnte Adoboli mit der stillschweigenden Duldung seiner Vorgesetzten rechnen, solange er Gewinne machte. Die internen Kontrollen seien zu lax gewesen und die Computersysteme hätten nicht immer richtig funktioniert.
(sda)
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Alle 11 Kommentare

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Ausrede
So kann's gehen, wenn der Porsche als Penisersatz gebraucht wird.
Das war genau das Problem
Solange alles gut geht, wird ein System immer lascher. Sei es aus persönlichen oder geschäftlichen Gründen versucht es jeder immer mehr auszunutzen - bis es irgendwann scheppert
Genau, wo denn?
Klar, jeder Trend wird einmal gebrochen und erst dieser Bruch setzt Erkenntnisse (hoffentlich) frei, welche zum Nachdenken anregen sollte.
Niemals...
wird er "eingebuchtet". Er kommt garantiert mit einer Bewährungsstrafe davon, weil er ja nur das Opfer ist. Wenn ich in die BKB Filiale renne und 50tsd Franken klaue bekomme ich 5 bis 8 Jahre, bei mehreren Mia. und einem cleveren Vorgehen passiert nichts. Und das Argument er hätte sich selbst nicht bereichert zählt nicht - wenn er es geschafft hätte der UBS mehrere Mia. Gewinn zu bringen, wären die Boni für ihn ins unermessliche gestiegen! Das nennt man dann wohl "Karriere um jeden Preis"
Schon ein Unterschied.
Im Unterschied zu Raub, wo direkt fremdes Eigentum unrechtmässig angeeignet wird - meistens auch unter Mordzwang - hat ein Händler den AUFTRAG, mit bankeigenem Geld zu arbeiten. Inwieweit damit dann Schindluder getrieben wird ist eine andere Sache; eine gewisse Differenz besteht hingegen schon!