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Plädoyer der Anklage
08. November 2012 18:48; Akt: 09.11.2012 11:24 Print
«Adobolis Verteidigung ist lächerlich»
Im Prozess des Ex-UBS-Bankers Kweku Adoboli hielt die Anklage ihr Schlussplädoyer. Adoboli habe «rücksichtslos und betrügerisch» gehandelt, seine Rechtfertigungen seien geradezu «absurd».
Im Betrugsprozess gegen den früheren UBS-Händler Kweku Adoboli hat die Anklage in ihrem Schlussplädoyer keine mildernden Umstände gelten lassen. Der Händler habe durch sein rücksichtsloses und betrügerisches Vorgehen den grössten Verlust in der britischen Bankengeschichte verursacht, sagte die Anklagevertreterin Shasa Wass am Donnerstag.
Bildstrecken Die grössten Betrüger aller Zeiten Infografik UBS-Aktienkurs seit 2008Als geradezu absurd bezeichnete Wass die Aussage Adobolis, er sei von seinen Vorgesetzten bei der UBS zu den Geschäften ermutigt wurden, die bei der Bank zu einem Verlust von 2,3 Mrd. Dollar führten.
Adoboli, dem Betrug und Urkundenfälschung vorgeworfen werden, steht seit Mitte September vor einem Geschworenengericht im Londoner Southwark Crown Court. Nach Ansicht der Anklage war er ein waghalsiger Zocker, der aus Ehrgeiz - und weil er auf hohe Erfolgsprämien scharf war - unerlaubt Risiken einging und seine verbotenen Geschäfte mit geheimen Konten tarnte.
Adoboli gab vor Gericht zu, dass er mit geheimen Konten arbeitete und gegenüber Mitarbeitern in den Abwicklungsabteilungen der Bank nicht die Wahrheit sagte. Den Vorwurf, in betrügerischer Absicht gehandelt zu haben, wies er zurück. Doch genau von dieser Betrugsabsicht müssen die Geschworenen überzeugt sein, wenn sie ihn schuldig sprechen.
«Fantasie-Gebilde»
Er habe, so argumentierte der ehemalige Händler für börsennotierte Indexfonds (ETF), immer nur das Beste für die Bank im Auge gehabt. Die Bank habe Gewinne sehen wollen. Wie sie zustande kamen, habe niemanden gekümmert. Seine Kollegen hätten von seiner Arbeitsweise gewusst und manchmal selbst so gearbeitet.
Das liess die Anklägerin nicht gelten. Es sei ein Fantasie-Gebilde, dass die Bank gewusst oder gar gebilligt habe, was Adoboli tat. «Seine Verteidigung ist lächerlich», sagte Wass. Adoboli habe gleich gehandelt wie der französische Händler Jérôme Kerviel, der bei der Grossbank Société Générale durch missglückte Spekulationen einen Schaden von 4,9 Mrd. Euro verursachte.
Die UBS habe ihre Investmentbanker 2008 und 2010 in Rundschreiben vor Kerviel gewarnt und darauf hingewiesen, dass so etwas nicht geduldet werde und strafbar sei. Der Franzose wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt und scheiterte letzten Monat in der Berufung.
Mit dem Schlussplädoyer der Anklage geht das neunwöchige Verfahren gegen Adoboli in die Schlussphase. Am Freitag soll die Verteidigung plädieren. Anfang der kommenden Woche wird der Richter den Fall für die Geschworenen zusammenfassen, die sich dann zur Urteilsberatung zurückziehen.
(sda)
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Alle 16 Kommentare

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Locker Zocker
Adobolis mag ein Zocker gewesen sein, aber solche Beträge kann man nicht versteckt handeln. Ich finde wenn jemand bestraft wird, vielmer die Leute die in eingestellt haben!
Schuld
sind immer die Anderen.
Ein Ei gleicht dem anderen
Es kann doch keiner glauben dass er allein gehandelt hat. Sowas kann man nicht einfach so unterm deckel halten. Ich glaube er war/ist ein Zocker aber seine chef's und mitarbeiter sind nicht besser. wenn überhaupt, haben sie einfach mehr glück gehabt dass es sie nicht erwischt hat.
wie recht sie
mit grosser wahrscheinlichkeit haben. und trotzdem dürfen sie das nicht öffentlich äussern ohne angst vor einer anzeige wegen verleumnung etc. haben. so ist sie unsere welt, meine ist es immer weniger.