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Fiat/Opel
04. Mai 2009 14:42; Akt: 05.05.2009 14:34 Print
Hochzeitsantrag unter schlechten Vorzeichen
Eine Hochzeit von Fiat und Opel dürfte nicht von Erfolg gekrönt sein: Eine dünne Kapitaldecke, gegenseitige Konkurrenzierung und die unterschiedliche Firmenkultur sind die grössten Stolpersteine.
Eine Fiat-Chrysler-Opel-Gruppe würde zwar mit imposanten Verkaufszahlen in den Markt einsteigen, doch wegen der hohen Verschuldung des Fiat-Konzerns ist das Risiko zu scheitern für die Gruppe hoch. Laut Ferdinand Dudenhöffer, Direktor Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen, würde es die dünne Eigenkapitaldecke der neuen Gruppe kaum ermöglichen, in wichtige Zukunftstechnologien zu investieren. Noch vor sechs Jahren kämpfte der italienische Autobauer selbst ums Überleben. Damals befand sich Fiat noch unter der Obhut von GM. Die Allianz wurde 2005 schliesslich beendet. GM musste sich damals mit über 1,5 Milliarden Euro freikaufen.
Kannibalisierung statt Potenzial
«Die Hersteller überlappen sich deutlich in ihren Absatzmärkten und verstärken eher die Kannibalisierung der Marken statt neue Marktpotenziale zu eröffnen», erklärt Dudenhöffer. Beide Marken seien auf Westeuropa ausgerichtet. «Ansätze in neue Märkte wie China oder Russland fehlen bei Fiat», sagt der Autoexperte.
Weiter verliert Opel durch die Trennung von GM den Zugang zum russischen Markt, welcher als wichtigster Wachstumsmarkt in Europa gilt. Die Amerikaner haben in den vergangen Jahren ihre Marktstellung in Russland ausgebaut. Fiat hingegen ist laut Dudenhöffer in Russland schwach. Obwohl GM weiterhin Anteile an Opel halte, sei eine Zusammenarbeit mit GM nach einer Übernahme durch Fiat kaum zu erwarten. Denn GM und Chrysler sind historische Konkurrenten.
Opel degeneriert zu Fiat
In Deutschland verkauft Fiat den Grossteil seiner Wagen im Kleinstsegment. «Bei Opel ist das gerade umgekehrt», sagt Dudenhöffer. Dadurch bestehe die Gefahr, dass der Kompetenzvorsprung des deutschen Autoherstellers in der Kompakt- und Mittelklasse verloren ginge und Opel zu Fiat degenerieren würde.
Verlust von Kompetenzen
Gemäss Dudenhöffer wird es bei einem Zusammenschluss wenig Sinn machen, die Entwicklungszentren von Opel in Rüsselsheim und Fiat in Turin in der aktuellen Grösse bestehen zu lassen. Zudem erwirbt Fiat mit Chrysler in den USA weiteres Entwicklungs-Know-how für grosse Fahrzeuge. Somit würde durch die Übernahme bei Opel wichtige Technik-Kompetenz verloren gehen. Die Italiener haben zudem weder Kompetenzen im Hybrid noch im Elektroauto-Bereich. «Fiat hat nicht die Mittel, um gross zu investieren. Aber gerade Hybride und Elektroautos sind wichtige Entwicklungen im Autobereich», mahnt Dudenhöffer.
Bereits einmal versucht
Fiat ist eine emotional getriebene Organisation mit hoher Fluktuation in der Führungsebene. Dudenhöffer befürchtet, dass diese unstetige Kultur Opel schaden könnte. «Dass die Fiat-Kultur nicht mit jener von Opel vereinbar ist, zeigt auch die gescheiterte Allianz GM-Opel-Fiat. Nach weniger als fünf Jahren war die Allianz zu Ende», erklärt Dudenhöffer.
(scc/zac)




























