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Auto-Fusion
07. Mai 2009 12:13; Akt: 07.05.2009 12:54 Print
Der Porsche-Chef hat sich verzockt
von Peter Blunschi - Der Sportwagenbauer Porsche wollte den 15 Mal grösseren VW-Konzern übernehmen und hat sich dabei übernommen. Nun bleibt nur die Fusion – eine Niederlage für den einst gefeierten Porsche-Chef Wendelin Wiedeking.
Die zehn Marken des fusionierten Unternehmens.
«Diesmal hat David verloren» – so kommentierte «Spiegel Online» das Scheitern der geplanten Übernahme von Volkswagen durch Porsche. Seit September 2005 hatte der Zwerg versucht, den Riesen zu schlucken. Am Mittwoch haben die Eigentümerfamilien Piëch und Porsche abrupt das Bremspedal durchgedrückt und vereinbart, eine Fusion anzustreben, in der Porsche nur noch eine von zehn Marken sein wird.
Porsche-Chef Wendelin Wiedeking: Wohin geht die Reise?(Bild: Keystone)
Volkswagen-Aktie fällt
Einen Tag nach der Verkündung von Fusionsplänen der Autokonzerne Volkswagen und Porsche ist der Kurs der VW-Aktie gefallen. Mit einem Minus von über 2 Prozent auf 227 Euro gehörte VW Donnerstagfrüh zu den Verlierern in einem insgesamt steigenden Aktienmarkt. Porsche stieg dagegen um fast 1 Prozent auf 57,40 Euro. (sda)
Der grosse Verlierer heisst Wendelin Wiedeking. Der 56-Jährige sitzt seit 1992 am Steuer von Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen. Mit einem drastischen Sparkurs und einer cleveren Modellpolitik machte der Konzernchef aus dem angeschlagenen Sportwagenhersteller ein hoch profitables Unternehmen. Wiedeking wurde als Vorzeige-Manager gefeiert, was sich auch in seinen Bezügen niederschlug. 2007 soll er 60 Millionen Euro verdient haben – daneben verblassen sogar die «Abzocker-Löhne» der Schweizer Top-Manager.
Neun Milliarden Euro Schulden
Den grossen Coup landen wollte er mit der Übernahme von Volkswagen. Die beiden Firmen haben die gleichen Wurzeln – der legendäre Ingenieur Ferdinand Porsche hatte den VW Käfer konstruiert und das nach ihm benannte Unternehmen gegründet. Gegen den Widerstand der VW-Belegschaft kauften Wiedeking und sein Finanzchef Holger Härter einen Aktienanteil von 50,2 Prozent zusammen. Wie ihnen dies gelang, hat «bis heute kaum einer so richtig verstanden», schreibt die «Süddeutsche Zeitung». Den Aktienkurs trieben sie damit jedenfalls so in die Höhe, dass VW zeitweise das wertvollste Unternehmen der Welt war.
Dafür musste das Porsche-Duo enorme Kredite aufnehmen. Mit der Finanzkrise brach das Kartenhaus zusammen. Nun sitzt die «Zockerbude von Zuffenhausen» – so die «Süddeutsche Zeitung» – auf einem Schuldenberg von neun Milliarden Euro. Um diesen zu tilgen, braucht der neue Konzern gemäss «Spiegel Online» eine Kapitalerhöhung. Die Investoren könnten aus dem arabischen Raum kommen. Unklar ist auch, ob das fusionierte Unternehmen seinen Sitz in Stuttgart oder bei VW in Wolfsburg haben wird. Experten sind jedoch überzeugt, dass sich die Macht zu Volkswagen verschieben wird.
Wendelin Wiedeking soll gemäss Medienberichten zumindest verhindert haben, dass Porsche an VW verkauft wird, womit der Schein der Gleichberechtigung erhalten bleibe. Seine Zukunft ist trotzdem offen: «Verglichen mit der geplanten VW-Übernahme ist eine Fusion unter Gleichen eben doch weniger», hielt «Spiegel Online» fest. Noch deutlicher äusserte sich «Die Welt»: «Porsche-Chef Wiedeking hat mit seinen waghalsigen Plänen die Existenz des Sportwagenbauers bedroht.» Der einstige Retter wird zum Buhmann. Am Donnerstag rückte auch der bislang mit Wiedeking verbündete Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück in einem Interview vom Konzernchef ab.































