Datenklau

05. Februar 2010 13:27; Akt: 05.02.2010 14:28 Print

Wie sich Liechtenstein gegen Diebe wappnet

Die Geschichte wiederholt sich: 2008 sorgte eine CD mit gestohlenen Bankdaten aus Liechtenstein bei den deutschen Steuerbehörden für Freudensprünge. Mittlerweile haben die Liechtensteiner Banken aufgerüstet – doch absolute Sicherheit gibt es nicht.

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Höchste Sicherheit im Ländle (Bild: Colourbox.com)

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Sie ist ein gebranntes Kind, die Liechtensteinische Landesbank (LLB). Die LLB war 2008 von einem ehemaligen Mitarbeiter erpresst worden, der drohte, entwendete Belege an die deutschen Behörden weiterzuleiten. Seitdem hat die LLB zusätzliches Personal mit der technischen Sicherstellung der Daten beauftragt. Datensicherheit geniesse nun «höchste Priorität», erklärte ein Sprecher. Zudem werden die Angestellten geschult, um sie für die Gefahr eines Datendiebstahls zu sensibilisieren.

Auch die grösste Bank im Fürstentum, die LGT Group, kehrt stärker vor - «ein absoluter Schutz der Daten wird aber nie möglich sein», sagt LGT-Sprecher Christof Buri. Ein Mitarbeiter, der über die nötige kriminelle Energie verfüge, werde meist einen Weg finden, um an sensible Daten zu gelangen.

Augenmerk auf schwierige Situationen

Die LGT-Gruppe wurde Opfer einer solchen Person: Der mutmassliche Datendieb verkaufte Kundendaten einer LGT-Tochtergesellschaft an den deutschen Bundesnachrichtendienst. Dies führte vor zwei Jahren zu einer Grossrazzia gegen hunderte von mutmasslichen deutschen Steuerhinterziehern.

Heute schenkt die LGT jenen Mitarbeitern besondere Beachtung, die unter erhöhtem psychischen Druck stehen - etwa aus finanziellen oder familiären Gründen. «Personen in solchen Situation neigen zu schädlichen Handlungen, die sich gegen sie selber oder andere richten können», erklärt Buri in seiner schriftlichen Antwort.

Die Bank schult ihre Führungskräfte im Umgang mit schwierigen Situationen im Abeitsumfeld und in der «Früherkennung» von möglichen Problemen. Mitarbeiter, die Zugang zu sensiblen Daten haben sollen, werden bei der Bewerbung besonders sorgfältig geprüft. So genannte Sicherheitsgespräche führt die LGT regelmässig auch mit anderen Mitarbeitern.

Schnittstellen gesperrt

Die LGT hat zudem ihre technischen Sicherheitsstandards verschärft. Beispielsweise werden Zugriffe auf Daten automatisch überwacht. An den Arbeitsplätzen können nicht Daten kopiert werden, die Schnittstellen (USB, CD-Laufwerke) sind gesperrt. Welche Mitarbeiter Kundendaten einsehen dürfen, ist sehr restriktiv geregelt.

(sda)