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Bankgeheimnis-Serie, Teil V
03. März 2010 15:07; Akt: 13.04.2010 11:34 Print
Für Steuersünder beginnt ein neues Zeitalter
von Philipp Löpfe - Der Fall UBS zeigt: Illegale Steuervermeidung wird zusehends riskanter. Wenn die Steueroase Schweiz trockengelegt wird, bleiben nur noch unsichere Destinationen wie die Karibik.

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All dies macht das Leben der Reichen sehr viel komplizierter. Steuern zu vermeiden mag so etwas wie ein Gentleman's Sport gewesen sein, ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Behörden. Heute jedoch ist es zum gefährlichen Abenteuer geworden. Wer den Fiskus überlisten will, riskiert, vom Regen in die Traufe zu geraten. Wenn Steueroasen wie die Schweiz und Liechtenstein trockengelegt werden, dann bleiben als Alternativen Destinationen in der Karibik oder im wilden Osten. Dort wird man von Steuerfahndern verschont, gerät dafür aber in die Fänge von Gangstern. «Reiche Menschen werden zur Erkenntnis kommen, dass es besser ist, Steuern auf ihrem Vermögen zu zahlen, als es in einem Land ohne Rechtsstaat komplett zu verlieren», prophezeit deshalb der «Economist» sarkastisch.
Philipp Löpfeschreibt für verschiedene Schweizer Zeitungen und Zeitschriften. Der frühere Chefredaktor von «SonntagsBlick» und «Tages-Anzeiger» analysiert und kommentiert aktuelle Themen aus Ökonomie und Politik. Er führt Interviews mit international bekannten Wissenschaftlern, Politikern und Wirtschaftsführern.
20 Minuten Online veröffentlicht in einer Serie Auszüge aus Löpfes neuem Buch «Banken ohne Geheimnisse» (2010). Der Wirtschaftsjournalist zeigt darin, was den Finanzplatz Schweiz gross gemacht hat, wo er heute steht und weshalb die einstigen Erfolgsrezepte nicht mehr greifen.
Im Orell Füssli Verlag bereits erschienen sind: «Der Irrsinn der Reformen» (2005) und «Ich verstehe nur DAX!» (2008).
Selbst die Schweizer Politik zeigt sich lernfähig. Als im Juni 2008 Rechtshilfegesuche im Fall UBS in Bern eintrafen, liess man sich zunächst Zeit. Schliesslich hatte sich die Verzögerungstaktik bisher bestens bewährt. Im Dezember waren immer noch keine Ergebnisse greifbar. Irgendetwas muss dann passiert sein. Plötzlich ging alles sehr schnell. Der Bundesrat liess per Notrecht zu, dass die Namen von 285 amerikanischen UBS-Kunden nach Washington geliefert wurden. Um eine offensichtliche Verletzung des Bankgeheimnisses zu verschleiern, wurde der Entscheid damit begründet, bei diesen Fällen handle es sich um Steuerbetrug, der auch in der Schweiz strafbar und deshalb vom Bankgeheimnis nicht geschützt sei.
Monatelange Zitterpartie
Die UBS selbst liess sich nicht lumpen. Die einst so stolze Grossbank gab sich lammfromm, willigte in einen Vergleich mit den US-Justizbehörden ein und zahlte artig und klaglos eine Busse von 780 Millionen Franken. Doch damit war die Sache noch nicht ausgestanden. Gleichzeitig deponierte die US-Steuerbehörde IRS eine Klage in Miami im Bundesstaat Florida, in der sie die Herausgabe der Namen aller UBS-Kunden forderte, insgesamt rund
Das grosse Aufatmen kam erst am 11. August 2009, als der Richter in Miami bekanntgab, die IRS und die UBS hätten sich auf einen Vergleich geeinigt. Ein paar Tage später folgten die Details dieser Einigung: Die UBS musste nun bloss noch 4450 Kundendaten ausliefern, die geschätzte 19 Milliarden Dollar Vermögen bei der Bank deponiert hatten. Der Schweiz wurde dafür ein Zeitraum von einem Jahr eingeräumt. Das Beschwerderecht der Kunden wurde nicht angetastet, rein formell bleibt das Bankgeheimnis somit gewahrt. Doch wirklich daran glauben mag eigentlich niemand mehr.
«Schleier des Schweizer Bankgeheimnisses» zerrissen
Der Chef der amerikanischen Steuerbehörde Douglas Shulman sprach davon, dass man nun den «Schleier des Schweizer Bankgeheimnisses» zerrissen habe. Die neue juristische Lage kommentierte Anthony Sabino, Rechtsprofessor an der St. John's University in New York, wie folgt: «Ein neues Zeitalter in der Durchsetzung des internationalen Rechts ist eingeläutet worden», sagte er gegenüber der «Financial Times». «Das gilt speziell für das Wirtschaftsrecht, da die Schweiz zum ersten Mal bereit ist, ihr ultra-geheimes Bankgeheimnis zu biegen.»
DIE SERIE ZUM BANKGEHEIMNIS
Lesen Sie morgen:
Teil 6: «Die Folgen für die Schweiz»
Bisher erschienen:
- Teil 1: Die Geburt des Bankgeheimnisses
- Teil 2: Merz und Blocher: Bundesräte von Ospels Gnaden
- Teil 3: Die James-Bond-Tricks der UBS-Banker
- Teil 4: Deutschland wehrt sich
Wie soll es weitergehen nach dem Bankgeheimnis? Was wird aus dem Finanzplatz Schweiz? Diskutieren Sie mit im TalkBack!
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Alle 94 Kommentare



























Nr. 8
Diejenigen, welche den Wirtschaftskrieg mit den USA fordern, möchte ich fragen, ob sie dann die Folgen, welche alle treffen, übernehmen ? Ziemlich sicher nicht, denn da fehlt dann das Füdli, Herr Rohrbach :)
Ich schäme mich langsam ein Schweizer ..
Ich schäme mich langsam mit unserer 1stclass Regierung ein Schweizer zu sein. Gebt noch mehr frei...... Am besten verteilt doch gleich die ganzen Goldreserven des Landes und bettelt danach auch wie einige andere Länder. Ist jetzt grob gesagt aber es ist so, ich kann nie und nimmer verstehen das ihr auf drängen unserer lieben Nachbarn und anderen Ländern alle Gesetze in diesem FREIEN LANDE preisgebt.
Machen wir das Übel zum Argument
Bieten wir unsern Geschäftspartnern und Partnerländern doch einfach Korruption in Schweizer Qualität. Kriminelles Verhalten von finanzträchtigen Unternehmungen und Personen legalisieren wir problemlos und ohne Mitsprache der Steuerzahler durch nachträgliche Staatsverträge. Die Schweiz eine echte Goldgrube für jeden Zocker.