Volksinitiative

07. Januar 2010 11:01; Akt: 07.01.2010 11:29 Print

SVP soll helfen, das Bankgeheimnis zu rettenSVP soll helfen, das Bankgeheimnis zu retten

von Lukas Mäder - Das Bankgeheimnis soll in der Verfassung verankert werden. Doch die entsprechende Initiative haben zur Halbzeit erst relativ wenig Schweizer unterschrieben. Die Initianten hoffen auf die SVP – die hat aber eigene Projekte.

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«Die Schweiz ist in Gefahr»: Der Titel der aus dem Tessin stammenden Initiative für das Bankgeheimnis, aufgenommen an einer Medienkonferenz im Mai 2008 in Lugano. (Bild: Keystone)

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Die Hälfte der Zeit ist um, doch die Sammlung der Unterschriften für die Bankgeheimnis-Initiative verläuft harzig. Nach neun Monaten haben die Initianten erst gut 40 000 Unterschriften für ihr Volksbegehren «Das Bankgeheimnis muss in die Bundesverfassung» zusammen, wie Pierre Rusconi, Präsident der Tessiner SVP und Mitglied des Initiativkomitees sagt. Das sind erst gut ein Drittel der nötigen Unterschriften, denn eine Faustregel besagt, dass 120 000 Unterschriften gesammelt werden müssen, um die benötigten 100 000 gültigen sicher zusammenzubekommen. Dazu haben die Initianten noch bis 1. Oktober Zeit.

Optimistisch nur mit SVP-Unterstützung

Deshalb ist der Optimismus von Rusconi verhalten: «Das sind noch nicht genug Unterschriften», sagt er. Er hofft deshalb auf die Unterstützung seiner Mutterpartei. «Wenn wir von der SVP Schweiz mehr Unterstützung erhalten, bin ich optimistisch.» Er meint damit nicht finanziellen Support, sondern Engagement beispielsweise in Form eines Aufrufs an die Kantonalparteien. «Ohne die Unterstützung der SVP, wird es schwierig, die nötigen Unterschriften zusammenzubekommen», sagt Rusconi.

Die Initianten, zu denen neben der SVP Tessin auch die Lega dei Ticinesi und die Junge SVP (JSVP) gehört, stehen deshalb in Kontakt mit der SVP Schweiz. Deren Zentralvorstand hatte bereits im August die grundsätzliche Unterstützung der Initiative beschlossen. Als Folge hat die Partei ihrer Zeitung «SVP-Klartext» auch einen Unterschriftenbogen beigelegt. Doch das reicht den Initianten noch nicht. «Wir sind an mehr Unterstützung bei unserer Initiative interessiert», sagt Kevin Grangier, Westschweiz-Koordinator der JSVP. Er denkt dabei an eine erneute Beilage des Unterschriftenbogens in der SVP-Zeitung oder — noch besser — einen persönlichen Versand an die Mitglieder und Sympathisanten der SVP.

Doch für eine solche Unterstützungsaktion braucht es einen Entscheid der SVP-Parteileitung. Und dort gibt man sich bedeckt. «Der Lead bei dieser Initiative liegt nicht bei uns», sagt SVP-Generalsekretär Martin Baltisser. Die Volkspartei habe Unterstützung geleistet. «Aber unsere Prioritäten liegen bei den eigenen beiden Initiativprojekten», sagt Baltisser. Die SVP plant selbst eine Volksinitiative zur Volkswahl des Bundesrats und eine für den Steuerabzug der Betreuung eigener Kinder. Deshalb ist unsicher, wie stark die SVP beim Bankgeheimnis hilft. Ob der SVP einen Antrag auf weitere Unterstützung vorliegt, will Baltisser nicht sagen. Und ob die SVP auch finanziell helfen könne, müsse man im konkreten Fall anschauen. «Dazu will ich derzeit nichts sagen.»

Auns wird Unterschriftenbogen verschicken

Konkreter ist die Unterstützung vonseiten der Aktion für eine unabhängige Schweiz (Auns). Noch im Januar will die Organisation in ihrer Hauszeitung auf die Frage des Bankgeheimnisses eingehen und einen Unterschriftenbogen beilegen. «Für die Auns ist das Bankgeheimnis eine Frage der Souveränität», sagt Geschäftsführer und SVP-Nationalrat Hans Fehr. So sei auch das Informationsaustausch-Gesetz im Rahmen der Weiterentwicklung von Schengen eine Gefahr für das Bankgeheimnis. «Es bringt zwar noch nicht den automatischen Datenaustausch, geht aber in diese Richtung.»

Dass das Bankgeheimnis bei der Schweizer Bevölkerung tief verankert ist, hat SVP-Nationalrat Lukas Reimann bei Standaktionen gesehen. «Vielleicht 10 Prozent sagen, das hilft sowieso nur den Bankern. Die übrigen unterschreiben die Initiative», sagt er. Deshalb denkt er auch noch nicht ans Aufgeben. «Es wird nicht einfach, die nötigen Unterschriften zusammenzubringen. Aber wir bleiben dran.» Reimann wird zusammen mit anderen Jungen SVPlern weiter auf der Strasse Unterschriften sammeln gehen — aber erst in einigen Wochen. «Jetzt ist es dazu ein bisschen kalt.»

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  • Günter K. am 08.01.2010 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Sie würden gerne alles Wissen...

    Haltet am BG fest! Der Staat sollte nicht zu viel wissen, da er sonst auf solche nicht ganz guten Ideen kommen könnte wie unser Nachbar Deutschland. Deutschlands Kapitalgewinnsteuer zum Beispiel, bei der der Anleger das Risiko trägt und der Staat mit min. 25% am Gewin beiteiligt ist. Das ist doch sehr Bürgerfreundlich...

  • Thomas am 08.01.2010 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    WORD

    Wie einige vor mir schon angemerkt haben, geht es der Schweiz (uns) so gut, eben genau weil wir das Bankgeheimnis haben. Ja genau, das "schöne" Leben in der Schweiz, verdanken wir ganz allein den Reichen, die hier ihre Milliarden bunkern. Ohne reiche Ausländer wären unsere Banken nichts, und ohne Banken wäre die Schweiz nichts. Habt ihr das noch nicht begriffen? Für das Bankgeheimnis!

    • Mäx Hasler am 09.01.2010 10:27 Report Diesen Beitrag melden

      Verkehrte Sicht

      Wem musste der Steuerzahler denn mit 60 Milliarden unter die Arme greifen, den Banken oder den Büezern? Und wer hat nichts daraus gelernt?

    einklappen einklappen
  • pietro am 08.01.2010 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Bankgeheimnis

    Was ist auf meiner Hausbank habe, ist meine absolute Privatsache und hat nichts mit Schwarzgeld zu tun. Sonst können Ende Jahr die Banken Listen mit allen Einlagen und Depotwerten veröffentlichen. Auch von der Steuerverwaltung verlange ich Diskretion inbezug auf meine Deklaration.

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