Pressereaktionen in Italien

12. Juli 2011 19:41; Akt: 12.07.2011 19:42 Print

«Berlusconi muss gehen»«Berlusconi muss gehen»

Die politischen und wirtschaftlichen Eliten Italiens versuchen die Wirtschaftskrise schönzureden. Die grossen Tageszeitungen sehen das anders und fahren teilweise schweres Geschütz auf.

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Schwere Zeiten für Silvio Berlusconi (Bild: Keystone/AP)

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Paolo Romani, Italiens Minister für wirtschaftliche Entwicklung, kann immer noch ruhig schlafen: «Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung, die Spekulation gegen Italien entbehrt jeder Grundlage», liess er am Montag die Öffentlichkeit wissen.

Die linksliberale Römer Tageszeitung «La Repubblica» hat er damit allerdings nicht überzeugt: «Willkommen im Club Med», lässt sie einen Kommentar beginnen und spielt damit auf die Tatsache an, dass hauptsächlich südeuropäische Länder am finanziellen Abgrund stehen. Die Hauptverantwortung sieht sie bei Silvio Berlusconis Regierungsmannschaft, gemäss «Repubblica» eine Versammlung von «Zauberlehrlingen», die in den vergangenen drei Jahren keinerlei Krisenmanagement betrieben habe. Zusammen mit der Opposition solle sie nun die notwendigen Sparmassnahmen umsetzen, doch dann müsse Berlusconi sofort gehen. «Es ist endlich Zeit, die Biographie des «Cavaliere» von derjenigen dieser Nation zu trennen.»

«Wir können wachsen»

Etwas weniger dramatisch sieht es der «Corriere della Sera», das weiter rechts stehende Mailänder Gegenstück der «Repubblica». Es müsse nun eine «Sanierung für das Wachstum» geben, damit Italien wieder zum «tugendhaften Kern» der EU gehöre und vor künftigen Krisen sicher sei. Bereits in den Neunzigerjahren habe man es schon einmal geschafft, als es darum ging, die italienische Wirtschaft fit für den Beitritt zur Eurozone zu machen. Damals hätten die Schuldzinsen 11,5 Prozent des BIP absorbiert, doch dank der Sparprogramme der Regierungen Amato und Prodi sei es damals gelungen, diese Quote um über fünf Prozent zu senken. Diesmal müsse dieses Ziel vor allem durch einen Umbau des Wohlfahrtsstaates erreicht werden, der zu viel koste und dennoch ineffizient sei.

Lob für Merkel, Kritik an Berlusconi

«La Stampa» aus Turin schliesslich findet es gut, dass die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Italien zu einer raschen Umsetzung der Sparmassnahmen ermahnt hat. Berlusconi verkenne nämlich die Realität und sei nach wie vor davon überzeugt, dass nicht Italien selbst, sondern die internationale Spekulation die schwierige Situation herbeigeführt habe. Warnend weist das Blatt darauf hin, dass Italien nicht mit fremder Hilfe rechnen könne, denn Merkel habe gegenüber deutschen Journalisten erklärt, das Land müsse sich selbst retten. Berlusconi habe sich inzwischen mit seiner Familie in seine Villa zurückgezogen und erörtere dort seine privaten Geschäfte, statt sich um das Wohl der Nation zu kümmern.

(rm)

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  • Titanus am 13.07.2011 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    warum?

    Warum sollten diesen Milliarden dem Volk gehören? Bin kein Freund von Silvio, aber seine Milliarden gehören ganz klar ihm. Sonst können wir die freie Marktwirtschaft beerdigen und zur desaströsen Planwirtschaft übergehen.

  • mirco am 12.07.2011 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    berlusconi geht mit lächeln

    auch wenn berlusconi gehen müsste,der ginge mit lächeln.seine x x milliarden hat auch ein berlusconi im trockenen und lebt weiterhin in saus und braus.von all den milliarden die am volk gehören würden

    • Urs Hug am 13.07.2011 01:05 Report Diesen Beitrag melden

      Berlusconi geht mit einem Lächeln

      Lieber Mirco! Sie sind ein kleiner Neider. Wieso sollte Berlusconi seine Miliarden bei den Italiener gestohlen haben? Und wenn er in Saus und Braus lebt, so hat er das sicher selber verdient!

    • Titanus am 13.07.2011 07:46 Report Diesen Beitrag melden

      Wo ist das Problem?

      Ich würde auch sagen: Berlusconi ist ein Gewinner. Er bringts. Und die Italienischen Schulden sind in einem Industriland wie Italien gar kein grosses Problem. Griechenland und Portugal haben keine Industrie und da sind die Schulden unbezahlbar. Aber Italien ist die 7. Volkswirtschaft der Welt!

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