Jean-Claude Juncker

03. Dezember 2012 22:51; Akt: 04.12.2012 09:48 Print

«Mister Euro» wirft das Handtuch

Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker legt sein Amt zum Jahreswechsel nieder. Zu viel Kraft dürften ihn die nervenaufreibenden Sitzungen und das Ringen um eine Lösung in der Finanzkrise gekostet haben.

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Wirft das Handtuch: Jean-Claude Juncker legt sein Amt als Eurogurppenchef nieder. (Bild: AFP)

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Seit 2005 leitet Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker die Eurogruppe - doch jetzt hat «Mister Euro» die Nase voll: Zum Jahreswechsel werde er aufhören, sagte der 57-Jährige am späten Montagabend nach einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Er habe die Runde gebeten, einen Nachfolger zu suchen. Zum Ende des Jahres oder zum Januar.

Damit wird eine Ära für die Eurozone zu Ende gehen - und ein neues Gesicht übernehmen: Wird der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ein Dreivierteljahr vor der Bundestagswahl seinen Hut wieder in den Ring werfen, wie im Frühjahr? Oder kommt sein französischer Amtskollege Pierre Moscovici zum Zug, der erst seit Juni im Amt ist? Fragen, die in den kommenden Tagen in den Hauptstädten Frankreichs und Deutschlands geklärt werden müssen.

Juncker hatte die besten Voraussetzungen

Eigentlich wollte Juncker im Sommer gar keine vierte Amtszeit mehr antreten. Zermürbt von den nervenraubenden Nachtsitzungen, dem Druck der Finanzmärkte, dem Streit zwischen den Euroländern hatte er schon zum Jahresbeginn seine Amtsmüdigkeit kundgetan. Damals begann schon eine Zeit der intensiven Nachfolgersuche. Doch die ist schwierig - weil Juncker die besten Voraussetzungen für den Job mitgebracht hatte: Er konnte als Regierungschef eines eher neutralen Landes zwischen Südländern und Nordfraktion vermitteln, er spricht perfekt Englisch, Deutsch und Französisch, und er weiss als dienstältester Regierungschef um alle Finten und Kniffe im Brüsseler Politikzirkus.

Ob er Schäuble noch wie im Sommer für einen guten Kandidaten für die Eurogruppenführung halte, wurde Juncker am Montagabend gefragt. «Ich muss überhaupt niemanden empfehlen», sagte er schmallippig. Er habe schlicht die Minister gebeten, einen Nachfolger für ihn auszuwählen.

Knifflige Herausforderung für «Merkollande»

Doch das ist leichter gesagt als getan: Nach seiner Wahl hatte der neue französische Präsident François Hollande im Mai und Juni den deutschen Finanzminister ausgebremst. Er sähe gerne seinen Finanzchef Pierre Moscovici auf dem einflussreichen Posten. Der war im Sommer noch zu frisch im Amt - inzwischen hat er sich warmgelaufen. Weder aus dem deutschen noch aus dem französischen Finanzministerium war am Montag noch eine Stellungnahme zu bekommen.

«Entschieden wird eh nicht in den Ministerien, das machen die Chefs», sagte ein hoher Diplomat. Soll heissen: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Élysée-Chef Hollande müssen sich einigen. Damit hat das ohnehin um einen gemeinsamen Takt ringende Tandem eine knifflige Herausforderung mehr.

(dapd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Freddy Hinz am 04.12.2012 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wechsel nötig

    Nicht die schlechteste Nachricht von 2012. Noch besser wäre es allerdings, wenn die Möchtegern-EU-Diktatoren Barroso und van Rompuy aus ihren Ämtern verschwinden würden. Eine Ungewissheit bleibt: Je nachdem, wer nachfolgt, geht's vom Regen in die Traufe...

  • Don Corleone am 04.12.2012 03:36 Report Diesen Beitrag melden

    Heureka

    Wurde aber auch Zeit: Gott sei Dank, in Ewigkeit. Amen.

  • Olga Machulkova am 04.12.2012 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ratten verlassen das Schiff

    Die Ratten verlassen das sinkende Schiff!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Paul Huber am 04.12.2012 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Der Eurokrat der massiven Schuldenkriese verlässt das Schiff und jetzt folgt Barroso !!

  • Olga Machulkova am 04.12.2012 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ratten verlassen das Schiff

    Die Ratten verlassen das sinkende Schiff!!

  • Freddy Hinz am 04.12.2012 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wechsel nötig

    Nicht die schlechteste Nachricht von 2012. Noch besser wäre es allerdings, wenn die Möchtegern-EU-Diktatoren Barroso und van Rompuy aus ihren Ämtern verschwinden würden. Eine Ungewissheit bleibt: Je nachdem, wer nachfolgt, geht's vom Regen in die Traufe...

  • Gerhard B. am 04.12.2012 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Scheinbar hat er genug

    verdient, besser gesagt gestohlen, und kann sich jetzt, kurz vor dem Sinken der EU, ans rettende Land, sprich zur Ruhe setzen ;-)

  • Mäx Hasler am 04.12.2012 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Verschwinden

    Er soll alle seine Minister mitnehemen und auf Nimmerwiedershen verschwinden.