Befreiungsschlag

03. Dezember 2012 11:31; Akt: 03.12.2012 11:46 Print

Athen beginnt mit dem Rückkauf seiner Schulden

Griechische Staatspapiere haben wegen der Schuldenkrise stark an Wert verloren. Jetzt beginnt Athen diese Papiere zurückzukaufen – und könnte damit 30 Mrd. Euro Schulden loswerden.

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Griechenland hat am Montag die Bedingungen für seinen geplanten Schuldenrückkauf veröffentlicht. Den Haltern verschiedener Staatspapiere mit langen Laufzeiten werden Angebote von 30,2 bis 40,1 Prozent des ursprünglichen Wertes gemacht.

Die Offerte endet am Freitagnachmittag, wie die zuständige staatliche Behörde PDMA mitteilte. Die Aktion ist wichtiger Bestandteil eines Milliarden-Pakets an Massnahmen, um Griechenland in den kommenden Jahren zusätzlich finanziell zu unterstützen. Ihr Erfolg ist entscheidend dafür, dass dieses Hilfspaket der internationalen Geldgeber auch umgesetzt werden kann.

Es herrscht Spannung

Am späten Montagnachmittag will der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras seine Amtskollegen der Eurogruppe in Brüssel über die Details informieren. «Wir werden am Freitag wissen, wie das Ganze gelaufen ist. Hier herrscht Spannung», sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur DPA nach der Veröffentlichung des Athener Angebots.

Für den Schuldenrückkauf wird eine Summe von bis zu zehn Mrd. Euro angepeilt. Damit würde Griechenland nach Schätzungen von Experten eine Schuldenlast von bis zu 30 Mrd. Euro loswerden. Zuletzt hielten Privatanleger griechische Staatsanleihen im Volumen von etwa 62 Mrd. Euro. Etwas mehr als die Hälfte davon befindet sich in den Händen von Banken und Anlegern in Ausland. Es gilt als sicher, dass die griechischen Finanzinstitute, die rund 15 Mrd. Euro halten, an dem Rückkaufprogramm teilnehmen werden.

Hedge-Fonds könnten sich querstellen

In Athen wird jedoch befürchtet, dass ausländische Privatanleger wie Hedge-Fonds in Erwartung höherer Gewinne das Angebot nicht annehmen werden. Finanzminister Stournaras hatte für diesen Fall in der vergangenen Woche über einen «Plan B» gesprochen, dessen Details er aber nicht bekanntgab.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • peter gustaf am 03.12.2012 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Deutschland zahlt

    Unglaublich Mit Schulden machen Schulden zahlen

    einklappen einklappen
  • B.g. am 03.12.2012 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Asozial

    Wenn man 100.- Schulden aufnimmt und danach nur 30% - 40% (also 30-40.-) zurückzahlen muss, macht man auf Kosten der gut wirtschaftenden EU-Länder, d.h. v.a. der deutschen Steuerzahler, einen ordentlichen Gewinn. Kann man dieses System auch für Otto Normalverbraucher einführen? Dann können mal alle so richtig über ihren Verhältnissen leben...

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  • Robo Bono am 03.12.2012 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Adieu Wirtschaftswelt

    So durchgekannt ist unser System...mit Schulden seine eigenen Schulden zurückkaufen und Gewinne einstreichen. Dieses System ist zum Scheitern verurteilt. Die Mia Schieberei der EU killt jeden Gegenwert. Langsam aber sicher glaube ich auch an der neuen Zeitrechnung ab 21.12.2012. Das kann ja nicht mehr funktionieren. Ohne Nahrung kann man einfach keine Mäuler stopfen. Da nützen die besten Wissenschaftler nichts mehr.

Die neusten Leser-Kommentare

  • B. Kerzenmacher am 03.12.2012 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    Teil 2

    ...Es sei denn, man entläßt viele Lehrer, Richter, Polizisten, Soldaten etc. Gleiches gilt, wenn auch noch nicht in gleicher Schärfe, für andere Euro-Länder. Selbst D kommt bis jetzt nicht ohne Nettokredit-Aufnahmen aus. Was bedeutet: kein Ende in Sicht für weitere "Rettungsprojekte",... mit weltweit auf dem Kapitalmarkt akquiriertem Geld oder aus der Notenpresse. Und: keine kausale Therapie gegen die Krise in Sicht.

  • B. Kerzenmacher am 03.12.2012 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man die Krisenpolitik...

    Griechenlands so versteht, dass der unvermeidbare Crash so lange wie möglich hinausgeschoben werden soll, wird das bisher Geschehene auf erstaunliche Weise schlüssig. So spricht derzeit nichts dafür , dass z.B. Spanien bei seiner hohen Arbeitslosigkeit und den industriellen Überkapazitäten in ganz Europa in die Lage kommen könnte, allein aus Steuereinnahmen die laufenden man die Krisenpolitik Griechenlands so versteht, dass der unvermeidbare Crash so lange wie möglich hinausgeschoben werden soll, wird das bisher Geschehene auf erstaunliche Weise schlüssig.

  • Sir Taki am 03.12.2012 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Gut beratene Griechen

    Völlig legitim, die eigenen Staatspapiere zurückzukaufen. Über Griechenland ist ja nicht der Konkurs verhängt worden. Das ist sogar eine elegante Teillösung. Viele Neuanleihen am Kapitalmarkt dienen doch auch dazu, um fällige Anleihen zurückzahlen zu können - oder?

  • Erik Schiegg am 03.12.2012 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn in den Strassen Blut fliesst

    kann man Firmen zum Schnäppchenpreis kaufen. Dieses Zitat nach den Bankiers Rothschild hat auch heute seine Gültigkeit. Ein intelligentes Vorgehen, den Rothschilds dieser Welt selber zuvorzukommen. Und Beschiss sehe ich auch nicht dahinter: Es ist doch die hochgelobte freie (fast wilde) Marktwirtschaft, die den Discountpreis von 35% des Wertes möglich macht. Ist ähnlich wie mit den 50% Produkten vor dem Ablaufdatum im Supermarkt.

  • B.g. am 03.12.2012 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Asozial

    Wenn man 100.- Schulden aufnimmt und danach nur 30% - 40% (also 30-40.-) zurückzahlen muss, macht man auf Kosten der gut wirtschaftenden EU-Länder, d.h. v.a. der deutschen Steuerzahler, einen ordentlichen Gewinn. Kann man dieses System auch für Otto Normalverbraucher einführen? Dann können mal alle so richtig über ihren Verhältnissen leben...

    • Erik Schiegg am 03.12.2012 16:17 Report Diesen Beitrag melden

      Wir leben alle über unsere Verhältnisse,

      wenn man bedenkt, dass es uns gutgeht, weil wir Arbeit in Billiglohnländer outsourcen, wo die Leute 100 mal weniger verdienen, aber für Nescafé und iPhone gleich viel wie wir zahlen müssen. Und zurückzahlen für die Umweltzerstörung im Ausland tun wir viel weniger als 30%. Nur im Fall.

    • René am 03.12.2012 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      So muss es sein

      Gefällt mir!

    • Mike am 03.12.2012 16:55 Report Diesen Beitrag melden

      Gibt es

      Nennt sich Privat insolvenz, 3Jahre lebt man hald dannach vom Existensminimum, aber davor wie ein König...

    • Helmut Patzke DE am 03.12.2012 17:18 Report Diesen Beitrag melden

      Wer will bezahlt

      Die deutsche Regierung glaubt an den Euro, so muss der Bürger auch zahlen. Die Wirtschaft läuft doch gut, bis die Handelsbilanzen gewisser Staaten ins rudern kommen.

    • Jabber L. am 03.12.2012 23:29 Report Diesen Beitrag melden

      (Privat)Konkurs

      Dieses System existiert auch hier und nennt sich (Privat)Konkurs. In Extremfällen (siehe z.B. Konkurs Swissair) beträgt die Dividende (Auszahlung) für die Gläubiger nur wenige Prozente oder auch gar nichts.

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