Euro-Rettung

07. September 2012 16:11; Akt: 07.09.2012 16:17 Print

Draghis Waffe zeigt Wirkung, Zinsen sinken

In Spanien und Italien sind die Zinsen für Staatsanleihen, so tief wie seit fast einem halben Jahr nicht mehr. In Portugal erreichten sie sogar den tiefsten Stand seit über einem Jahr.

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Infografik zur Eurokrise

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Einen Tag nach der EZB-Ankündigung von unbegrenzten Staatsanleihenkäufen unter Auflagen hat sich die Entspannung an den krisengeschüttelten Rentenmärkten Südeuropas fortgesetzt. In Spanien, aber auch in Italien und Portugal waren die Risikoaufschläge im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen am Freitag weiter rückläufig.

In Spanien und Italien liegen die Zinsaufschläge, die private Investoren von den Ländern verlangen, mittlerweile so tief wie seit fast einem halben Jahr nicht mehr. In Portugal erreichten sie sogar den tiefsten Stand seit deutlich über einem Jahr.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte allein die Aussicht auf ein massives Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) für stark rückläufige Renditen in Südeuropa gesorgt. Dieser Trend setzt sich nun fort.

Spanische 2-Jahres-Anleihen stark gesunken

Im zweijährigen Laufzeitbereich, der angesichts der avisierten EZB-Käufe mit Laufzeiten von bis zu drei Jahren ausschlaggebend ist, sank die Rendite für spanische Staatspapiere am Freitag um weitere 0,2 Prozentpunkte auf 2,58 Prozent.

Im Juli, kurz bevor EZB-Chef Mario Draghi erste Hinweise auf starke Interventionen gab, hatte sie mit 6,5 Prozent rund zweieinhalb mal so hoch gelegen.

In Italien und Portugal fällt die Entwicklung seither ähnlich aus, wenngleich nicht ganz so stark wie in Spanien.

Entspanntere Lage auch bei Renditen von zehnjährigen Anleihen

Auch Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten profitierten zuletzt von der Entwicklung in den kurzen Laufzeiten: In Spanien sank die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen am Freitag um weitere 0,3 Punkte auf 5,66 Prozent.

Noch stärker profitierten aber die zehnjährigen Staatstitel Portugals: Lag deren Rendite im Juli noch bei rund 11 Prozent, ist sie mittlerweile auf 8,2 Prozent gefallen. Auch am Freitag waren die Renditen für portugiesische und italienische Zehnjahrespapiere rückläufig, jedoch nicht ganz so stark wie der Zins spanischer Titel.

(sda)