Griechenland-Krise

18. Mai 2012 15:57; Akt: 18.05.2012 16:23 Print

EZB und EU rüsten sich für Euro-Austritt

Erstmals hat ein Vertreter der EU-Kommission eingestanden, dass an Notfallplänen für eine griechisches Euro-Aus gearbeitet wird. Ein Austritt hätte aber ein enormes Chaos in Griechenland zur Folge.

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EU-Handelskommissar Karel De Gucht machte deutlich, dass der Austritt Griechenlands nicht das Ende des Euro bedeute. (Bild: Keystone)

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Die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) arbeiteten an Notfall-Szenarien für den Fall, dass Griechenland aus der Euro-Zone austreten sollte. Dies sagte EU- Handelskommissar Karel De Gucht in einem Interview am Freitag.

«Vor eineinhalb Jahren mag die Gefahr eines Domino-Effekts bestanden haben», sagte De Gucht der belgischen Zeitung «De Standaard». «Aber nun arbeiten Abteilungen in der Europäischen Zentralbank und in der Europäischen Kommission an Notfall-Szenarien für den Fall, dass es Griechenland nicht schafft.»

Es ist das erste Mal, dass ein Vertreter der EU-Kommission die Existenz von Notfallplänen für den Fall eines griechischen Euro- Austritts öffentlich einräumt. Wegen der schwierigen Regierungsbildung und den Neuwahlen in Athen wird derzeit an den Finanzmärkten über ein Ausscheiden des südeuropäischen Landes aus der Währungsunion spekuliert.

«Chaos in Griechenland wäre enorm»

De Gucht machte deutlich, dass der Austritt Griechenlands nicht das Ende des Euro bedeute. Er sieht allerdings negative Folgen für das Land selbst: «Im Fall eines solchen Austritts wäre das Chaos in Griechenland enorm.» Der Staat werde weder Beamte noch Renten zahlen können, die Inflation werde in die Höhe schnellen.

Deshalb habe Griechenland keine Wahl, als den Sparkurs fortzusetzen und sich damit weitere Hilfen der internationalen Geldgeber zu sichern, erklärte De Gucht: «Griechenland muss die unterschriebenen Vereinbarungen umsetzen.»

(sda)