Schuldenkrise

09. April 2012 19:57; Akt: 09.04.2012 20:05 Print

Spanien spart weitere zehn Milliarden Euro

Spanien kämpft weiter gegen die hohen Schulden. Durch eine Reform des Bildungs- und Gesundheitssystems sollen die Ausgaben weiter sinken.

teaser image

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das von Schulden geplagte Spanien hat zusätzliche Einsparungen in Milliardenhöhe angekündigt. Wie die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy am Montag mitteilte, will Madrid durch eine Reform des Bildungs- und Gesundheitssystems die Ausgaben in diesen Bereichen um mehr als zehn Milliarden Euro senken.

Die Einsparungen sollten dadurch erreicht werden, dass doppelte Zuständigkeiten verschiedener staatlicher Instanzen beseitigt, die vorhandenen Mittel rationeller eingesetzt und die Effektivität der Verwaltung im Bildungs- und Gesundheitswesen erhöht werden. Nähere Einzelheiten gab die Regierung zunächst nicht bekannt.

Rajoy hatte im Haushaltsentwurf für 2012 bereits die Schliessung einer Finanzlücke in Höhe von 27 Milliarden Euro vorgesehen. Dies soll durch Einsparungen in Rekordhöhe und zusätzliche Steuereinnahmen erreicht werden. Das Sparprogramm reichte aber nicht aus, um Spanien vom Druck der Finanzmärkte zu befreien.

In der vorigen Woche stiegen die Renditen für langfristige Anleihen des spanischen Staates drastisch an und näherten sich dem Höchststand von November 2011. Dies hatte zur Folge, dass die Finanzierung der Madrider Staatsschulden sich erheblich verteuert.

Sanierung des Bankensektors

Rajoy plant ein Stabilitätsprogramm für 2012 bis 2015, das noch in diesem Monat der EU-Kommission vorgelegt werden soll. Darin will Madrid seine Entschlossenheit bekräftigen, bis 2013 seine Neuverschuldung so weit zu reduzieren, dass Spanien dann wieder die zulässige Obergrenze von 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts einhält.

Ausserdem soll sichergestellt werden, dass die einzelnen Regionen die Vorgaben zur Erreichung des Defizitziels einhalten. Madrid kündigte ferner an, den Prozess zur Sanierung des spanischen Bankensektors zu beschleunigen.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • paco martinez ep am 10.04.2012 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Lehrlinge

    am Bildungssystem sparen, wo da es noch gar keine richtige Berufausbildung gibt.

    einklappen einklappen
  • Florian am 10.04.2012 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer das gleiche

    Südstaaten halt....

Die neusten Leser-Kommentare

  • paco martinez ep am 10.04.2012 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Lehrlinge

    am Bildungssystem sparen, wo da es noch gar keine richtige Berufausbildung gibt.

    • Edgar Weiss, Spanien am 10.04.2012 22:18 Report Diesen Beitrag melden

      Improvisationen und kein Ende

      Genau da liegt das groesste Problem von Spanien. Jederman hier glaubt, er sei der grosse Koenner. Dabei muessten die Spanier endlich eine fundierte Ausbildung bekommen (Praxis und Theorie) und mit den verdammten Improvisationen aufhoeren, mit denen sie Jahrzente gewurstelt haben. Heute reichen Improvisationen eben nicht mehr. Nicht umsomst liegt Spanien auf Platz 33 der internationalen Wettbewerbsfaehigkeitsliste hinter der Tschechoslowakei.

    einklappen einklappen
  • Florian am 10.04.2012 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer das gleiche

    Südstaaten halt....