Griechenland am Abgrund

12. April 2012 18:29; Akt: 12.04.2012 18:29 Print

Die Hälfte der jungen Griechen ist arbeitslos

Die Arbeitslosigkeit bei den jungen Menschen in Griechenland hat sich innerhalb von drei Jahren verdoppelt. Jeder Zweiter zwischen 15 und 24 Jahren ist ohne Arbeit.

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Junge Griechinnen bei einer Demonstration im Oktober 2011 auf dem Syntagma-Platz in Athen. (Bild: Keystone)

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50,8 Prozent der jungen Griechen gingen in dem rezessionsgeplagten Mittelmeerland im Januar keiner regulären Arbeit nach, wie das Statistikamt Elstat am Donnerstag mitteilte. Das sind doppelt so viele wie vor drei Jahren. Die allgemeine Arbeitslosigkeit erreichte in dem Monat einen Rekordwert und stieg auf 21,8 Prozent. Das ist zweimal so hoch wie der Durchschnitt in der Euro-Zone. Nur in Spanien sieht es noch schlechter aus: Im ersten Quartal lag die Arbeitslosenquote dort bei 22,9 Prozent.

Im Zuge des drastischen Sparkurses der griechischen Regierung gingen die Staatsausgaben zurück, viele Unternehmen meldeten Insolvenz an oder entliessen Teile der Belegschaft. Diese Situation hat sich zuletzt noch verschärft.

600 000 Jobs futsch

2010 lag die Arbeitslosenquote bei 12,5 Prozent, ein Jahr später waren es im Schnitt bereits 17,7 Prozent. Seit 2008 ist die griechische Wirtschaftsleistung um ein Fünftel geschrumpft. In diesem Zeitraum sind etwa 600 000 Stellen verloren gegangen. Wegen der zunehmenden Anträge auf Arbeitslosengeld fällt es der Regierung in Athen zunehmend schwer, ihre Haushaltsziele zu erreichen.

Insgesamt waren in dem Land im Januar 1,08 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das sind nach Angaben des Statistikamtes 47 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Arbeiter und Angestellten fiel auf ein Rekordtief von 3,88 Millionen. Auch für viele Menschen mit Job ist es schwierig, den Lebensstandard zu halten. Der Staat hat den Mindestlohn um etwa ein Fünftel auf rund 580 Euro im Monat gekürzt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Walter D. am 12.04.2012 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder vom Anfang

    Jetzt, nachdem die Linken alles zu Boden gewirtschaftet haben mit ihrer laissez-faire Politik, können ja wieder die Rechten kommen und aufräumen. Wenn es dem Land in etwa 20 jahren wieder gut geht, denken die Leute wieder, sie müssten sozialer sein und der Abstieg beginnt von neuem

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  • Cs am 12.04.2012 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser wisser

    Bin nicht der meinung dass die jungen zu faul wären! Es ist katastrophe was hier jeder zu sagen hat!! Es liegt doch an der politik die keine ist.. Griechen sind sehr freundliche herzliche menschen! Hauptsache ihr verbringt alle billigferien in griechenland! Das personal arbeitet 8 monate durch und kann nicht nach hause. Würde ja jeder schweizer auch tun! Schämt euch!

  • Schmarn am 12.04.2012 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schmarotzertum

    Da sieht man einmal mehr, warum Umverteilung schädlich ist. Jahrelang hat sich Griechenland aus dem Topf der Allgmeinheit bedient und nun sind sie am Boden. Die Grenzen müssen nun geschlossen werden um einen Massenexodus zu verhindern!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Echo vom Pflanzblätz am 14.04.2012 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Die selbsteigebrockte Suppe

    ist in ganz EUropa - nicht nur Griechenland - noch lange nicht ausgelöffelt.

  • Rönz am 12.04.2012 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    2500.-

    Sollte ja wohl kein Problem sein!? Macht es doch so wie dies in der Schweiz vorgeschlagen wurde. 2500.- für jeden!?

  • Walter D. am 12.04.2012 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder vom Anfang

    Jetzt, nachdem die Linken alles zu Boden gewirtschaftet haben mit ihrer laissez-faire Politik, können ja wieder die Rechten kommen und aufräumen. Wenn es dem Land in etwa 20 jahren wieder gut geht, denken die Leute wieder, sie müssten sozialer sein und der Abstieg beginnt von neuem

    • Franz B. am 14.04.2012 15:02 Report Diesen Beitrag melden

      Die Welt in Schwarz- Weiss

      Ihr Schwarz- Weiss Denken beängstigt mich! Es gibt weltweit genügend Beispiele dafür, dass auch Rechts den Karren an die Wand fahren kann ... und soziales Handeln nicht automatisch Abstieg bedeuten muss. Wo solch plumper Populismus hinführt, hat uns die Geschichte schon genügend gelehrt. Schauen Sie doch mal ÜBER den Tellerrand ...

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  • Paco Martinez in Sp am 12.04.2012 22:22 Report Diesen Beitrag melden

    Zahlungsunfähig

    Griechenland ist der Anfang Portugal, Spanien, Italien, Frankreich ect. diese Länder werden Zahlungsunfähig was dann ?? Deutschland wird mächtiger und der Wirtschaftskrieg nimmt seinen Lauf bis zum Kollaps Europas Nummer 3

  • C.N. am 12.04.2012 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ponzi - Staat 

    Griechenland muss untergehen um wieder aufstehen zu können, diese Rettungsversuche lassen nur mehr Euros im nichts verpuffen. Ist sehr hart, aber die Griechen sind nicht ganz unschuldig. Was da über Jahrzehnte lief war fernab jeglicher Logik. Ponzi lässt grüssen...