Athen vor Euro-Austritt

11. Mai 2012 11:15; Akt: 11.05.2012 11:30 Print

«Europa geht so schnell nicht unter»

Die Anzeichen mehren sich, dass Griechenland aus dem Euro austritt. In Deutschland stellen sich Politiker und Banken bereits auf einen solchen Schritt ein.

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Infografik zur Eurokrise.

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Die Euro-Zone ist nach Auffassung des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) widerstandsfähiger als vor zwei Jahren und würde ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro-Raum notfalls verkraften.

«Wir haben in den letzten zwei Jahren viel gelernt und Schutzmechanismen eingebaut. Die Ansteckungsgefahren für andere Länder der Eurozone sind geringer geworden und die Eurozone ist insgesamt widerstandsfähiger geworden», sagte Schäuble der in Düsseldorf erscheinenden «Rheinischen Post».

«Die Vorstellung, dass wir nicht in der Lage wären, kurzfristig auf etwas Unvorhergesehenes zu reagieren, ist falsch», sagte der CDU- Politiker. «Europa geht so schnell nicht unter.»

«Wir haben gemacht, was möglich ist»

«Die Staaten Europas und die privaten Gläubiger sind Griechenland schon aussergewöhnlich weit entgegen gekommen. Wir haben gemacht, was möglich ist», so Schäuble. Griechenland müsse «verstehen, dass es im Gegenzug seine Verpflichtungen erfüllen muss».

Es sei «gefährlich, den Bürgern vorzugaukeln, es gäbe einen anderen, einfacheren Weg, auf dem Griechenland gesunden könnte und alle Härten vermieden würden. Das ist Unsinn.»

Begrenzte Auswirkungen eines Austritts

Die Eurozone kann auch nach Einschätzung der deutschen Banken einen Austritt Griechenlands verkraften. Prinzipiell sei zwar die Unumkehrbarkeit konstituierendes Merkmal der Währungsunion, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Banken, Michael Kemmer, am Freitag im Deutschlandfunk. Falls ein Land doch ausscheide, werfe das zudem Fragen nach einer Gefährdung der Union insgesamt auf. «Ich glaube, dass die Eurozone es verkraften könnte», sagte Kemmer aber. Erfreuen könne eine solche Entwicklung nicht.

Die unmittelbaren Auswirkungen eines Euro-Austritts Griechenlands bezeichnete Kemmer als begrenzt. «Wir sind jetzt sicher besser vorbereitet auf einen solchen Schritt, als wir es vor zwei Jahren gewesen wären», sagte er. Einem Engagement deutscher Banken in dem Land erteilte er aber eine Absage. «Ich glaube nicht, dass die Banken momentan dazu bereit wären, in einem grösseren Umfang sich in Griechenland zu engagieren», sagte er. Ihnen sässen noch die Nachwirkungen des massiven Schuldenschnitts in den Knochen.

(whr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Analyse am 11.05.2012 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    "Wir haben viel gelernt.."

    Unfassbar. Wir haben viel gelernt... UND WAS WIRD GEMACHT??? Es wird weiter wie bisher gehandelt. Gepumpt, gepumpt und gepumpt. Stellt euch vor ein Ferrari, Lamborghini, Fiat , Peugeot, Smart und ein Mercedes fahren durch die Wüste. Der Lambo würde locker 300km/h fahren, aber er darf nicht. Er muss immer gleich schnell fahren wie der Smart fahren kann, 80km/h. Das bremst alle ab und jeder der schneller ist als der Smart verliert (das sind dann wohl alle). Auch wenn Griechenland geht, gibts den nächsten Sündenbock usw. bis nur noch 1 übrig bleibt und das ist der Gewinner der Euro Zone (Spiels)

  • Marc am 11.05.2012 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich...

    wird auch höchste Zeit das man dort nicht weiter Geld in den Sand setzt.

  • Shorty75 am 11.05.2012 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Europa geht nicht heute und morgen unter

    Klar geht Europa (EU) nicht so schnell unter, wie dies einige gärne hätten. Nein es wir weiter gewurstelt, auch wenn man die Griechen, sagen wir mal, vor die Tür stellt. Es wird sicher noch 10 Jahre gehen, bis etwas passiert. Die frage wird dann nur sein, ob es die EU in der Form noch gibt, oder ob die EU-Politiker es endgültig geschafft haben die EU an die Wand zu fahren. Es gibt da einige Politiker die die Grundidee einer EU falsch umgesetzt haben. Zum Leidtragen der EU-Bevölkerung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Shorty75 am 11.05.2012 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Europa geht nicht heute und morgen unter

    Klar geht Europa (EU) nicht so schnell unter, wie dies einige gärne hätten. Nein es wir weiter gewurstelt, auch wenn man die Griechen, sagen wir mal, vor die Tür stellt. Es wird sicher noch 10 Jahre gehen, bis etwas passiert. Die frage wird dann nur sein, ob es die EU in der Form noch gibt, oder ob die EU-Politiker es endgültig geschafft haben die EU an die Wand zu fahren. Es gibt da einige Politiker die die Grundidee einer EU falsch umgesetzt haben. Zum Leidtragen der EU-Bevölkerung.

  • Analyse am 11.05.2012 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    "Wir haben viel gelernt.."

    Unfassbar. Wir haben viel gelernt... UND WAS WIRD GEMACHT??? Es wird weiter wie bisher gehandelt. Gepumpt, gepumpt und gepumpt. Stellt euch vor ein Ferrari, Lamborghini, Fiat , Peugeot, Smart und ein Mercedes fahren durch die Wüste. Der Lambo würde locker 300km/h fahren, aber er darf nicht. Er muss immer gleich schnell fahren wie der Smart fahren kann, 80km/h. Das bremst alle ab und jeder der schneller ist als der Smart verliert (das sind dann wohl alle). Auch wenn Griechenland geht, gibts den nächsten Sündenbock usw. bis nur noch 1 übrig bleibt und das ist der Gewinner der Euro Zone (Spiels)

  • Marc am 11.05.2012 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich...

    wird auch höchste Zeit das man dort nicht weiter Geld in den Sand setzt.