Teures Griechenland

12. November 2012 18:21; Akt: 12.11.2012 18:29 Print

Die Geduld kostet 32 Milliarden EuroDie Geduld kostet 32 Milliarden Euro

Trotz weitreichender Sparbeschlüsse im griechischen Parlament zögern die ausländischen Geldgeber mit schnellen Hilfszusagen. Zwei weitere Jahre Sparaufschub würden auch 32 Mrd. Euro kosten.

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Der von der Eurogruppe erwogene Aufschub der Sparziele für Griechenland würde mehr als 30 Milliarden Euro kosten. «Wenn es um zwei Jahre verschoben wird, gibt es eine Finanzierungslücke von 31 oder 32 Milliarden Euro», sagte der irische Finanzminister Michael Noonan vor einem Treffen mit seinen Euro-Kollegen am Montagnachmittag in Brüssel. Nun müsse man sehen, welche Vorschläge die Troika zur Schliessung dieser Lücke auf den Tisch legen werde.

Erhält Griechenland zwei Jahre zusätzlich für die Erfüllung von Sparauflagen, könnte Athen weitere 32,6 Milliarden Euro benötigen. Diese Summe geht aus einem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Entwurf des Troika-Berichts für den Fall hervor, dass die Regierung in Athen die Spar- und Reformauflagen der internationalen Gläubiger erst 2016 erfüllen muss.

Demnach könnten durch den Aufschub weitere 15 Mrd. Euro bis 2014 sowie 17,6 für die beiden zusätzlichen Jahre fällig werden. Grund für den möglichen Aufschub ist die schlechte Entwicklung der griechischen Wirtschaft.

«Griechen haben geliefert»

Der seit Wochen verzögerte Troika-Bericht wurde von den Euro- Finanzministern im Beisein von IWF-Chefin Lagarde erstmals diskutiert. «Der Troika-Bericht ist im Grundton positiv, weil die Griechen ja wirklich geliefert haben», sagte Eurogruppen-Chef Jean- Claude Juncker, der sich für einen Aufschub aussprach.

Österreichs Finanzministerin Maria Fekter zeigte sich in der Frage zurückhaltend. «Mehr Zeit heisst auch mehr Geld», sagte sie. Sie könne sich nicht vorstellen, dass die Minister von den Steuerzahlern weitere Griechenland-Pakete forderten.

«Gründlichkeit muss sein»

Aus Verhandlungskreisen hiess es, dass eine Finanzierungslücke durch ein ganzes Bündel von Massnahmen gefüllt werden solle. Dazu gehörten etwa längere Laufzeiten für die griechischen Hilfskredite sowie eine Senkung der Zinsen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble betonte abermals, dass mit Entscheidungen über weitere Hilfen erst zu einem späteren Zeitpunkt zu rechnen sei: «Gründlichkeit muss sein.»

Das griechische Parlament hatte in der Nacht zum Montag einem Sparhaushalt für 2013 zugestimmt. Erst am Mittwoch hatte Regierungschef Antonis Samaras mit knapper Mehrheit ein milliardenschweres Kürzungspaket durchs Parlament gebracht. «Jetzt liegt es an uns zu liefern», sagte Juncker.

Viele offene Fragen

Bevor Griechenland aber mit einem schnellen Beschluss über die Auszahlung einer dringend benötigten Hilfstranche in Höhe von rund 31 Mrd. Euro rechnen kann, muss neben der Frage des zweijährigen Aufschubs und seiner Finanzierung auch geklärt werden, ob das Ziel aufgegeben wird, Griechenlands Schuldenstand schon im Jahr 2020 auf das als für das Land verkraftbare Mass von 120 Prozent seiner Wirtschaftskraft zu drücken. Darauf pocht besonders der IWF.

Angesichts der offenen Fragen sind weitere Beratungen der Eurogruppe noch in dieser Woche «wahrscheinlich», wie Finnlands Finanzministerin Jutta Urpilainen sagte. Für Griechenland wird die Zeit knapp: Das Land muss bis Freitag Anleihen im Wert von fünf Milliarden Euro tilgen.

(sda/dapd)

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  • Horisberger am 13.11.2012 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Warum in die EU

    Beitritt in die EU ist wie eine Heirat. Und heiraten tut man nur, damit man Probleme (welche man allein nicht hat) zu zweit lösen kann.

  • Paulus Zinsler am 13.11.2012 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Merkel ist gefordert.

    Der grösste Fehler. Griechenland macht was es will. Die Menschen haven gar nichts kapiert. Sofortige Einstellung aller Zahlungen und Rauswurf aus der EU. Beschlagnahmt die Vermögen der griechischen Multis. Die Grichen bescheissen die ganze EU, wacht endlich auf.

  • bubu am 13.11.2012 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Der grosse Euro-Schwindel

    Regeln für den Euro: 3% Haushaltsdefizit und 60% Staatsschulden. Wer diese Regeln nicht einhält muss Strafe zahlen. Der Französische Präsindent Chirac wollten dies nicht und Deutschen sind eingeknickte. Die Krise des Euro ist eine Geschichte von Betrug und Selbstbetrug - aller Mitglieder. Schaut euch die Doku "Der grosse Euro-Schwindel" auf youtube an.

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