Finanzkrise

28. Januar 2012 18:33; Akt: 28.01.2012 19:06 Print

Griechen wehren sich gegen EU-AufpasserGriechen wehren sich gegen EU-Aufpasser

Griechenland bekommt seine Schulden nicht in den Griff und benötigt weitere 145 Milliarden Euro. Einige EU-Länder verlieren die Geduld: Sie wollen den griechischen Haushalt unter EU-Aufsicht stellen.

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Der Vorsitzende des Internationalen Bankenverbandes Charles Dallara (links) und sein Kollege Lemierre verlassen die Verhandlungen ohne Einigung. (Bild: Reuters)

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Zwischen Griechenland und anderen Euro-Staaten bahnt sich ein Streit um eine stärkere Überwachung Athens durch die EU an. Auf eine solche Kontrolle der griechischen Finanzpolitik durch die EU dringen Deutschland und andere Staaten, wie am Samstag aus europäischen Kreisen verlautete.

Die «Financial Times» hatte über einen deutschen Vorschlag berichtet, wonach die Finanzminister der Euro-Länder vor Zahlungen aus dem geplanten zweiten Hilfspaket einen Beauftragten ernennen sollen, der ein Veto gegen finanzielle Entscheidungen der griechischen Regierung einlegen kann.

«Die Haushaltskonsolidierung muss unter ein strenges Steuerungs- und Kontrollsystem gestellt werden», heisst es laut «Financial Times» im Vorschlag. Weil Athen seine Zusagen bisher nicht zufriedenstellend eingehalten habe, müsse es akzeptieren, «für einen gewissen Zeitraum» die Souveränität über seinen Haushalt abzugeben.

Griechenland gegen Beaufsichtigung

In griechischen Regierungskreisen wurde bestätigt, dass der Eurogruppe ein inoffizielles Arbeitsdokument vorgelegt wurde, das die Übernahme der Kontrolle über die griechische Finanzpolitik durch die EU vorsieht.

Für Griechenland komme eine solche Möglichkeit aber nicht in Betracht: «Es ist ausgeschlossen, dass wir das akzeptieren, diese Kompetenzen fallen unter die nationale Souveränität», hiess es in Athen.

Zweites Hilfspaket könnte teurer werden

Gemäss dem deutschen Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» könnte das zweite Griechenland-Hilfspaket deutlich teurer werden als bisher geplant. Demnach rechnen die Experten der Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank inzwischen damit, dass das Rettungspaket grösser ausfallen muss als Ende Oktober auf einem EU-Gipfel beschlossen.

Statt der 130 Milliarden Euro benötige Athen vermutlich 145 Milliarden Euro, schrieb das Magazin. Grund sei eine Verschlechterung der Wirtschaftslage in Griechenland.

Verhandlungen ohne Ergebnis beendet

Die Verhandlungen Griechenlands mit den Banken über den Schuldenschnitt sind am Samstag ohne Ergebnis beendet worden. Der Geschäftsführer des Internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara, war in Athen mit Ministerpräsident Lucas Papademos und Finanzminister Evangelos Venizelos zusammengekommen.

Noch am Freitagabend hatten sowohl Athen als auch der Bankenverband erklärt, es seien «grosse Fortschritte in technischen, juristischen und anderen Themen erzielt» worden. Nach dem Ende des Gesprächs am Samstag verlautete aus griechischen Regierungskreisen, die Gespräche würden fortgesetzt. Eine Übereinkunft werde in der kommenden Woche erwartet, erklärte der IIF.

Banken bieten tieferen Zins

Dallara soll als Vertreter der Banken einen etwas günstigeren Zins für die neuen Anleihen vorgeschlagen haben, die die alten griechischen Staatsanleihen ersetzen sollen. Nach Informationen aus griechischen Bankquellen war ein Zinssatz von 3,8 Prozent im Gespräch.

Noch vor wenigen Tagen habe Dallara 4,0 Prozent im Durchschnitt vorgeschlagen. Die Zinsen sollten aber steigen, wenn die griechische Wirtschaft wieder wachse. Der Zinssatz für die neuen Papiere ist ein zentraler Streitpunkt.

(sda)

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  • blacky523 am 28.01.2012 22:51 Report Diesen Beitrag melden

    wieso das Geschrei?

    die Bonzen freuen sich doch bereits auf Griechenlands Pleite - DAS wird ein dickes Geschäft! die werden NICHT gerettet, ist doch schon lange klar!

  • Remo am 28.01.2012 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plopp...

    145 Miliarden erhalten und irgendwelche Ansprüche auf "nationale Souveränität" stellen?! Was soll denn das?! Nicht mehr lange und diese fragile Finanzblase wird mit einem gigantischem Knall zerplatzen.

  • Robert D. am 28.01.2012 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wie das!?!

    Folgendes geht mir einfach nicht aus dem Kopf: Wenn es um Anliegen geht, wie Arbeitsplaetze schaffen oder sichern, Investitionen in verschiedenste, gemeinnuetzige Projekte, Entlastung der Steuerzahler, Investitionen in Bildungssysteme, mehr Sicherheit durch mehr Polizisten, bessere Sozialleistungen, niedrigere Krankenkassenpraemien usw., dann hat niemand Geld uebrig! Deutschland nicht, Frankreich nicht und die Schweiz, unsere Schweiz auch nicht! Um den aus Eigenverschulden in die Krise geratenen Griechen zu "Helfen", sind ploetzlich hunderte von Milliarden vorhanden! Wie das!?!

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