Eurokrise

13. November 2012 03:10; Akt: 13.11.2012 03:42 Print

Athen erhält zwei Jahre mehr Zeit zum Sparen

Die Eurogruppe zeigt sich gnädig und gibt dem angeschlagenen Griechenland länger Zeit, seine Sparziele zu erreichen. Wie die dadurch entstehende Finanzierungslücke von 32 Milliarden Euro geschlossen werden soll, bleibt unklar.

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Griechenland soll zwei zusätzliche Jahre Zeit zum Sparen bekommen. Endgültige Entscheidungen sollen bei einem Sondertreffen der Euro-Finanzminister am 20. November getroffen werden, sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker am späten Montagabend nach sechsstündigen Beratungen in Brüssel.

«Die Eurogruppe ist der Ansicht, dass ein korrigiertes Haushaltsziel eine angemessene Anpassung auf dem Pfad der Budgetkonsolidierung ist», sagte der luxemburgische Premier.

Wie die Mehrkosten von knapp 33 Milliarden Euro aufgefangen werden sollen, blieb offen. Es würden dazu verschiedene Wege erkundet, sagte Juncker. Ein Schuldenschnitt, der öffentliche Kreditgeber treffen würde, gehöre nicht zu den bevorzugten Lösungen.

Erst 2016 wieder mit Defizitgrenze

Die Geldgeber-Kontrolleure der «Troika» hatte die Fristverlängerung für Athen empfohlen. Das würde unter anderem bedeuten, dass Griechenland erst 2016 - und nicht schon 2014 - die Maastrichter Defizitgrenze von drei Prozent wieder einhalten wird.

Die Eurogruppe begrüsste das Reformprogramm und den Haushalt 2013 - das griechische Parlament hatte beide wichtigen Voraussetzungen für die Auszahlung der nächsten Kredittranche von 31,5 Milliarden Euro in der zurückliegenden Woche gebilligt. Da in mehreren Mitgliedstaaten wie Deutschland Parlamente in die Entscheidung für die Auszahlung eingebunden sind, ist nicht genau klar, wann das dringend benötigte frische Geld fliessen kann.

Nach der Sitzung wurden Meinungsverschiedenheiten der Geldgeber deutlich. Christine Lagarde, Chefin der mächtigen Internationalen Währungsfonds IWF, sagte: «Alle Kapitel des Buches müssen zufriedenstellend geschlossen werden.» Dazu gehöre die Schuldentragfähigkeit.

Während Lagarde auf der bisherigen Abmachung bestand, dass Athen bis 2020 seinen Schuldenstand auf ein einigermassen erträgliches Mass von 120 Prozent der Wirtschaftsleistung drücken muss, sagte Juncker, das Ziel solle nun erst 2022 erreicht werden.

Geld für Spanien und Zypern

Nach der Abendsitzung wurde auch deutlich, dass die erste Auszahlung aus dem bereits vereinbarten Hilfsprogramm für marode spanische Banken näher rückt. Eine Entscheidung dafür solle es bis Ende des Monats geben, sagte Juncker. Das Geld könnte dann Anfang kommenden Monats fliessen.

Die Euro-Kassenhüter hatten Madrid bereits im Juli bis zu 100 Milliarden Euro für das Bankenprogramm zugesagt - die Regierung geht aber inzwischen nur noch von einem Bedarf von rund 40 Milliarden Euro aus.

Auch ein Hilfsprogramm für den kleinen Inselstaat Zypern rückt näher. «Die wirtschaftliche und finanzielle Lage ist schwierig», resümierte Rehn mit Blick auf Zypern. Im Gespräch sind Hilfen von mindestens 10 Milliarden Euro.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Horisberger am 13.11.2012 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Warum in die EU

    Beitritt in die EU ist wie eine Heirat. Und heiraten tut man nur, damit man Probleme (welche man allein nicht hat) zu zweit lösen kann.

  • Paulus Zinsler am 13.11.2012 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Merkel ist gefordert.

    Der grösste Fehler. Griechenland macht was es will. Die Menschen haven gar nichts kapiert. Sofortige Einstellung aller Zahlungen und Rauswurf aus der EU. Beschlagnahmt die Vermögen der griechischen Multis. Die Grichen bescheissen die ganze EU, wacht endlich auf.

  • bubu am 13.11.2012 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Der grosse Euro-Schwindel

    Regeln für den Euro: 3% Haushaltsdefizit und 60% Staatsschulden. Wer diese Regeln nicht einhält muss Strafe zahlen. Der Französische Präsindent Chirac wollten dies nicht und Deutschen sind eingeknickte. Die Krise des Euro ist eine Geschichte von Betrug und Selbstbetrug - aller Mitglieder. Schaut euch die Doku "Der grosse Euro-Schwindel" auf youtube an.

  • Dr. Inoccentius am 13.11.2012 10:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es geht, um das Ganze

    Hier geht es darum, zu zeigen, dass die EU ihre Vorgabe , sich selbst und den Euro zu verteidigen, ernst nimmt. Wird jedesmal ein Mitglied mit, wie auch immer gearteten Probleme ausgeschlossen. Nimmt niemand mehr deren Bemühungen ernst. Sollte das geschehen, sind wir in der Schweiz auch mit im Strudel, machen wir uns nichts vor. Und ganz einfach gesagt, nun heute Griechenland ausgeschlossen wird, warum sollte sich die Rest-EU morgen für Spanien, Itlien oder Portugal einsetzen?

    • kein dr. am 13.11.2012 12:56 Report Diesen Beitrag melden

      @ Dr.

      ähm... aber es gibt eu-verträge, dass kein land für ein anderes schulden übernehmen darf. wieso hält sich diese selbsternannte elite nicht an die eigenen gesetze?

    • Supermario am 13.11.2012 13:39 Report Diesen Beitrag melden

      Danke

      Glaub der erste, wirklich vernünftige Kommentar, welcher zumindest auf einen einigermassen anständigen Ausgang hofft. Ich verstehs immer noch nicht, warum 90% der Schreiberlinge hier die Griechen unbedingt ins monetäre Steinzeitalter zurückkicken wollen.

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  • Eric Furrer am 13.11.2012 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Griechenland

    Schäuble und Merkel absolut NICHT glaubhaft.

    • Supermario am 13.11.2012 13:37 Report Diesen Beitrag melden

      Aber...

      Aber Steinbrück schon, mit der Kavallerie? In Sachen Konstruktivität ist Angela mit Sicherheit noch mehr zuzutrauen als all den anderen Spitzenpolitikern reihum!

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