Alarmierende Zahlen

16. Mai 2012 16:15; Akt: 16.05.2012 16:18 Print

Spanien muss so hohe Zinsen zahlen wie nie

Spanien muss für 10-jährige Staatsanleihen 6,46 Prozent Zins zahlen. Zum Vergleich: Deutschland beschaffte sich diese Woche Geld fast gratis, nämlich für einen Zins von 0,0371 Prozent.

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Ein Händler an der Börse in Madrid ist verzweifelt.

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Spanien hat am Anleihemarkt so hohe Zinsen zahlen müssen wie nie zuvor seit der Einführung des Euro. Am Mittwoch stiegen die Zinsen für Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren um 14 Basispunkte auf 6,46 Prozent.

Kurzzeitig lagen sie um 500 Basispunkte über den Zinsen für deutsche Anleihen, die immer noch als sehr sicher gelten. Die Risikoprämie für spanische Anleihen hatte bereits am Dienstag infolge der gescheiterten Verhandlungen zur Regierungsbildung in Griechenland einen Rekordstand erreicht.

Die 7-Prozent-Marke bei Staatsanleihen gilt als wichtige Grenze, ab der ein Staat seine Schulden langfristig nicht mehr refinanzieren kann. In Griechenland, Irland und Portugal hatten die Zinsen diesen Wert überschritten, bevor ihre Regierungen im vergangenen Jahr Hilfe bei EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) suchten.

Deutschland leiht sich Geld fast zum Nulltarif

Trotz extrem niedriger Zinsen bleibt der deutsche Staat ein gefragter Schuldner. Die Versteigerung von Schatzanweisungen mit sechsmonatiger Laufzeit spülte 3,3 Mrd. Euro in die Kassen, teilte die mit dem Schuldenmanagement des Bundes betraute Finanzagentur am Montag mit.

Die Auktion war 1,5-fach überzeichnet, Anfang April übertraf das Angebot die Nachfrage nur um das 1,4-fache. Die Anleger begnügten sich mit einer durchschnittlichen Rendite von 0,0371 Prozent. Anfang April lag sie noch bei 0,066 Prozent.

Frankreich nimmt neun Milliarden Euro ein

Einen Tag nach der Vereidigung des sozialistischen Präsidenten François Hollande konnte Frankreich Staatsanleihen im Wert von neun Milliarden Euro am Markt platzieren. Die Zinsen für Papiere mit einer Laufzeit zwischen zwei und fünf Jahren fielen. Für die fünfjährige Anleihe wurden 1,72 Prozent fällig, während im April noch 1,83 Prozent waren.

Die Zinsen für Anleihen mit einer Laufzeit zwischen zehn und 15 Jahren stiegen dagegen leicht ein. Allerdings war die Nachfrage gross, was auf Vertrauen der Investoren schliessen lässt.

(whr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Meinhard Stark am 16.05.2012 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Sind IWF und EZB gleicher als gleich?

    Kann mir mal irgendwer erklären, wieso alle bis auf dem IWF und die EZB, sich mit einem Haircut (Teilweises Streichen der Schulden) abfinden sollen. Diese beiden wollen um alles in der Welt die Eurozone retten, verlangen für die Hilfspakete, aber horende Zinssätze. Das kann ja nicht gut gehen!

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  • Rafael am 16.05.2012 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Artikel...

    1. Ihr könnt doch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Was nützt mir der Vergleich von 10Y Portugiesen Bonds mit 6 Monatigen Deutschen Anleihen? Vergleicht doch 10Y mit 10Y, dann könnt ihr auch den Risikoaifschlag korrekt berechnen. 2. "Die Auktion war 1,5-fach überzeichnet, Anfang April übertraf das Angebot die Nachfrage nur um das 1,4-fache" Wenn die Auktion 1,5 fach überzeichnet ist übertrifft die Nachfrage das Angebot, nicht umgekehrt.

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  • N.M. am 16.05.2012 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    UNGLAUBLICH

    immer vor dem Wochenende schlechte _nachrichten.Am Schluss heisst es ja immer : "Im letzten Moment hat man den Kopf aus der Schlinge gezogen", langsam nerven diese KRISENNACHRICHTEN. Bei mir ist die Krise schon lange. die Politiker sollen lieber schauen dass das Fussvolk wieder normal leben kann.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • meier am 16.05.2012 23:20 Report Diesen Beitrag melden

    Gesparte Zinsen transferieren

    Nur weil im Süden die Zinsen so hoch sind sind sie in D so tief. Die gesparten Zinsen muss Deutschland schnell ohne jede diskusion den sudlichen Ländern schicken. Alles andere läuft Europa zuwieder... Aber bitte ohne sich als Wohltäter aufzuführen.

  • Michael am 16.05.2012 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Anleihen

    Warum wird in diesem Zusammenhang eigentlich nie die Schweiz genannt? Die Zinsen von 10-jährige CH-Anleihen sinken im Gleichschritt mit den deutschen und den Anleihen anderer guter Schuldnerländer und werden noch dazu viel tiefer verzinst. Aktuell CH: 0,65% , D: 1,5%, F: 2,88%

  • Meinhard Stark am 16.05.2012 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Sind IWF und EZB gleicher als gleich?

    Kann mir mal irgendwer erklären, wieso alle bis auf dem IWF und die EZB, sich mit einem Haircut (Teilweises Streichen der Schulden) abfinden sollen. Diese beiden wollen um alles in der Welt die Eurozone retten, verlangen für die Hilfspakete, aber horende Zinssätze. Das kann ja nicht gut gehen!

    • Meinhard Stark am 16.05.2012 20:12 Report Diesen Beitrag melden

      Nachtrag

      Mein Kommentar zielt eher auf Griechenland, aber es geht ebenfalls um horende Zinssätz bei Staatsanleihen.

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  • Rafael am 16.05.2012 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Artikel...

    1. Ihr könnt doch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Was nützt mir der Vergleich von 10Y Portugiesen Bonds mit 6 Monatigen Deutschen Anleihen? Vergleicht doch 10Y mit 10Y, dann könnt ihr auch den Risikoaifschlag korrekt berechnen. 2. "Die Auktion war 1,5-fach überzeichnet, Anfang April übertraf das Angebot die Nachfrage nur um das 1,4-fache" Wenn die Auktion 1,5 fach überzeichnet ist übertrifft die Nachfrage das Angebot, nicht umgekehrt.

    • Mike am 17.05.2012 00:17 Report Diesen Beitrag melden

      Wie "nie" ...

      Spanien_10Y_25. Nov_2010:6.7 Schweiz_2Y_heute_-0.02 (negativ) Griechenland_1Y_9.Mär.2012_1143 (LOL)

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  • Kimbrus am 16.05.2012 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Alles beim Alten geblieben .....

    den Reichen wird gegeben, den ärmeren genommen. Eigentlich nichts Neues. Stand so was nicht schon in der Bibel? Ich drücke den Spaniern den Daumen, dass sie aus dieser Misere herauskommen.

    • Hugo am 18.05.2012 11:04 Report Diesen Beitrag melden

      Blödsinn

      Und was hat die Staatsverschuldung in Spanien mit den Reichen zu tun?

    • Kimbrus am 19.05.2012 18:33 Report Diesen Beitrag melden

      falsch verstanden

      @Hugo Spanien = arm (Zins für Darlehen hoch) Deutschland = reich (Zins für Darlehen niedrig) Ist doch einfach zu verstehen,- oder?

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