Euro-Sorgenkinder

13. April 2012 15:18; Akt: 13.04.2012 15:21 Print

Spanien und Italien rutschen tiefer in die Krise

Während die Banken in Spanien immer mehr am Tropf der Europäischen Zentralbank hängen, dümpelt die italienische Industrie weiter in der Rezession.

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Infografik zur europäischen Wirtschaft.

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Spaniens krisengeschüttelte Banken hängen immer stärker von der Europäischen Zentralbank (EZB) ab. Wie die Notenbank in Madrid am Freitag mitteilte, borgten sich die Geldinstitute des Landes im März rund 316 Mrd. Euro von der EZB.

Das war fast doppelt so viel wie im Februar (169,8 Mrd.). Mit den jetzt veröffentlichten Zahlen wird deutlich, wie schlecht es vielen spanischen Banken geht. In den Daten ist allerdings auch bereits der zweite zinsgünstige Dreijahreskredit der Zentralbank für die Banken der Euro-Zone von Ende Februar enthalten. Damals hatten sich die Finanzhäuser rund eine halbe Billion Euro bei der Frankfurter Zentralbank gesichert.

Rezession in Italien

Italiens Industrie dümpelt weiter in der Rezession. Die Betriebe drosselten im Februar ihre Produktion gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent und damit das zweite Mal in Folge, wie das nationale Statistikamt Istat am Freitag mitteilte.

Bereits im Januar hatten die Unternehmen 2,6 Prozent weniger hergestellt. «Das sind keine gute Nachrichten für Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes», sagte Unicredit-Analyst Paolo Pizzoli. Die Wirtschaft dürfte zwischen Januar und März im Vergleich zum Vorquartal um 0,8 Prozent geschrumpft sein.

Im Gesamtjahr sei ein Minus von 1,6 Prozent zu erwarten. «Italien wird frühestens im vierten Quartal 2012 die Rezession hinter sich lassen», sagte Pizzoli. Die Regierung in Rom kämpft mit einem harten Sparprogramm gegen den hohen Schuldenberg und will so das Vertrauen der Finanzmärkte zurückgewinnen.

(sda)