Schuldenkrise

02. Oktober 2012 11:03; Akt: 02.10.2012 11:31 Print

Jeder vierte Spanier ohne Job

Das Dilemma in Spanien nimmt kein Ende. Der Reformkurs der Regierung wirkt sich negativ auf die Nachfrage in der viertgrössten Euro-Volkswirtschaft aus. Bei den Jugendlichen unter 25 sind über 50 Prozent arbeitslos.

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In den spanischen Arbeitsämtern, wie hier in Sevilla, herrschen am 2. Oktober 2012 hochbetrieb. Fast 80'000 Spanier haben zurzeit keinen Job. (Bild: Reuters)

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Die Zahl der Arbeitslosen in Spanien ist im September abermals deutlich gestiegen. Im Monatsvergleich kletterte sie nach Angaben des Arbeitsministeriums vom Dienstag um 79 645 Personen nach oben. Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg um 57 000 gerechnet.

Damit sind in Spanien aktuell rund 4,7 Millionen Menschen als arbeitslos gemeldet. Das Euro-Krisenland steckt in einer tiefen Rezession und leidet unter der höchsten Arbeitslosigkeit in der gesamten Europäischen Union. Jeder Vierte ist ohne Job. Noch schlimmer ist die Situation bei Jugendlichen unter 25 Jahren. Hier liegt die Arbeitslosenquote über 50 Prozent.

Düstere Aussichten

Experten sehen vorerst kein Ende der Misere. Der Reformkurs der spanischen Regierung dürfte die Nachfrage in der viertgrössten Euro-Volkswirtschaft zunächst sogar noch weiter abwürgen und die Perspektiven am Arbeitsmarkt damit zusätzlich verschlechtern.

«Der Teufelskreis aus Rezession und Sparmassnahmen ist noch nicht durchbrochen», sagt Chefökonom Holger Schmieding von der deutschen Privatbank Berenberg. Der wirtschaftliche Abschwung reisse Löcher in die Haushaltsbudgets der Krisenländer, auf die diese mit weiteren Sparmassnahmen reagierten, durch welche die Rezession noch vertieft werde.

Noch immer kein Hilfsantrag gestellt

Spanien befindet sich jedoch im Dilemma: Im Spätsommer geriet das Land an den Anleihemärkten so stark unter Druck, dass die Zinsen für neue Kredite eine Höhe erreichten, die viele Experten als langfristig untragbar betrachten. Erst nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) Hilfe in Aussicht stellte, entspannte sich die Lage wieder.

Um Unterstützung zu erhalten, muss Madrid jedoch strikte Sparvorgaben erfüllen. Obwohl Spanien bisher noch keinen Hilfsantrag gestellt hat, wurde der am vergangenen Donnerstag vorgestellte Haushaltsplan für das kommende Jahr so aufgebaut, dass er den Auflagen der europäischen Partner entsprechen soll.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • soso am 03.10.2012 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    kokolores

    Die können sich trösten. In der Schweiz dürfte es in absehbarer Zeit nicht viel besser aussehen, ganz im Gegenteil!

  • E Conomy am 02.10.2012 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Die Jungen müssen's richten

    So ist es.....Aber das mit dem Rating und Reformen (Teufelskreis) finde ich eine riesen Frechheit!! Man sollte Optionen an der Börse abschaffen/illegalisieren und mehrere Rating-Agenturen schaffen, und zwar nicht (im Moment nur) in den USA, sondern verteilt auf alle Kontinente! Eine Sauerei, dass so wenige Menschen so viel Macht über so viele Andere haben!!! Auch in einer globalisierten Welt sollte Demokratie herrschen und nicht von einem Staat (USA) und Finanzhaien diktiert sein!! Natürlich muss aber auch Spanien jetzt mal etwas tun!

  • Roman am 02.10.2012 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    CH mässig

    Diese Verhältnisse haben wir auch. Bei uns sind einfach 20 Prozent von Sozialhilfe abhängig.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hassprediger am 04.10.2012 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Aufruf zur Gewalt!

    Was wir brauchen ist eine Revolutiooooooon ! Wenn die Politiker nicht hören wollen, dann sollen sie eben fühlen. Manchmal muss man eben Gewalt anwenden, um Dinge zu verbessern, man kann nicht alles "demokratisch" lösen.

  • Philipp am 04.10.2012 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Dumme Schweizer Unternehmer

    Na und? Ich bin auch qualifiziert & arbeitslos in der Schweiz, aber hier ist man so dumm und holt noch von aussen Leute rein, wenn nicht einmal die eigenen alle einen Job haben.

  • soso am 03.10.2012 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    kokolores

    Die können sich trösten. In der Schweiz dürfte es in absehbarer Zeit nicht viel besser aussehen, ganz im Gegenteil!

  • Dani am 03.10.2012 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    selbst Schuld! kein Arbeitslosengeld!!!!

    Warum bezahlt der Staat eigentlich derart hohes Arbeitslosengeld? Warum muss dieser Konsumwahnsinn vom Staat finanziert werden? Warum? Geht mal in andere Länder wie z.b. Brasilien - da gibts den Gesellschaftsteil der arbeitet und wer nicht arbeitet kriegt auch praktisch kein Rappen Geld vom Staat! mehr Eigenverantwortung ist gefragt anstatt ständiges Jammern, dass man sich das neue Iphone nicht leisten kann!

  • E Conomy am 02.10.2012 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Die Jungen müssen's richten

    So ist es.....Aber das mit dem Rating und Reformen (Teufelskreis) finde ich eine riesen Frechheit!! Man sollte Optionen an der Börse abschaffen/illegalisieren und mehrere Rating-Agenturen schaffen, und zwar nicht (im Moment nur) in den USA, sondern verteilt auf alle Kontinente! Eine Sauerei, dass so wenige Menschen so viel Macht über so viele Andere haben!!! Auch in einer globalisierten Welt sollte Demokratie herrschen und nicht von einem Staat (USA) und Finanzhaien diktiert sein!! Natürlich muss aber auch Spanien jetzt mal etwas tun!

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