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Letztes Ultimatum
10. Februar 2012 06:16; Akt: 10.02.2012 10:00 Print
Geld oder Demütigung für die Griechen
Griechenland muss seine neuen Sparversprechen noch schwarz auf weiss abgeben, ehe die Euro-Länder ein zweites Rettungspaket freigeben. Am Sonntag wird abgestimmt, am Mittwoch läuft das Ultimatum ab.
Die Eurogruppe hat Griechenland ein letztes Ultimatum zur Umsetzung der Sparbeschlüsse gesetzt. Bis zum kommenden Mittwoch müsse Athen drei Bedingungen erfüllen, ohne die kein grünes Licht für ein neues Rettungspaket gegeben werde, sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker.
Nach Griechenland-Entscheidung kommt wohl Portugal auf den PlanNach einer Entscheidung über das neue Rettungspaket für Griechenland werden wohl die Finanzhilfen für Portugal neu ausgehandelt. Auf einem beim EU-Finanzministertreffen am Donnerstag aufgenommenem Video äusserte sich der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble entsprechend. In dem auf Youtube hochgeladenen Video sagte der CDU-Politiker zum portugiesischen Finanzminister Vitor Gaspar, dass nach einer Entscheidung zu Griechenland eine Anpassung des Hilfsprogramms für Portugal notwendig sei. «Wir wären bereit dazu», sagte er.
Schäubles Worte sind die ersten Äusserungen eines hochrangigen EU-Politikers, die darauf hindeuten, dass Portugal möglicherweise mehr Zeit und Geld benötigen wird als bislang veranschlagt, bis seine Wirtschaft wieder auf die Beine kommt. Im April erhielt Lissabon Rettungskredite in Höhe von 78 Milliarden Euro. Trotzdem steckt das Land seitdem in einer tiefen Rezession. (dapd)
Das griechische Parlament müsse die neuen Spargesetze am Sonntag verabschieden. Die drei grossen Parteien müssten das Abkommen unterschreiben. Und darüber hinaus müsse eine weitere Finanzierungslücke von 325 Mio. Euro durch nachhaltige Reformen geschlossen werden.
Juncker stellte klar, dass es «vor der Umsetzung keine Auszahlung gibt». Doch sei ein Beschluss bei einer weiteren Sitzung der Finanzminister am Mittwoch geplant, falls bis dahin alle Auflagen erfüllt seien.
Zeit drängt
Für Griechenland drängt die Zeit, da Mitte März 14,5 Mrd. Euro Anleiheschulden getilgt werden müssen. Griechenlands Regierung und Parteichefs hatten in der Nacht auf Donnerstag nach tagelangen Verhandlungen dem von EU und IWF geforderten Spar- und Reformprogramm zugestimmt.
Es ist die Bedingung für das zweite Kreditpaket für Griechenland, das bisher 130 Mrd. Euro öffentlicher Finanzhilfen vorsieht. Es soll zu dem ersten, bald aufgebrauchten Programm von 110 Mrd. Euro hinzukommen.
Zur Entschuldung Griechenlands sollen die privaten Gläubiger zudem auf Forderungen im Volumen von 100 Mrd. Euro freiwillig verzichten. EU-Währungskommissar Olli Rehn zufolge ist die Vereinbarung zum Start des dazu geplanten Anleihetauschs fertig.
Schärfere Kontrollen
Damit das neue Programm - anders als das erste - auch tatsächlich umgesetzt wird, soll die Aufsicht über die griechischen Behörden verschärft werden. Es gehe darum, Griechenland «institutionell in den Stand zu versetzen, seine Schulden zu bedienen», sagte Juncker.
«Ernsthaft geprüft» wird dafür auch der deutsch-französische Vorschlag für ein Sonderkonto, auf das Geld für die Abzahlung von Schulden fliessen soll, wie EU-Währungskommissar Olli Rehn ankündigte.
Auf dem Konto sollen die Hilfskredite zur Tilgung der Staatsschulden gesammelt werden, damit die Investoren in Zukunft sicherer sein können, dass sie ihr Geld auch wieder zurückbekommen. Dies sei eine Möglichkeit, die Überwachung zu verschärfen und das Programm wirksam umzusetzen, sagte Rehn.
Druck steigt
Juncker wollte sich am frühen Freitagmorgen nicht ausmalen, was bei einem Nein des griechischen Parlaments passieren würde. «Das Parlament wird das Paket nicht ablehnen», sagte er. Auch Rehn gab sich zuversichtlich, dass am Ende die Rettung noch gelingen könne. «Ja, die Zeit ist knapp, aber wir sind noch im Plan.»
Allerdings wird der Druck in der griechischen Bevölkerung immer grösser. Die Gewerkschaften haben für (heute) Freitag und Samstag zu einem weiteren Generalstreik aufgerufen. Und auch für Sonntag sind Demonstrationen angekündigt, wenn die Entscheidungen im Parlament anstehen.
Drastische Worte
Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos schwor deshalb seine Landsleute mit drastischen Worten auf die bitteren Beschlüsse ein: «Wenn wir unser Land retten und in der Eurozone und in Europa bleiben wollen, dann müssen wir tun, was wir zu tun haben.»
Es bleibe nur die Wahl «zwischen der Demütigung eines stolzen Landes - oder einer noch grösseren Demütigung, wenn wir der Illusion folgen, unser Gesicht mit Entscheidungen zu wahren, die noch viel höhere soziale Kosten hätten.»
(sda)
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Alle 76 Kommentare



































Selbst schuld...
Leider ist es innerhalb der Mittelmeerstaaten sehr verbreitet die Steuern nicht zu bezahlen (Portugal,Spanien, Italien, Griechenland etc.) Man versucht immer etwas "hintenrum" zu wursteln. Ich weiss wovon ich spreche. Ich habe ca. 2 Jahre im Verkauf dort gearbeitet und kenne die Pappenheimer. Das haben sie nun davon. Das Land ist abgewirtschaftet und bankrott.
Warum hat man so lange diskutiert?
Es ist doch eine Illusion zu Glauben, dass Griechenland je wieder einen gesunden Staatshaushalt führen kann und dies unter Kontrolle Europas! Wo soll hier die Motivation sein? Die Politik hat versagt, man hätte schon vor einem Jahr das Land Konkurs gehen lassen und aus der EU ausschliessen müssen. Ein Neuanfang motiviert viel mehr und stärkt den Zusammenhalt im Land! Auch hätten sich dann andere Staaten wie Portugal, Italien, etc. mehr angestrengt, die Richtlinien der EU einzuhalten, im Wissen das Länder die sich nicht an die Spielregeln halten, ausgeschlossen werden.
Lasst die Griechen frei.
Lasst Griechenland hopps gehen. Nur dann haben sie eine Chance sich wieder zu erheben. Sich zu reorganisieren wie sie es brauchen, wie sie es wollen. Eine quasi-diktatur von FR und DE mit dem Euro ist Griechenlands unwürdig. Aus einem Bankrott können sie erhobenen Hauptes wieder auferstehen. Aus dieser Europäischen Kollonialisierung nicht.