Krise

10. Mai 2009 22:25; Akt: 10.05.2009 23:24 Print

Banker schicken Kinder wieder in öffentliche SchulenBanker schicken Kinder wieder in öffentliche Schulen

von Désirée Pomper - Raus aus der Privat- und rein in die öffentliche Schule. Wegen der Finanzkrise müssen jetzt auch Kinder von Bankern kürzertreten - die 20 000 Franken für eine Privatschule können sich viele nicht mehr leisten.

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«Lismen» statt Frühchinesisch, Kantinenessen statt Fine-Food-Catering, veraltete Computer statt Hightech-Ausrüstung: Wegen der Finanzkrise wird der Wechsel von der teuren Privatschule zur kostenlosen öffentlichen Schule für immer mehr ehemals privilegierte Kinder zur Realität.

Schweizer Banker müssen den Gürtel enger schnallen, Firmen zahlen Expats oft die Privatausbildung ihrer Sprösslinge nicht mehr. «20  000 Franken Schulgeld pro Jahr können sich viele nicht mehr leisten», bestätigt Bruno Bouvard, Sprecher der Schulpflege Küsnacht, einen Bericht der «Sonn­tagsZeitung».

Für die Kinder ist das nicht einfach: «Der Schulwechsel führt oft zu einem Kulturschock», sagt Anton Strittmatter vom Lehrerverband. Manches Kind sei wegen unterschiedlicher Leistungsansprüche zunächst überfordert. Bereits mussten einige Gemeinden die Anzahl Klassen erhöhen.

«Nun ist die öffentliche Schule also wieder gut genug», sagt die Thuner Bildungsdirektorin Ursula Haller (BDP). Bildungspolitikerin Kathy Riklin (CVP) sagt: «Da merken die Reichen wieder einmal, was der Staat alles für sie macht.» Und SP-Nationalrat Mario Fehr findet, es sei für die Integration der Bankerkinder «förderlicher, in verschiedenen Bevölkerungskreisen aufzuwachsen als nur unter
ihresgleichen».

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