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Mehr Bewerbungen
08. Januar 2009 23:05; Akt: 09.01.2009 01:00 Print
Riesenrun auf krisensichere Jobs
von Deborah Rast - Der Jobmarkt verändert sich in unsicheren Zeiten: Krisenresistente Berufe wie Polizist, Grenzwächter und Tramchauffeur sind plötzlich wieder beliebt.
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Von der Finanzkrise zur Wirtschaftskrise
«Die Anzahl der Bewerbungen beim Grenzwachtkorps sind ein feines Konjunkturbarometer», so der Rekrutierungsverantwortliche Peter Fässler. Schon im Spätherbst 2008 konnte die Grenzwache einen Drittel mehr Interessierte rekrutieren als erwartet.
Das Schweizer Grenzwachtkorps konnte deutlich mehr Interessierte rekrutieren. (Keystone)
Ex-Banker als Lehrer?
Auch der Lehrerberuf gilt als krisensicher. Dies zeigt sich schon jetzt: «Wir haben mehr Anfragen von Leuten aus der Privatwirtschaft, die sich erkundigen, wie sie Lehrer werden können», so Urs Jecker, Sprecher der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz. Doch wer glaubt, mit einer «Schnellbleiche» Lehrer zu werden, irrt. Jecker: «Selbst hochqualifizierte Leute müssen abgesehen von einzelnen Wochenstunden das volle Studium absolvieren.» Vorbehalte gegenüber Quereinsteigern aus der Wirtschaft hat man bei den Hochschulen nicht: «Auch Investmentbanker können als Lehrer sehr erfolgreich sein, nicht zuletzt weil sie sehr belastbar sind», sagt Andrea Widmer Graf, Leiterin des Departements Sekundarstufe II an der Pädagogischen Hochschule Zürich.
Auch bei der Polizei, die bis vor kurzem landesweit unter Nachwuchsschwierigkeiten litt, schiessen während Krisenzeiten die Bewerbungen in die Höhe: «Wir haben dann rund ein Viertel mehr Bewerbungen für die Polizeischule als sonst», sagt etwa Benjamin Lütolf, Sprecher der Stapo St.Gallen. Mehr Bewerbungen garantieren aber nicht unbedingt mehr Qualität: Marcel Strebel von der Kapo Zürich: «Unter der grösseren Zahl der Anwärter sind jeweils auch viele, die für den Polizeidienst nicht in Frage kommen.»
Sehr gefragt sind auch Stellen im öffentlichen Verkehr: In Luzern und Zürich wollen jetzt mehr Leute Bus- oder Tramchauffeur werden. Im Gegensatz zur Polizei nimmt hier die Qualität der Bewerbungen eher zu: «Wir stellen fest, dass vermehrt auch Bewerbungen aus Kaderfunktionen vorliegen. Diese Bewerber kommen nach dem regulären Einstieg als Bus- oder Tramführer allenfalls für eine Weiterbildung im Kadernachwuchs in Frage», freut sich Daniela Tobler, Sprecherin der Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich.



























