Konjunktur

10. März 2010 10:13; Akt: 10.03.2010 11:54 Print

Wachstumsprognosen hellen sich aufWachstumsprognosen hellen sich auf

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) rechnet im laufenden Jahr mit einem Wachstum des Bruttoinlandproduktes von rund 1 Prozent. Auch ein Indikator, der 22 Prognosen zusammenfasst, zeichnet ein freundlicheres Bild als noch vor ein paar Monaten.

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Laut ihrem am Mittwoch veröffentlichten Rechenschaftsbericht an die Bundesversammlung erwartet die SNB im laufenden Jahr eine Erholung der Wirtschaft von gegen 1 Prozent. Vor drei Monaten hatte die SNB für 2010 noch ein BIP-Wachstum um 0,5 bis 1,0 Prozent in Aussicht gestellt. Wichtige Wachstumsimpulse erwartet die Notenbank von den Exporten und den Ausrüstungsinvestitionen. Die Bautätigkeit werde dagegen voraussichtlich an Schwung verlieren.

Der private Konsum dürfte das Wachstum weiterhin stützen: Die abflachende Reallohnentwicklung und die steigende Arbeitslosigkeit werde von der günstigen Entwicklung der Konsumentenstimmung und des Finanzvermögens der Haushalte mehr als kompensiert. Beim staatlichen Konsum machten sich dagegen die Sparmassnahmen der öffentlichen Hand bemerkbar.

Neben der BIP-Prognose wird die SNB anlässlich der geldpolitischen Lagebeurteilung am Donnerstag auch die Teuerungserwartungen aktualisieren und über den Leitzins befinden. Experten rechnen mit einem unveränderten Zinszielband für den Drei- Monats-Libor, der momentan bei 0,25 Prozent liegt.

KOF-Umfrage: BIP wächst 2010 um 1,2 Prozent

Die Zuversicht steigt auch unter zahlreichen weiteren Konjunkturexperten. Für das laufende Jahr erwarten Ökonomen von 22 Instituten laut einer Umfrage der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich im Schnitt ein Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von 1,2 Prozent.

In der Dezember-Umfrage waren sie erst von einem Plus von 0,8 Prozent ausgegangen. Für 2011 erwarten die Ökonomen sogar ein Wachstum des realen BIP von 1,6 Prozent. Unterschätzt haben die Experten die Erholung an den Börsen.

Bei den Bau- und Ausrüstungsinvestitionen waren sie im Dezember für 2010 noch von einer Stagnation ausgegangen, nun gehen sie von einem leichten Wachstum von 0,8 Prozent aus. Die Prognose für die Exporte wurde geringfügig um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent gesenkt.

Die Arbeitslosenprognose hat sich etwas aufgehellt, bleibt aber hoch. Die Experten rechnen in diesem Jahr mit einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent, statt 4,8 Prozent. Die Inflationsrate wurde leicht von 0,7 auf 0,8 Prozent erhöht.

Für 2011 gehen die Wirtschaftsauguren von einem Wachstum der realen Bau- und Ausrüstungsinvestitionen von 2,3 Prozent aus. Die Exporte werden demnach um 4,5 Prozent wachsen. Die Arbeitslosenquote dürfte laut der Prognose nur leicht auf 4,5 Prozent sinken und die Teuerung auf 1,1 Prozent zunehmen.

(sda)

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