Islamic Banking im Hoch

08. Januar 2010 13:23; Akt: 08.01.2010 14:14 Print

Der Profit des ProphetenDer Profit des Propheten

Der islamische Finanzmarkt ist der grosse Gewinner in der Krise: Zum Erfolg des Islamic Banking haben die Finanzkrise und die Diffamierung des Islam nach den Anschlägen vom 11. September 2001 beigetragen. Auch die UBS und die CS haben in der Schweiz islamkonforme Kundenangebote.

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Die Anpassung der Finanzinstrumente an die Scharia, besonders der verbotene Handel mit Schuldpapieren, habe sich zu einem enormen Wettbewerbsvorteil während der Subprime-Krise entwickelt, heisst es in der am Freitag veröffentlichten Studie der Universität Zürich. Gemäss Ethnologe Stefan Leins sei die Islamic-Banking-Branche deshalb krisenresistenter gewesen. Zahlreiche konventionell agierende Kunden hätten aus Risikoüberlegungen während der Krise zu islamischen Banken gewechselt. Die Bahrain Islamic Bank beispielsweise verzeichnete 2008 einen Mittelzufluss von umgerechnet knapp 600 Millionen Franken.

Die Krise als weltliches Problem

Da Muslime laut Leins davon ausgehen, dass die Befolgung der islamischen Rechtsquellen nicht nur in spirituellen, sondern auch in weltlichen Angelegenheiten konkrete Vorteile verschafft, hatte die Finanzkrise für den islamischen Finanzmarkt auch einen ideologischen Nutzen. Die Krise sei als weltliches Problem betrachtet worden, vor dem man durch die Anwendung der Scharia geschützt sei. Folglich habe die Krise islamische Banker nicht nur in ihrer Wirtschaftsform, sondern auch in ihrem Glauben an Gott bestätigt.

Der Aufschwung des Islamic Banking habe aber schon vor der Krise begonnen. Seit der Jahrtausendwende habe sich der islamische Finanzmarkt von einer kleinen, wenig beachteten Nische zu einem viel diskutierten globalen Phänomen entwickelt, heisst es weiter. Die Gründe hierfür seien vielschichtig. Einerseits habe die Accounting and Auditing Organization for Islamic Financial Institutions (AAOIFI) den Weg geebnet, um innerhalb konventioneller Banken islamisches Banking anzubieten.

Von 9/11 profitiert

Weiter berichteten islamische Banken von einer stark erhöhten Nachfrage islamischer Finanzprodukte im Zuge der zunehmenden Diffamierung muslimischer Glaubensangehöriger nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Offenbar argumentierten islamische Finanzinstitute damit, dass islamisch zu investieren eine Art sei, die Zugehörigkeit zum Islam auf moderne Art und Weise zu demonstrieren.

In der Schweiz agiert seit 2006 die Faisal Private Bank als einziges Finanzinstitut vollständig nach den Regeln der Scharia. Daneben verfügen auch die UBS, die Credit Suisse und die Privatbank Sarasin über namhafte islamkonforme Kundenangebote.

(dapd)

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