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Abschwung im Vergleich
07. September 2009 11:56; Akt: 07.09.2009 12:19 Print
Deutschland und Japan als Verlierer der Krise
Deutschland und Japan sind die von der weltweiten Wirtschaftskrise am stärksten betroffenen grossen Industrienationen, während beispielsweise die USA und Frankreich deutlich geringere Einbrüche erlitten. Schweiz landete in einer Vergleichstudie mit minus 2,8 Prozent auf Rang 23.
Das ergibt sich aus einer am Montag von der Tageszeitung «Die Welt» veröffentlichten Studie der Deka-Bank. Den stärksten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erlitt die Türkei. China dagegen konnte in der Krise sogar zweistellig wachsen.
Die Ginza-Shoppingmeile in Tokio.(Bild: Keystone)
Deutsche Industrie mit mehr Aufträgen im Juli
Die deutsche Industrie hat im Juli deutlich mehr Aufträge erhalten. Der Auftragseingang legte im Vergleich zum Vormonat um 3,5 Prozent zu, wie das Wirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Bereits im Vormonat hatte es ein kräftiges Plus von 3,8 Prozent gegeben.
Das gute Juli-Ergebnis wurde durch überdurchschnittlich viele Grossaufträge begünstigt. Die Nachfrage im Inland stieg um 10,3 Prozent. Dagegen gingen aus dem Ausland 2,3 Prozent weniger Aufträge ein. (SDA)
Die Bank verglich das stärkste Quartalswachstum des jeweiligen Landes vor Ausbruch der Krise mit der Wirtschaftsleistung des schwächsten Quartals nach Einbruch der Rezession. Deutschland kommt in diesem Vergleich von 31 Staaten mit einem Rückgang des BIP um 6,9 Prozent zwischen dem ersten Quartal 2008 und dem ersten Quartal 2009 auf den achtschlechtesten Platz. Mit einem Minus von 8,3 Prozent steht unter den G-7-Industriestaaten nur Japan auf Rang 5 noch schlechter da.
Exportabhängigkeit gibt Ausschlag
«Dass Deutschland und Japan so weit vorne liegen, ist sicher keine Überraschung», sagte Deka-Bank Chefvolkswirt Ulrich Kater nach Angaben der Zeitung. Beide Länder hingen extrem vom Export ab und seien deshalb besonders stark vom Einbruch der Weltnachfrage getroffen worden. In der Exportstärke liege allerdings auch die Chance auf relativ schnelle Erholung: «Wir haben die weltweite Rezession nach Deutschland importiert. Jetzt importieren wir aber auch den sich abzeichnenden Aufschwung.»
Schweiz kommt glimpflich davon
Den stärksten Rückschlag in der weltweiten Krise erlitt die Türkei mit einem Rückgang des BIP von 14,2 Prozent. Die russische Wirtschaftsleistung sank um 11 Prozent, die von Singapur um 9,9 Prozent.
Unter den in dem Vergleich aufgeführten europäischen Ländern lag nur Ungarn mit minus 7,6 Prozent noch schlechter als Deutschland, deutlich besser dagegen Grossbritannien mit minus 5,6 Prozent (Rang 12), die Niederlande mit minus 4,7 Prozent (Rang 16), Frankreich (minus 3,4 Prozent, Rang 21) und die Schweiz mit minus 2,8 Prozent auf Rang 23. Die Wirtschaftsleistung in Polen dagegen wuchs in der Krise sogar um 2,2 Prozent.
Dazwischen lagen noch die USA mit einem BIP-Verlust von 3,9 Prozent auf Rang 20, Griechenland (minus 1,3 Prozent, Rang 26) sowie Norwegen (-1,0 Prozent, Rang 27). Deutlich wachsen auch in der globalen Rezession konnten dagegen Indien mit plus 7,6 Prozent und China mit plus 10,1 Prozent.
(dapd)





























