UBS-Krise

21. Oktober 2008 13:19; Akt: 23.10.2008 11:14 Print

Juso will bei der UBS einmarschierenJuso will bei der UBS einmarschieren

von Adrian Müller - Die Juso will am kommenden Donnerstag verschiedene UBS-Filialen besetzen. Juso-Präsident Cédric Wermuth hofft, dass sich die Aktion zu einer Protestwelle gegen die Grossbank entwickelt - und gewaltlos bleibt.

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Statt an der Uni weilte der Präsident der JungsozialistInnen heute Morgen bei der UBS an der Zürcher Bahnhofstrasse. Dort hat er ein Ultimatum deponiert: Die Juso fordert unter anderem, dass der Verwaltungsrat dieses Jahr auf sämtliche Boni verzichtet. Falls die UBS die Forderungen nicht erfüllt, will die Juso am Donnerstag verschiedene UBS-Filialen besetzen.

Wermuth kämpft mit harten Bandagen, er droht mit Ultimaten und Besetzungen. Er betont jedoch, auch die Juso hänge an der UBS: «Schliesslich gehört sie nun dem Volk.» Die UBS nimmt die Protestaktion gelassen: «Die UBS empfing uns sehr freundlich», schildert Wermuth die Reaktion der UBS auf seinen Drohbrief.

Besetzungen als Politinstrument

Solche Kampfmassnahmen gehören bei den Jungpolitikern offenbar zur Tagesordnung: Bereits am 12. Oktober okkupierten gegen hundert Jungsozialisten in Liestal (BL) ein Schulhaus, um gegen die freie Schulwahl zu protestieren. Am Zürcher Paradeplatz werden es am Donnerstag bestimmt nicht weniger sein: «Wir hoffen, dass sich eine breite Protestwelle gegen die UBS entwickelt», erklärt Wermuth gegenüber 20 Minuten Online. Bereits hätten sich über 50 Aktivisten «zur friedlichen Besetzungsaktion» angemeldet. Die UBS nimmt das Ultimatum «gelassen zur Kenntnis», erklärt die Bank auf Anfrage.

«Volkszorn rechtfertigt nicht alles»

Wermuth glaubt nicht, dass die Aktion seine Wahlchancen als Vizepräsidenten der SP Schweiz mildere. Die Wahl findet am Samstag an der SP-Delegiertenversammlung statt. SP-Präsident Christan Levrat jedoch warnt das 22-jährige Polittalent: «Volkszorn rechtfertigt nicht alles.» Vor einem Bankschalter zu sitzen, sei aber kein dramatisches Ereignis.

Angst vor Gewalttätern

Stellt sich die Frage, ob es bei einer «symbolischen Besetzungsaktion» bleibt: «Natürlich besteht die Gefahr, dass sich Gewalttäter unter die Menge mischen», sagt der umtriebige Wermuth. Er spielt gerne auf Risiko: «Die SP ist zu brav und nützt die Krise zu wenig», erklärte er gegenüber der Zeitung «News».

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