Bankenregulierung

18. Juni 2010 08:16; Akt: 18.06.2010 11:07 Print

Oswald Grübel nennt den PreisOswald Grübel nennt den Preis

UBS-Chef Oswald Grübel warnt vor zu strengen «Too-Big-to-Fail»-Regeln. Andernfalls drohe der Verlust tausender Stellen. UBS und CS bräuchten 100 Milliarden Franken mehr Kapital.

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UBS-Chef Oswald Grübel warnt vor der geplanten Verschärfung der Bankenregulierung. (Bild: Keystone)

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Sollten die Grossbanken von der Politik gezwungen werden, sich zu verkleinern, hätte dies den Verlust tausender Arbeitsplätze in der Schweiz zur Folge, sagte Grübel in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger». Im Herbst wird sich das Parlament mit dem Thema befassen. Grübel rechnet damit, dass dadurch die Banken zu einer «fundamentalen» Umstellung gezwungen sein werden. Die Nationalbank habe zudem bereits erklärt, dass auch das Schweizer Geschäft der beiden Grossbanken schon sehr gross sei, sagte Grübel in dem am Freitag veröffentlichten Interview.

«Sie müssen sich eine mögliche Lösung so vorstellen, dass die Zweigstellen im Ausland künftig nicht mehr mit einer Garantie von der Schweiz rechnen dürfen, sondern dass wir Niederlassungen schaffen, die direkt mit Kapital ausgestattet werden müssen», sagte Grübel.

Dies würde die UBS dazu zwingen, ihr Eigenkapital zu verdoppeln. Insgesamt bräuchten die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse gemäss Grübel etwa 100 Milliarden Franken mehr Eigenkapital deswegen. Er rechne mit einer Übergangsfrist von etwa fünf Jahren, um die neuen Regelungen umzusetzen.

Die Folgen: Weniger Renditen für die Bank, ein schwächeres Wirtschaftswachstum und der Verlust tausender Arbeitsplätze im Bankensektor, weil «sich für uns niedrigmargige Geschäfte nicht mehr lohnten».

Nach dem Boom ist vor dem Boom

Angesprochen auf die Spitzenlöhne der Banker, sagte Grübel: «Das ist nun seit dreissig Jahren ein Thema und wird es bleiben.» Verändert habe sich aber die Auszahlung: Heute würden Löhne vermehrt in Aktien ausbezahlt und über drei bis fünf Jahre zurückbehalten. Im internationalen Geschäft habe darum kaum jemand mehr als eine Million in bar erhalten.

Dennoch seien gerade jetzt die Löhne der für die Bank wichtigen Mitarbeitenden höher denn je. «Im nächsten Boom verdienen auch die schlechten Leute wieder viel», sagte Grübel.

Er selbst wolle an der Spitze der UBS bleiben, bis die Bank nachhaltig Profit erwirtschafte. «Da habe ich schon noch was zu tun. Aber vielleicht findet man einen Besseren.»

(sda)

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  • Steuerzahlers Wut am 27.06.2010 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Der Chef des Bundesrates hat gesprochen

    Nun wird klar wer im Staate Schweiz offensichtlich, als graue deutsche Eminenz, das Sagen hat und wie eine kriminelle Bank zu Milliarden-Unterstützung kommt. Wenn der Chef spricht wird gekuscht und die kriminellen Machenschaften werden mit Staatsverträgen, am Volk vorbei, nachträglich sanktioniert und passend gemacht. Schlechte Signale der Schweiz an ihre Partner für die Rettung der UBS und deren so wie so zerstörtes Image, alles auf Kosten der Steuerzahler.

  • Michael am 24.06.2010 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nur noch lächerlich und peinlich ..

    Vergleicht mal den Aktienkurs einer Swatch mit der UBS: In welcher Firma sind Arbeitsplätze besser angelegt?????

  • Dave am 22.06.2010 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst mich mal rechnen...

    100 Milliarden brauchen sie noch... um "tausende" Arbeitsplätze zu retten? Gehen wir mal von 200'000 pro Jahr für einen durchschnittlichen Banker-Arbeitsplatz aus.. Das gibt eine halbe Million Jahresgehälter. Wenn er sagt "Tausende", denke ich an eine Zahl zwischen 2000 und 10000. Diese Anzahl Leute könnte man mit dem Geld also zwischen 50 und 250 Jahren durchfüttern. Warum also nicht zwei Milliarden in die Arbeitslosenkasse und den Geldhahn abstellen? Damit hätten die "Tausenden" ein bis fünf Jahre Zeit, sich was neues zu suchen, und der Staat hat 98 Milliarden gespart.

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