Die SNB greift ein

07. September 2011 11:15; Akt: 07.09.2011 11:23 Print

«Toner für den Notendrucker bestellen»«Toner für den Notendrucker bestellen»

Von Politik und Wirtschaft erhält die Schweizerische Nationalbank gute Noten für ihr Eingreifen beim Euro-Franken-Kurs. Bei den Usern von 20 Minuten Online sieht das anders aus.

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«Falls die SNB Pech hat, kann sie bereits heute die Toner zum Nachfüllen der Druckmaschinen bestellen», schreibt Mario.

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Jetzt hat die Nationalbank eingegriffen und will den Franken gegenüber dem Euro schwächen. Nur ein Drittel der rund 3000 Umfrage-Teilnehmer ist damit einverstanden, dass der Euro mindestens 1.20 Franken wert sei soll, zwei Drittel sind dagegen. Ein ähnliches Bild zeigen die Kommentare der 20-Minuten-Online Leser. Die grosse Mehrheit ärgert sich darüber, dass der Euro gegenüber dem Schweizer Franken teurer werden soll.

Das Vertrauen in den Euro ist klein: «Mit dem voraussichtlichen Crash des Euro in den nächsten drei Jahren und einer neuen europäischen Währung hätte sich das Problem kurzfristig von selbst gelöst. Jetzt geht die Schweiz aufgrund der Milliarden, die die SNB an Schulden aufnimmt, gleich mit unter», schreibt ZH71.

Tiefer Euro hat fast nur Vorteile

Gross ist dafür das Misstrauen in die Nationalbank und die Politik: «Und wer bezahlt am Ende die Zeche?», fragt Anna und gibt auch gleich die Antwort. «Wir natürlich, und die Verantwortlichen können sich dann ja mit dem goldenen Fallschirm abseilen. Und warum das alles? Für's Wachstum, damit die Reichen noch reicher werden und die Armen noch mehr für noch weniger arbeiten müssen.» Und Bruno fügt bei: «Dass der tiefe Euro für den einfachen Bürger fast nur Vorteile hat, das interessiert wieder einmal niemanden. Hauptsache, die armen armen Exportfirmen können ihren Gewinn optimieren.»

Wenn es eine Untergrenze gibt, müsste es eigentlich auch eine Obergrenze geben, meint Marco. Für ihn als KMU stelle sich die Frage, wird es auch eine Obergrenze geben? Zum Beispiel bei 1.50 Franken. Er glaubt nicht daran, denn dies sei ja kein Problem, weil dann die Exportindustrie und der Tourismus profitieren würden.

Steigender Euro, kürzere Arbeitszeit?

Auch Contadino versucht sich in Logik: «Als beschlossen wurde, das mehr gearbeitet werden muss wegen des tiefen Euros, war der Kurs bei etwa 1.08. Nun ist er bei 1.20, das sind 29% Unterschied! Also 45h minus 29% Arbeitszeit macht dann noch 32 Stunden Wochenarbeitszeit bei einem Eurokurs von 1.20! Vielleicht steigt er ja noch weiter?»

Die Leser bezweifeln, ob die Massnahmen der SNB nachhaltig sind. «In 2 Tagen ist das Feuerwerk verpufft, die Spekulanten reicher und wir haben ein Milliardenloch in der Bundeskasse wegen dem Eurokauf, was wir mit unseren Steuern bezahlen können», befürchtet Marsupilami. Und Mario gibt zu bedenken, dass eine Schwalbe bekanntlich keinen Frühling mache. «Falls die SNB Pech hat, kann sie bereits heute die Toner zum Nachfüllen der Druckmaschinen bestellen.»

Es wird immer gemotzt

Die Kritiker der Nationalbank müssen aber auch selber Kritik einstecken. So schreibt Neumann: «Es wird immer gemotzt! Gewisse Leute wollen immer das Weggli und den Batzen. Einen tollen Job, guten Lohn, tolles Haus, billig einkaufen. Schon mal überlegt, dass ein wesentlicher Teil dieses Wohlstandes von einer guten Gesamtwirtschaft abhängt?» Und wenn die Exportwirtschaft abwandere und der Tourismus lahme, sähe es «zappenduster aus mit unserem heutigen Lebensstil».

Reto arbeitet am Exportindustrie-Standort Baden. «Hier exportiert praktisch die ganze Wirtschaft ins Ausland. Die Beizen und Bäcker und Zulieferer, Geschäfte etc.. Was denken Sie, wer dort einkauft? Wenn die Exportwirtschaft pleite geht, dann sind wir alle am A***. 1.20 ist immer noch ein guter Kurs für einen Euro, der gefühlte 1.50 CHF wert ist.»


(whr)

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