Folge des starken Frankens

18. Juli 2011 16:05; Akt: 18.07.2011 16:25 Print

Auch bei Lonza Basel wird mehr geschuftet

Nach ihren Kollegen in Visp trifft es auch die Lonza-Mitarbeiter am Standort Basel. Künftig werden sie pro Woche zwei Stunden länger arbeiten.

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Auch in basel, wo sich der Hauptsitz des Life Science Unternehmens Lonza befindet, wird länger gearbeitet.

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In Kürze werden die 260 Angestellten des Pharma- und Biochemiekonzerns Lonza in Basel eine Zusatzvereinbarung zugeschickt bekommen, in der sie sich verpflichten müssen, pro Woche zwei Stunden länger zu arbeiten. Damit arbeiten sämtliche Lonza-Angestellten in der Schweiz künftig länger. Dirk Oehlers, Verantwortlicher für Investorenbeziehungen bei Lonza, bestätigte damit am Montag einen Bericht in der «NZZ am Sonntag». Zuvor habe eine grössere Zahl von Angestellten der Geschäftsleitung Mehrarbeit angeboten.

Für das Jahr 2011 erwartet Lonza, dass der starke Franken mit rund 60 Mio. bis 70 Mio. Fr. auf die Rechnung drückt. Die Konzernleitung hatte deshalb Ende Juni eine auf 18 Monate beschränkte Erhöhung der Wochenarbeitszeit am Walliser Standort Visp von 41 auf 43 Stunden beschlossen.

Nach Verhandlungen einigte sich Lonza mit den Gewerkschaften unter anderem darauf, dass die Erhöhung für Arbeitnehmer unter dem Gesamtarbeitsvertrag erst ab September in Kraft tritt.

Kein GAV-Schutz in Basel

Die Angestellten in Basel betrifft dieser Aufschub nicht, da sie alle Einzelverträge haben. Sie werden eine Zusatzvereinbarung zugeschickt bekommen, die sie bis zu einer bestimmten Frist unterschrieben zurücksenden müssen, wie Sonja Mutter, Mediensprecherin des Werks Visp, erklärte.

Sollten sie dies unterlassen, würde zunächst versucht, in einem persönlichen Gespräch zu einer Einigung zu gelangen. Danach würde unter Umständen eine Kündigung ausgesprochen. In Visp habe Lonza über 90 Prozent der Zusatzvereinbarungen zurückerhalten, so Mutter.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • johny am 18.07.2011 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    nichts spezielles

    was sind schon 43 Stunden????Üblich sind sowieso in fast allen Branchen die 42-h-Woche, von daher liegen sie 1 h über dem Durschnitt. Absolut vertretbar.

  • AlexKeller am 18.07.2011 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    Etwas geht nicht auf

    Auswirkung: Die bisher aus Scham nicht aufgeschriebenen Stunden werden jetzt schamlos aufgeschrieben. Fazit: Mehr geschuftet wird dadurch nicht, aber jetzt sehen die Chefs endlich, wie viel die Mitarbeiter tatsächlich arbeiten!

  • Simon Andreas Schild am 18.07.2011 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe LONZA-Gechäftsleitung

    Liebe LONZA-Gechäftsleitung. Wenn ihr nächstes oder übernächstes Jahr dann wieder ordentlich Gewinn macht, dann ist es doch selbstverständlich dass ihr allen Mitarbeiter die bei dieser Aktion mitgemacht haben für die Dauer die zusätzlichen Stunden die diese geleistet haben mit einem Zusatz von 100% versüsst, euch bedankt und obendrein noch einen schönen Bonus für jeden von 3'000 leistet. Das ist dann das Mindeste! Und liebe Aktionäre der LONZA - das ist mehr als Gerecht, würden die Mitarbeiter da nicht mitmachen würdet Ihr keine Dividene erhalten und ein sinkender Aktienkurs erben!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fauler Sack am 20.07.2011 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    Bald ist die 43-Stunden Woche Standart

    Lonza macht den ersten Schritt - weitere Unternehmen werden diesem Beispiel bald folgen. Und bald werden 43-oder sogar 45 Stunden Woche die Regel sein. Und der Schweizer? - Wehrt sich nicht, macht die Faust im Sack und nimmt es hin. Auch wenn er praktisch keine Freizeit mehr hat, und sein Lohn nur noch knapp zum leben reicht. Der Schweizer lässt sich das gefallen. In dem Sinne: Sorry, selber Schuld. Es gehören immer noch zwei dazu: Einer, der ausbeutet und einer, der sich ausbeuten lässt.

  • AlexKeller am 18.07.2011 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    Etwas geht nicht auf

    Auswirkung: Die bisher aus Scham nicht aufgeschriebenen Stunden werden jetzt schamlos aufgeschrieben. Fazit: Mehr geschuftet wird dadurch nicht, aber jetzt sehen die Chefs endlich, wie viel die Mitarbeiter tatsächlich arbeiten!

  • Lonza-Aktionaer am 18.07.2011 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Recht so

    Als Mitbesitzer der Lonza halte ich dieses Vorgehen fuer sinnvoll. Es ist klar, dass in einem besseren Umfeld die Mitarbeiter dann auch wieder mitprofitieren koennen sollen.

    • ARGUS am 18.07.2011 20:26 Report Diesen Beitrag melden

      von wegen "wieder Profitieren können"!!

      Was heisst hier auch wieder profitieren? Ich erinnere mich an keinen Unternehmer (und schon gar keine Aktionäre), welche zu Zeiten von CHF/EUR >1.5 freiwiliig Angebote an die Belegschaft gemacht hätten!!!!

    • 807687 am 18.07.2011 22:56 Report Diesen Beitrag melden

      Selbstverständlich haben auch

      die Leute aus der Teppichetage erst mal ihre Löhne gekürzt und arbeiten 2 Stunden länger! Oder etwa nicht? Komm, sag schon, das interessiert doch alle!

    • ARGUS am 22.07.2011 13:52 Report Diesen Beitrag melden

      Will ich doch hoffen!!!

      Sicher gibt's das auch - Danke der Einsicht/Solidarität dieser Leute! Ab Teppichetage aufwärts gibt dafür nebst den grundsätzliche höheren Salären noch zusätzliche "Anreize" und "Lohnnebenbestandteilen" von denn der Büetzer nur träumen kann ..... Übrigens sollen wir, ginge es nach der CVP, die Kosten dieser "Mehrarbeit" analog der "Kurzarbeit" aus der ALV den Firmen rückvergüten - "schräge" Ansichten sind das!

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  • Thomas Kunz am 18.07.2011 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz ist ein guter Standort!

    Gute Lösung. Unser Arbeitsfriede und unsere Arbeitsmoral ist stärker als der Franken.

  • Matt am 18.07.2011 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    weniger Arbeit

    Wenns dann wiedermal anders ist, müssen wir dann auch weniger arbeiten? wäre doch gerecht oder nicht?