Ärztegesellschaft

09. Dezember 2010 15:29; Akt: 09.12.2010 15:38 Print

Krankenkassen-Wechsel kosten eine Milliarde

Wegen der hohen administrativen Kosten seien die Kassen-Wechsel «eine Kapitalvernichtung», meint der Präsident der Ärztegesellschaft des Kantons St. Gallen.

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Die Versicherten, die zu einer Krankenkasse mit günstigeren Prämien wechseln, verursachen in der Schweiz jedes Jahr Kosten von gegen einer Milliarde Franken. Damit liesse sich die ambulante Versorgung aller Patienten in den sieben Ostschweizer Kantonen bezahlen.

Dies sagte Peter Wiedersheimer, Präsident der Ärztegesellschaft des Kantons St. Gallen, am Donnerstag an einer Medienkonferenz. Die Kassenwechsel und die damit verbundenen administrativen Kosten bedeuteten «eine Kapitalvernichtung». Dies sei mit ein Grund für die steigenden Krankenkassenprämien.

«Falsches Verständnis von Wettbewerb»

Jeder Wechsel koste die Versicherer 300 bis 500 Franken, sagte Wiedersheimer. Hinzu kommen Provisionen von jährlich 50 Millionen Franken für die Anwerbung neuer Versicherter und hohe Werbekosten. Dies führe dazu, dass die Prämien deutlich stärker steigen als die Gesundheitskosten. Letztlich bezahlten alle Versicherten mehr.

Das heutige System mit Kassenwechseln und Billigkassen basiert für Wiedersheimer auf «einem falschen Verständnis von Wettbewerb». Für die Versicherungen lohne sich das Geschäft mit dem «guten Risiko» mehr als qualitativ gute Versicherungsarbeit. Es brauche deshalb dringend einen Risikoausgleich.

Die Einheitskassen-Initiative der SP lehnt der Vorstand der st. gallischen Ärztegesellschaft ab. Mit der Einheitskasse gehe der Wettbewerb bei «Managed Care» (Hausarztnetze, HMO-Modelle) verloren, und die Monopolstellung der Einheitskasse erlaube bei Kostendruck einen Leistungsabbau.

(sda)