Auch Schweiz betroffen

04. September 2012 06:24; Akt: 04.09.2012 12:05 Print

Hunderte Lufthansa-Flüge fallen aus

Erst war ein Streik für Berlin geplant. Dann kündigte die Gewerkschaft auch Arbeitsniederlegungen in Frankfurt und München an. Es sollen doppelt so viele Flüge ausfallen wie letzten Freitag.

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Am 7. September einigten sich die Lufthansa und die Flugbegleiter auf ein Schlichtungsverfahren. Die Streiks wurden vorerst ausgesetzt. 7. September 2012: Das Kabinenpersonal der Lufthansa hat zum dritten Mal einen Streiktag ausgerufen. Diesmal ist der Flughafen München betroffen. An den Schaltern der Lufthansa können die Passagiere nur noch umbuchen. An den Check-in-Schaltern können die Passagiere ihr Inland-Ticket in ein Zug-Ticket umwandeln. Doch wer ins Ausland will ... ... oder auf der Durchreise ist ... ... muss das Streik-Ende abwarten. Obwohl die Lufthansa die Annulierung von hunderten Flügen schon vorab angekündigt hatte, ... ... zeigten sich viele Passagiere überrascht. Der Streik soll 24 Stunden dauern. Am Flughafen München werden am 6. September Vorbereitungen für den Lufthansa-Streik am Freitag getroffen: An den Check-In-Schaltern werden Betten für gestrandete Passagiere bereitgehalten. Am streikte das Bodenpersonal der Lufthansa zum zweiten Mal. In Berlin, Frankfurt und München wurde die Arbeit niedergelegt. Es fielen 350 Flüge aus, betroffen waren 43'000 Fluggäste. Es wurden notdürftige Schlafgelegenheiten für gestrandete Passagier geschaffen, wie hier in München. Streiken kann auch Spass machen... ... doch der Gewerkschaft ist es ernst. Sie hat für Freitag, den 5. September den dritten und härtesten Streiktag an. An sechs Flughäfen soll für 24 Stunden die Arbeit niedergelegt werden. Am um 5.00 Uhr morgens begann der Streik des Lufthansa-Kabinenpersonals in Frankfurt am Main. Zuerst rechnete man damit, dass ein Viertel der Flüge ausfallen würde. Später wurde die Zahl deutlich nach oben korrigiert: Die meisten der 360 geplanten Flüge in der Zeit des Streiks wurden gestrichen. Hunderte von Passagieren waren in Frankfurt am Main gestrandet. Der Flughafen ist die Heimbasis der Lufthansa. Das Kabinenpersonal setzt sich unter anderem für höhere Löhne ein. Es handelt sich um den ersten Streik des Kabinenpersonals in der Geschichte der grössten deutschen Fluggesellschaft. Die Gewerkschaft und das Personal fordern nach drei Jahren Nullrunden neben fünf Prozent höheren Entgelten unter anderem das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs.

Am Freitag in Frankfurt (Bild), am Dienstag in Berlin-Tegel: Die Lufthansa-Mitarbeiter sind im Streik.

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Wegen des Streiks der Flugbegleitergewerkschaft UFO hat die Lufthansa am Dienstag mehr als 300 Flüge gestrichen. Neben zahlreichen innerdeutschen und europäischen Verbindungen fielen auch Interkontinentalflüge aus, wie die Lufthansa mitteilte. Die Flugbegleiter bestreiken seit dem frühen Morgen die Flughäfen in Frankfurt am Main und Berlin-Tegel. Ab 13.00 Uhr wollten sie auch in München die Arbeit niederlegen.

Wie viele Passagiere insgesamt vom Streik betroffen waren, konnte Lufthansa-Sprecher Boris Ogursky nicht sagen. Er berichtete aber, dass an den bestreikten Flughäfen Frankfurt am Main, Berlin und München grosse Teile des Flugplans nicht umgesetzt werden können.

Am grössten deutschen Flughafen Frankfurt seien von den geplanten 370 Flügen die Hälfte der Kurz- und Mittelstreckenflüge und ein Drittel der Langstrecken dem Streik zum Opfer gefallen. In Berlin waren es bis zum Vormittag nur «vereinzelte» der 40 geplanten Verbindungen, wie Ogursky sagte. «Mit weiteren Streichungen ist aber zu rechnen.»

In München wolle die Lufthansa rund drei Viertel der Kurz- und Mittelstreckenflüge in die Luft bringen. Die hohe Quote sei darin begründet, dass in der bayerischen Landeshauptstadt der Anteil der nicht bestreikten Lufthansa-Töchter am Flugplan relativ hoch ist. Zugleich dürften dort aber die Hälfte der Langstreckenflüge am Boden bleiben. Insgesamt standen in München 450 Flüge auf dem Flugplan des Konzerns.

Auch Schweizer Flüge betroffen

Betroffen vom Streik sind auch Verbindungen in die Schweiz: So fallen nach Angaben auf der Lufthansa-Webseite vom Dienstagmorgen vier Flüge von Frankfurt nach Zürich und zurück und zwei Flüge von Frankfurt nach Genf und zurück aus.

Die Swiss teilte auf ihrer Webseite mit, sie rechne nur mit geringen Auswirkungen auf den eigenen Flugbetrieb, prüfe aber die Erhöhung der Kapazitäten in Richtung Deutschland. Die von Swiss durchgeführten Flüge würden gemäss Flugplan geflogen.

In ihrer am Abend verbreiteten Erklärung bedauerte die Gewerkschaft, «dass es zu dieser Eskalation kommen musste». Die Verhandlungen seien jedoch «an einem Punkt angekommen, an dem es zu einem Streik keine Alternative mehr gibt», hiess es auf ihrer Webseite. UFO hat in den Verhandlungen nach drei Jahren Nullrunden neben fünf Prozent höheren Entgelten unter anderem das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs verlangt. Lufthansa plant hingegen mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken.

«Null-Kommunikation»

Die Fluggäste seien am Morgen mit gut 11 000 SMS auf die «Unregelmässigkeiten» aufmerksam gemacht worden, sagte Ogursky und sprach den Betroffenen das Bedauern des Unternehmens aus. An den bestreikten Flughäfen sei zusätzliches Personal bereitgestellt worden, um die Fluggäste mit Getränken und Snacks zu versorgen.

Für den Fall, dass das bestreikte Unternehmen nicht einlenkt, kündigte UFO-Vorsitzender Nicoley Baublies eine flächendeckende Ausweitung des Arbeitskampfes an. Es liege nun an der Lufthansa, ihre «Null-Kommunikation» gegenüber seiner Organisation einzustellen, sagte Baublies der Nachrichtenagentur dapd. Das bisherige Angebot von 3,5 Prozent mehr Geld sei völlig unzureichend. Dem stehe zudem eine 20-prozentige Gehaltskürzung gegenüber. UFO fordert unter anderem fünf Prozent höhere Gehälter und den Verzicht auf Leiharbeit.

Weitere Streiks angekündigt

Fluggäste in Deutschland und Europa müssen sich zudem auf noch weiterreichende Beeinträchtigungen einstellen: Ab Mittwoch seien «flächendeckendere Streiks» des Lufthansa-Kabinenpersonals möglich, sagte UFO-Chef Nicoley Baublies, der «Bild»-Zeitung (Dienstagsausgabe).

Die Gewerkschaft gebe der Lufthansa noch bis Dienstag eine Chance, auf das Kabinenpersonal zuzugehen, sagte Baublies. «Dann muss sie sich auf flächendeckendere Streiks einstellen.»

Ein Sprecher der Lufthansa sagte: «Unser Angebot liegt auf dem Tisch, das ist hochattraktiv, und wir erwarten, dass die UFO an den Verhandlungstisch zurückkehrt.» Es gebe «keinen Grund», das Angebot zu ändern.

(sda/dapd)