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Auch Schweiz betroffen
04. September 2012 06:24; Akt: 04.09.2012 12:05 Print
Hunderte Lufthansa-Flüge fallen aus
Erst war ein Streik für Berlin geplant. Dann kündigte die Gewerkschaft auch Arbeitsniederlegungen in Frankfurt und München an. Es sollen doppelt so viele Flüge ausfallen wie letzten Freitag.
Am Freitag in Frankfurt (Bild), am Dienstag in Berlin-Tegel: Die Lufthansa-Mitarbeiter sind im Streik.
Wegen des Streiks der Flugbegleitergewerkschaft UFO hat die Lufthansa am Dienstag mehr als 300 Flüge gestrichen. Neben zahlreichen innerdeutschen und europäischen Verbindungen fielen auch Interkontinentalflüge aus, wie die Lufthansa mitteilte. Die Flugbegleiter bestreiken seit dem frühen Morgen die Flughäfen in Frankfurt am Main und Berlin-Tegel. Ab 13.00 Uhr wollten sie auch in München die Arbeit niederlegen.
Wie viele Passagiere insgesamt vom Streik betroffen waren, konnte Lufthansa-Sprecher Boris Ogursky nicht sagen. Er berichtete aber, dass an den bestreikten Flughäfen Frankfurt am Main, Berlin und München grosse Teile des Flugplans nicht umgesetzt werden können.
Am grössten deutschen Flughafen Frankfurt seien von den geplanten 370 Flügen die Hälfte der Kurz- und Mittelstreckenflüge und ein Drittel der Langstrecken dem Streik zum Opfer gefallen. In Berlin waren es bis zum Vormittag nur «vereinzelte» der 40 geplanten Verbindungen, wie Ogursky sagte. «Mit weiteren Streichungen ist aber zu rechnen.»
In München wolle die Lufthansa rund drei Viertel der Kurz- und Mittelstreckenflüge in die Luft bringen. Die hohe Quote sei darin begründet, dass in der bayerischen Landeshauptstadt der Anteil der nicht bestreikten Lufthansa-Töchter am Flugplan relativ hoch ist. Zugleich dürften dort aber die Hälfte der Langstreckenflüge am Boden bleiben. Insgesamt standen in München 450 Flüge auf dem Flugplan des Konzerns.
Auch Schweizer Flüge betroffen
Betroffen vom Streik sind auch Verbindungen in die Schweiz: So fallen nach Angaben auf der Lufthansa-Webseite vom Dienstagmorgen vier Flüge von Frankfurt nach Zürich und zurück und zwei Flüge von Frankfurt nach Genf und zurück aus.
Die Swiss teilte auf ihrer Webseite mit, sie rechne nur mit geringen Auswirkungen auf den eigenen Flugbetrieb, prüfe aber die Erhöhung der Kapazitäten in Richtung Deutschland. Die von Swiss durchgeführten Flüge würden gemäss Flugplan geflogen.
In ihrer am Abend verbreiteten Erklärung bedauerte die Gewerkschaft, «dass es zu dieser Eskalation kommen musste». Die Verhandlungen seien jedoch «an einem Punkt angekommen, an dem es zu einem Streik keine Alternative mehr gibt», hiess es auf ihrer Webseite. UFO hat in den Verhandlungen nach drei Jahren Nullrunden neben fünf Prozent höheren Entgelten unter anderem das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs verlangt. Lufthansa plant hingegen mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken.
«Null-Kommunikation»
Die Fluggäste seien am Morgen mit gut
Für den Fall, dass das bestreikte Unternehmen nicht einlenkt, kündigte UFO-Vorsitzender Nicoley Baublies eine flächendeckende Ausweitung des Arbeitskampfes an. Es liege nun an der Lufthansa, ihre «Null-Kommunikation» gegenüber seiner Organisation einzustellen, sagte Baublies der Nachrichtenagentur dapd. Das bisherige Angebot von 3,5 Prozent mehr Geld sei völlig unzureichend. Dem stehe zudem eine 20-prozentige Gehaltskürzung gegenüber. UFO fordert unter anderem fünf Prozent höhere Gehälter und den Verzicht auf Leiharbeit.
Weitere Streiks angekündigt
Fluggäste in Deutschland und Europa müssen sich zudem auf noch weiterreichende Beeinträchtigungen einstellen: Ab Mittwoch seien «flächendeckendere Streiks» des Lufthansa-Kabinenpersonals möglich, sagte UFO-Chef Nicoley Baublies, der «Bild»-Zeitung (Dienstagsausgabe).
Die Gewerkschaft gebe der Lufthansa noch bis Dienstag eine Chance, auf das Kabinenpersonal zuzugehen, sagte Baublies. «Dann muss sie sich auf flächendeckendere Streiks einstellen.»
Ein Sprecher der Lufthansa sagte: «Unser Angebot liegt auf dem Tisch, das ist hochattraktiv, und wir erwarten, dass die UFO an den Verhandlungstisch zurückkehrt.» Es gebe «keinen Grund», das Angebot zu ändern.
(sda/dapd)

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