Krise in der Luftfahrt

13. November 2012 19:40; Akt: 13.11.2012 19:40 Print

930 Jobs bei Air Berlin in Gefahr

Bei der zweitgrössten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin sind rund zehn Prozent der Arbeitsplätze in Gefahr. Die kriselnden Airline erwägt, rund 930 Stellen abzubauen.

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Die Air Berlin schliddert immer tiefer in die Krise. (Bild: Reuters)

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Air Berlin erwägt nach Informationen aus gut informierten Kreisen, rund zehn Prozent seiner Arbeitsplätze einzusparen. Die Firma habe derzeit etwa 9.300 Beschäftigte, hiess am Dienstag in den Kreisen. Das wären rund 930 Jobs. Beschlüsse gebe es aber noch keine. Die Massnahme stehe im Zusammenhang mit dem im Oktober angekündigten zusätzlichen Sparprogramm «Turbine 2013».

Die Firma will am Donnerstag ihren Quartalsbericht vorlegen. Ziel waren bislang ausgeglichene Zahlen für das Gesamtjahr 2012. Schon im Oktober hatte Unternehmenschef Hartmut Mehrdorn an die Mitarbeiter geschrieben: «Unsere bisherigen Anstrengungen reichen nicht aus, um unsere Ziele 2013 zu erreichen.»
Das Unternehmen teilte am Dienstag auf Anfrage zu dem Sparprogramm mit: «Ob dazu auch ein Stellenabbau gehört, kann zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt noch dementiert werden.» Hohe Belastungen aus der «widersinnigen Luftverkehrssteuer sowie anhaltend hohe Kerosinpreise erzeugen zusätzlichen Gegenwind», hiess es weiter.

Details kommen bald

Das Programm werde in den nächsten Wochen detailliert ausgearbeitet. Es gehe darum, die Strukturen und Prozesse des Unternehmens auf den Prüfstand zu stellen mit dem Ziel, sie zu verbessern und bedeutsam Kosten zu verringern. Damit reagiere das Unternehmen auf ein sich weiter eintrübendes wirtschaftliches Umfeld, auf einen schwächelnden Euro sowie auf ein durch wachsende Unsicherheit geprägtes Konsumverhalten.

«Turbine 2013» soll das bereits laufende Programm «Shape & Size» ergänzen. Das laufe «besser als erwartet» und werde fortgeführt, hiess es im Oktober. Im zweiten Quartal hatte Air Berlin im laufenden Geschäft den Verlust nur leicht auf 29,4 Millionen Euro verringern können. Zugleich war aber der Umsatz trotz zurückgegangener Kapazität gestiegen. Finanzchef Ulf Hüttmeyer hatte verkündet, dass statt der geplanten 45 Millionen 50 Millionen Euro eingespart worden seien. 2012 sollen insgesamt 230 Millionen Euro erreicht werden.

Mit seinem grössten Gesellschafter Etihad Airways (29 Prozent) hatte Air Berlin bereits ein Programm auf den Weg gebracht. Auch der Beitritt zur Allianz Oneworld und die gerade besiegelte Partnerschaft mit Air France-KLM hält das Unternehmen für «tragfähige Säulen, die Air Berlin helfen, im internationalen Wettbewerb auch künftig zu bestehen».

(dapd)

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