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«Günstig, aber nicht billig»
06. Dezember 2012 14:09; Akt: 06.12.2012 14:37 Print
Lufthansa lanciert «Low-Cost-Flieger 3.0»
Die Lufthansa will den Billig-Airlines Kunden abjagen. Deshalb soll ihre Billigmarke Germanwings massiv aufgewertet werden und alle Europaverbindungen übernehmen.

Die Umstellung der Lufthansa-Europaverbindungen auf die Marke Germanwings soll schrittweise bis Ende 2015 geschehen. (Bild: Keystone)
Die zuletzt durch hohe Kerosinpreise und sinkende Gewinne gebeutelte Lufthansa geht in die Offensive. Mit einem «Low-Cost-Flieger 3.0» will Deutschlands grösste Fluggesellschaft ab Mitte nächsten Jahres den Billig-Airlines wie Ryanair oder Easyjet Kunden abjagen. Dazu will der Konzern seine Billigmarke Germanwings drastisch aufwerten.
Die «neue Germanwings» soll in Zukunft unter dem Motto «Günstig, aber nicht billig» alle Europaverbindungen der Lufthansa ausserhalb der Drehkreuze Frankfurt am Main und München übernehmen, wie Konzernchef Christoph Franz am Donnerstag in Köln ankündigte. Die klassischen Lufthansa-Maschinen mit dem Kranich werden künftig nur noch die Langstrecken-Verbindungen und die beiden Drehkreuze bedienen.
Die Lufthansa hofft, dadurch auf diesen chronisch defizitären Strecken wieder in die Gewinnzone fliegen zu können. Zuletzt fielen hier Verluste in dreistelliger Millionenhöhe an. Ziel sei es, 2015 in diesem Bereich wieder schwarze Zahlen zu schreiben, sagte Lufthansa-Vorstand Carsten Spohr.
Lufthansa versucht Quadratur des Kreises
Dazu will sich die Lufthansa an der Quadratur des Kreises versuchen, wie Germanwings-Chef Thomas Winkelmann einräumte. Die Fluggesellschaft will im gleichen Flugzeug sowohl die Ansprüche von Geschäftsreisenden als auch von Schnäppchenpreis-Jägern erfüllen. Mit dem Billig-Tarif «Basic» soll auch weiterhin bei Germanwings ab 33 Euro geflogen werden können.
Ein Flug im gleichen Flieger in der hauptsächlich für Geschäftsreisende gedachten Kategorie «Best» soll dagegen bis zu 399 Euro kosten. Dafür bietet das Luxus-Ticket Annehmlichkeiten wie den Zugang zu Lufthansa-Lounges und einen Priority-Check-in an den Warteschlangen vorbei sowie mehr Platz im Flieger. Dazwischen gibt es noch das Angebot «Smart», das mit 23 Kilogramm Freigepäck und kostenlosen Snacks dem klassischen Economy-Tarif entspricht.
110 Ziele in Europa
Die Umstellung der Lufthansa-Europaverbindungen auf die Marke Germanwings soll schrittweise bis Ende 2015 geschehen. Dann soll die Lufthansa-Tochter mit 90 Maschinen jährlich rund 20 Millionen Passagiere zu 110 verschiedenen Zielen transportieren.
Franz betonte, angesichts der wachsenden Konkurrenz durch Low-Cost-Carrier in Europa und die hohen Kerosinpreise habe die Lufthansa nur zwei Optionen gehabt. Der Konzern hätte sich aus der Fläche zurückziehen und die europäischen Direktverbindungen abseits der Drehkreuze Frankfurt und München einstellen können oder die Kosten dort drastisch senken müssen.
Durch die Umstellung der Europaflüge auf Germanwings will der Konzern nun die Kosten um gut 20 Prozent senken und bis 2015 eine Ergebnisverbesserung um 200 Millionen Euro erreichen. Voraussetzung sei aber, dass das günstige Kostenniveau bei Germanwings erhalten bleibe, sagte Franz mit Blick auf die laufenden Tarifverhandlungen. Hier müssten auch die Beschäftigten einen Beitrag leisten, damit die Strecken im Lufthansa-Netz erhalten werden können.
(dapd)
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Alle 20 Kommentare

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Na prima,
dann fliege ich nicht mehr mit ihnen!
egal wie (billig) wenig ein flug kostet
Geiz ist geil und die Sicherheit bleibt am Boden.....
egal, schweizer.....
...zahlen eh noch immer viel zu viel fürs fliegen. Da ist es schon billiger (reiner fulg) nach Frankfurt über zürich nach XY zu fleigen als direkt von zürich aus.
Umsteigeverbindungen immer günstiger
Das ist immer so. Umsteigeverbindungen sind meistens günstiger als Direktverbindungen. Wenn ein Deutscher mit Swiss via Zürich fliegt zahlt er auch weniger als wenn er direkt mit Lufthansa ab Frankfurt fliegt.
Fliegen soll auch etwas kosten!
Erstens kommt es auf die Fluggesellschaft an und nicht nur auf den Flughafen und zweitens soll Fliegen auch etwas kosten, sonst geht's auf Kosten des Personals oder des Materials. Zudem sollte man die Flüge auf ein minimum beschränken und auch mal an die Umwelt denken.