Gegen Vogelschlag

20. November 2012 18:43; Akt: 20.11.2012 18:43 Print

Roboter-Vogelscheuche bewacht Flughäfen

Vögel stellen ein Sicherheitsrisiko für Flugzeuge dar. Südkorea hat eine Hightech-Vogelscheuche entwickelt, die Maschinengewehre und Raubvögel imitieren kann. Nachts schiesst ein starker Laser.

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Die Roboter-Vogelscheuche im Einsatz auf einem südkoreanischen Militärflughafen. (Video: KBS) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Vögel sind ein bekanntes Sicherheitsrisiko im Luftverkehr und können Flugzeugen erheblichen Schaden zufügen. Sie geraten in Triebwerke und führen dort zu einem Ausfall oder drücken Frontscheiben ein. Da sich die meisten Zwischenfälle bei Start und Landung ereignen, sind Flughäfen überall auf der Welt bemüht, Vögel von ihrem Gelände fern zu halten – kein Picknick bei einer Fläche von tausenden Hektaren.

Südkorea hat laut Nachrichtenagentur KBS eine intelligente Lösung für das Vogelproblem gefunden: Den weltweit ersten Vogelscheuchen-Roboter. Das Panzer-ähnliche Gefährt wird ferngesteuert, kann programmierte Orte aber autonom ansteuern und Hindernisse überwinden. Es verfügt über Kameras sowie akustische und thermische Sensoren. So können Vögel bei Tag und Nacht und bei jedem Wetter aufgespürt werden.

Knattergeräusch, Vogelgekreisch, Laserstrahl

Um die ungeliebten Vögel zu verscheuchen, besitzt der Roboter zwei Waffen: Über einen gerichteten Laustsprecher kann er Maschinengewehr-ähnliche Knattergeräusche in einer Lautstärke von 100 Dezibel «abfeuern». Alternativ kann er Gekreische von Raubvögeln simulieren und die Vögel so abschrecken. Denselben Zweck erfüllt in der Nacht ein grüner Laser mit einer Reichweite von bis zu zwei Kilometern.

Das Projekt war 2009 angekündigt worden. Ende 2011 fanden die ersten Feldversuche auf südkoreanischen Militärflughäfen statt. Nun soll sich der Roboter auch auf den zivilen Flughäfen Südkoreas beweisen, nicht zuletzt, um auch internationale Käufer anzuziehen.

75 Vorfälle pro Jahr in Zürich

Beim Flughafen Zürich winkt man ab. «Wir haben bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor, solche Laser einzusetzen», erklärt Mediensprecher Michael Stief auf Anfrage. Stattdessen setze man auf ein Biotop-Management: «Die Grünflächen werden so bewirtschaftet, dass sich Vögel erst gar nicht auf dem Flughafen-Areal niederlassen möchten.» Daneben gebe es «aktive Vergrämungsmassnahmen» wie Petarden oder Handlaser. Laut Stief gibt es am Flughafen Zürich pro 10’000 Flugbewegungen rund drei Vorfälle mit Vögeln, also etwa 75 pro Jahr.

(kri)

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