Die Schweizer Grossbank muss sich, gebeutelt von Finanzkrise und Vertrauensverlust, neu erfinden. Quo vadis, UBS?
Der Vergleich den die Schweiz und die USA in Sachen UBS abgeschlossen haben, ist ein Sieg für die Grossbank. Für die anderen Schweizer Banken wird die Situation zunehmend unangenehm. Auch für das Rechtssystem könnte der Vergleich zur Belastung werden.
Rund 5000 Dossiers von US-Kunden der Grossbank UBS sollen an die amerikanischen Steuerbehörden ausgeliefert werden. Die Schweizer Rechtsordnung werde damit nicht beschnitten. Kunden können die Herausgabe der Daten gerichtlich anfechten.
Im Kampf gegen Steuerflucht macht die US-Steuerbehörde IRS laut Medienberichten Ernst: Wer sich bis am 23. September nicht selber stellt, muss mit einer Strafverfolgung rechnen.
Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf will eine Beteiligung der UBS an den Kosten des Vergleichs im US-Zivilverfahren prüfen.
Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag unter Tageshoch in der Gewinnzone geschlossen. Mit einem Plus von 5,4 Prozent war die UBS der Spitzenreiter im SMI.
Die Grossbank UBS wird die für den Vergleich im US-Zivilverfahren entstandenen Unkosten übernehmen, falls der Bund das fordert.
Die Einigung im US-Steuerstreit der UBS gibt der Aktie der Grossbank weiter Auftrieb. Ihr Kurs kletterte bis am frühen Nachmittag im Vorabendvergleich um 6,01 Prozent auf 17,33 Franken.
Die Schweizer Presse hat die Einigung der UBS mit der US-Steuerbehörde mit Erleichterung zur Kenntnis genommen. Doch die Ungewissheit ist gross, zu welchem Preis der Deal erzielt wurde. Und so wird in den Kommentaren allenthalben vor einem bösen Erwachen für die Schweiz gewarnt.
Lukas Hässig - Die USA und die Schweiz haben sich im Steuerstreit der US-Steuerbehörde und der UBS geeinigt, ein Vertrag wird in ein paar Tagen unterschrieben. Der Deal markiert nicht das Ende der Krise, sondern ihren Anfang: Andere Staaten mit vielen Steuerflüchtlingen könnten das US-Vorgehen kopieren.
Im Steuerstreit zwischen der UBS und der US-Steuerbehörde IRS wurde eine Einigung erzielt. Über den Inhalt des Vergleichs werde erst bei der Unterzeichnung informiert. UBS-Präsident Kaspar Villiger dankt der Schweiz für ihre Vermittlung.
Heute hat sich der Bundesrat an einer Sondersitzung mit dem UBS-Prozess in den USA befasst. Was er aber genau besprach, bleibt vorerst unbekannt – der Bundesrat schweigt eisern.
Der Knackpunkt in den Vergleichsverhandlungen zwischen der Schweiz und den USA im Steuerfall UBS ist das Amtshilfeverfahren – beziehungsweise dessen Dauer. Nun meldet sich eine gewichtige Stimme zu Wort.
Im Streit zwischen der UBS und der US- Steuerbehörde ist weiterhin keine Einigung erzielt worden. Der zuständige Richter hat den Prozessparteien auf deren Antrag hin, noch einmal Zeit für weitere Verhandlungen zugestanden.
Die mit Spannung erwartete Standortbestimmung im Fall UBS durch den zuständigen Richter in Miami ist am Freitag um knapp drei Stunden auf 17.30 Uhr Schweizer Zeit verschoben worden.
Die UBS sieht sich trotz erneutem Quartalsverlust von 1,4 Milliarden Franken auf dem Weg in die Gewinnzone. Der Neugeldabfluss ging weiter. An der Börse fiel der UBS-Aktiekurs nach festerem Beginn. Grübel rechnet damit, dass der Bund seine Anteile an der Bank bis Ende Jahr verkauft.
Die Schweizer Grossbank UBS, einst stolzes Flaggschiff der heimischen Finanzindustrie, ist im Gefolge der weltweiten Finanzkrise ins Trudeln geraten.
Vom «Schwarzen Donnerstag» 1929 bis zur Subprime-Krise 2008: Die schlimmsten Börsencrashs aller Zeiten.
Die Länder mit den grössten Währungsreserven.
Die Grossbank UBS liegt seit über einem Jahr im Clinch mit der US-Justiz. Sie sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, Kunden in den USA zum Steuerbetrug verholfen zu haben.
Lukas Hässig, Miami - Wenn in drei Tagen in Miami der Steuerprozess gegen die UBS beginnt, steht die Schweiz mit dem Rücken zur Wand. Denn seit sich der Bundesrat diese Woche ultimativ vor die Bank gestellt hat, ist die Auseinandersetzung hochpolitisch. Der Heimvorteil der Amerikaner könnte schwer wiegen.
Der mit dem UBS-Fall betraute Richter Alan Gold könnte sich am Montag auf ein 27 Jahre altes Gerichtsurteil stützen. Tut er das, wird es eng für die UBS.
Lukas Hässig - Am Montag beginnt in Miami ein historisches Gerichtshearing, das die Zukunft des Bankgeheimnisses und des Finanzplatzes Schweiz definiert. Die US-Steuerbehörde verlangt von der UBS die Herausgabe von 52 000 Kontodaten. Weil der damalige Chefjurist Peter Kurer die Risiken unterschätzte, steht die Bank heute am Pranger.
Noch viel gefährlicher als der Streit zwischen der Bank UBS und den US-Behörden um die Herausgabe von Kundendaten ist gemäss Wirtschaftsrechtler Peter Kunz die Möglichkeit einer Strafklage wegen Fehlverhaltens der UBS in den USA. Bei einer Verurteilung stünde die Banklizenz auf dem Spiel - und das US-Finanzsystem.
Lukas Hässig - Laut dem Schweizer Finanzprofessor Alfred Mettler, der seit 11 Jahren in den USA lehrt, habe der Bundesrat endlich begriffen, dass die UBS-Krise von zentraler Bedeutung ist für das kleine Land. Vorderhand brauche die Bank die Politik.
Schwere Zeiten für Lehrlinge der UBS: Die Bank beschäftigt die Hälfte ihrer 263 Lehrlinge nach dem Abschluss im Sommer nicht mehr weiter. Dies bedeutet aber nicht, dass die andere Hälfte fest angestellt wird.
Lukas Mäder - Kaspar Villiger und Oswald Grübel könnten die optimale Besetzung an der UBS-Spitze sein, sagt der frühere deutsche Finanzminister Hans Eichel. Denn Villiger sei integer. Zudem werde der Alt-Bundesrat verstehen, dass Steuerhinterziehung kein Geschäftsmodell sei, sagt Eichel im Interview mit 20 Minuten Online.
Werner Grundlehner - Kaspar Villiger wird als idealer Kandidat für das VR-Präsidium der angeschlagenen UBS gefeiert. Ein Bankenfachmann rauft sich wegen der Wahl die Haare. Er sieht in der neuen Spitze die späte Rache des alten CS-Strippenziehers Rainer E. Gut.
Kommunikationsexperte Laurent Carrel übt scharfe Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit der UBS-Spitze. Er hofft auf die neue Konzernleitung.
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Sandro Spaeth - Die Schweizer Grossbank UBS feiert 2012 ihr 150-Jahre-Jubiläum und gibt sich volksnah. Sie lädt die Bevölkerung während des kommenden Sommers zur Schifffahrt ein. Eine Image-Korrektur?
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