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Reaktionen zum UBS-Deal
19. Februar 2009 10:20; Akt: 19.02.2009 13:30 Print
«Das Undenkbare ist geschehen»
Die UBS zahlt 780 Millionen Dollar an die USA und händigt sensible Daten von rund 300 Kunden aus. Der Deal hat in in- und ausländischen Medien eine Flut von Reaktionen ausgelöst. Der Grundtenor: Nichts wird bleiben, wie es war.
Ein «folgenschwerer Schlag für den Finanzplatz Schweiz, aber auch für den Rechtsstaat Schweiz», konstatiert die «Neue Zürcher Zeitung». Der hiesige Finanzplatz stehe ab sofort «mit dem Rücken zur Wand», so das Blatt. Washington habe wahrscheinlich so «erpresserisch agiert», dass man in Bern glaubt, «um die Existenz der UBS fürchten zu müssen».
Oberster Banker bedauertDer Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), Pierre Mirabaud, bedauert, dass die USA im Steuerstreit mit der UBS «nicht den Dienstweg» eingehalten, sondern massiv Druck aufgesetzt haben.
Die USA hätten den Rechtsweg beschreiten müssen, um den Steuerstreit beizulegen, sagte Mirabaud am Donnerstagmorgen im Wetschweizer Radio RSR. Bestehende Verträge zwischen der Schweiz und den USA, etwa in Bezug auf die Amtshilfe, hätten eingehalten werden müssen.
«Geheimnisse werden offengelegt»
Zwei grosse US-Zeitungen räumen dem UBS-Deal breiten Raum ein. Die «New York Times» äussert sich besonders deutlich: «In der verschwiegenen Welt der Schweizer Banken geschieht das Undenkbare: Geheimnisse werden offengelegt.» Für gewisse Leute signalisiere die Herausgabe von Namen das Ende des geheimen Schweizer Bankkontos, dessen Tradition bis ins Mittelalter zurückreiche. «Niemand wird der Geheimhaltung des Schweizer Bankkontos vertrauen», sagte Jack Blum, ein Offshore-Steuerspezialist.
Zurückhaltender gibt sich das «Wall Street Journal». Doch auch das Wirtschaftsblatt sieht einen «bemerkenswerten Bruch mit der Schweizer Tradition des Bankgeheimnisses».
Die britische «Financial Times» spricht von einer «wegweisenden Einigung» und zitiert John DiCicco vom US-Justizministerium: «Der Schleier der Geheimhaltung wurde gelüftet, und wir werden weiterhin jene aggressiv verfolgen, die ihre Steuerverpflichtungen umgehen oder dazu Beihilfe leisten wollen.»
«Beispielloser Schritt»
Auch in Deutschland wurde der Handel der UBS mit den USA stark beachtet. Alle relevanten Nachrichtenportale vermeldeten den Deal an prominenter Stelle - einige machten sogar damit auf, darunter etwa die «Financial Times Deutschland».
Dass eine Schweizer Bank Kundendaten an einen anderen Staat aushändige, sei ein «beispielloser Schritt», schreibt das Hamburger Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Das Abkommen könnte vor diesem Hintergrund durchaus «ein Präzedenzfall für Steuerkonflikte mit Deutschland und Frankreich» sein.
«Das ist gut so»
Unter dem Titel «Der Dammbruch der UBS» kommentiert das «Handelsblatt» den Deal. «Nicht nur die UBS hat kapituliert, auch die Schweiz gibt im Steuerstreit mit den USA klein bei», heisst es darin. Der Deal zeige, «wie bedrohlich die Lage für die UBS geworden ist. Eine finanzielle Rettung hätte die Eidgenossenschaft finanziell überfordert. Das wussten die Amerikaner und haben es kühl ausgenutzt.» Jetzt würden «auch andere Staaten wie Deutschland darauf pochen, dass die Eidgenossen im Falle von grenzüberschreitenden Steuervergehen sensible Informationen austauschen». Die «Lex UBS» werde den Schweizer Finanzplatz auf jeden Fall grundlegend verändern, schreibt das Blatt - und schliesst mit der Bemerkung: «Das Bankgeheimnis wurde lange Zeit von den Schweizern als ihr stärkster Wettbewerbsvorteil gepflegt. Jetzt müssen sie sich auf ihre anderen Stärken besinnen. Das ist gut so.»
(whr/pbl/erf)
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Alle 944 Kommentare




























Hallo
Austritt aus der EUUU Es wird Zeit für eine Revolution,es gab zeiten da konnte sich deutschland mit der schweiz und norwegen messen,
Nicht Nachgeben
auf keinen Fall darf die Schweiz diesem Druck nachgeben. Was die USA sich hier erlaubt ist ein moderner Raubzug. Die USA greift im Moment gross Firmen an um sie abzuzocken. Die brauchen dringend Geld.
existenz minimum durch steuer abzocke
In Deutschland werden den Bürgern so viele Steuer abgezogen, dass sich viele am existenzminimum befinden und alles nur damit die Politerbonzen ihre Audi/Mercedes und dicken Spesenkonten leisten können. Steinbrück / Eichel sollten ihre spesenkonten mal offenlegen bevor wir unser Bankkonten.