Jungsozialisten an UBS-GV

15. April 2009 15:34; Akt: 15.04.2009 16:34 Print

Kampf für die Lehrstellen bei der UBSKampf für die Lehrstellen bei der UBS

von Lukas Mäder - Vom Stellenabbau bei der UBS sind auch Lehrlinge und Lehrabgänger betroffen. Das befürchten die Jungsozialisten und haben deshalb Unterschriften vor der UBS-GV gesammelt. Noch ist die Finanzbranche nicht überdurchschnittlich von der Wirtschaftskrise betroffen. Aber die Prognosen sind düster.

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Transparent der Jungsozialisten unter der UBS-Fahne: Die Juso sammeln Unterschriften für ihre Petition zum Erhalt der Lehrstellen bei der UBS. (Bild: mdr)

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Der Aufmarsch war klein, aber unübersehbar. Mit wehenden roten Fahnen und einem weissen Transparent warben heute Morgen 15 Jungsozialisten vor dem Einlass zur Generalversammlung der UBS im Hallenstadion Zürich für ihr Anliegen: Die UBS soll keine Lehrstellen abbauen und die Lehrabgänger weiterbeschäftigen. Das fordern die Jungsozialisten (Juso) in einer Petition und sammeln dafür Unterschriften bei den ankommenden Aktionären. «Die UBS ist seit dem Rettungspaket eigentlich eine staatliche Bank», sagt Juso-Präsident Cédric Wermuth als Rechtfertigung, dass sich die Jungsozialisten plötzlich für das Bankwesen interessieren.

Lehrabgänger oder Familienvater entlassen?

Bei den Aktionären stösst das Anliegen der Jusos vielfach auf Sympathie. Ein Mann, der früher eine Banklehre absolviert hat, ist inzwischen aufgrund der Finanzkrise arbeitslos. Der Sohn einer Dame, die unterschreibt, arbeitete lange bei der UBS. Über 500 Personen unterschreiben in einer Stunde die Petition. Wermuth ist positiv überrascht: «Wir haben gedacht, die Unterschriftensammlung verläuft harziger.»

Andere Aktionäre argumentieren, dass man nun die UBS sanieren müsse und dazu alle beitragen müssten. Denn nicht nur jungen Arbeitnehmern droht die Arbeitslosigkeit. Die grundsätzliche Problematik spricht ein Aktionär an: «Wen soll man entlassen: den jungen Lehrabgänger oder den Familienvater? Ich kann diese Frage nicht beantworten.»

Die Frage beantworten muss die UBS. Und sie hat bereits angekündigt, dass sie nun doch alle qualifizierten und engagierten Lehrabgänger diesen Sommer übernehmen will. Insgesamt schliessen 2009 263 Lehrlinge bei der UBS ab. Noch vor wenigen Wochen wollte die Bank nur 50 Prozent der Lehrabgänger weiterbeschäftigen — deutlich weniger als in früheren Jahren, als bis zu 85 Prozent übernommen wurden.

Anzahl Lehrplätze noch offen

Bei den Lehrlingen verzögern sich die Auswirkungen der Krise. Diesen Sommer fangen bei der UBS — wie im Vorjahr — nochmals gegen 300 Lehrlinge an, wie Sprecher Andreas Kern sagt. «Wie viele Lehrstellen wir für 2010 anbieten können, ist noch nicht festgelegt.» In den letzten Jahren ist die Zahl der Lehrlingsplätze stetig gestiegen. Nachdem die UBS heute einen Stellenabbau in der Schweiz von rund 10 Prozent angekündigt hat, dürfte die Bank auch weniger Lehrplätze anbieten.

Düstere Wolken am Lehrstellenhimmel sieht auch Andrea Ruckstuhl vom KV Schweiz: «Für 2010 ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Anzahl Lehrlingsplätze in der Finanzbranche zurückgeht.» Er sieht die Grossbetriebe in der Verantwortung: «Wir erwarten von den Firmen, dass sie ihre gesellschaftliche Funktion wahrnehmen und Lehrstellen anbieten.» Die Bankinstitute seien aber sehr unterschiedlich betroffen. Im Unterschied zur UBS können insbesondere die Kantonalbanken und die Raiffeisen ihr Angebot laut Ruckstuhl vermutlich halten. Bei den Lehrabgängern sieht er die gleichen Unterschiede zwischen der kriselnden UBS und den Kantonalbanken: «Die Zürcher Kantonalbank beispielsweise wird wohl wie in früheren Jahren 90 Prozent ihrer Lehrabgänger oder sogar mehr weiterbeschäftigen.»


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  • Thomas S. am 15.04.2009 20:27 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist es!

    Geile Aktion der JUSO! Endlich etwas jugendnahes. Ein toller Schritt, damit es verhindert wird, dass die Chefs auf die Idee kommen Lehrstellen zu streichen.

  • Florian am 15.04.2009 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Langfristig...

    Schön, dass die Aktionäre das neue Lohnsystem der UBS angenommen haben. Bonus-Zahlungen sollen nun auf langfristigen Erfolg bezogen werden (mit betonung auf sollen...). Den wirklich langfristigen Erfolg eines Unternehmens garantiert aber nur die Ausbildung neuer Arbeitskräfte!

  • Simon am 15.04.2009 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Schade....

    das auch hier wieder alles auf den wirklich kleinen Fischen ausgetragen wird. Wenn ich mir vorstelle, wie viele Lehrlinge oder angestellte mit dem Boni über Jahre angestellt werden könnten. Schade... habe leider auch keinen Millionen Boni ansonsten hätte ich einige Lehrlinge abgenommen. good luck

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