Explosion im Posthotel Davos

29. Januar 2011 22:07; Akt: 18.01.2012 11:22 Print

Polizei äussert sich zur DetonationPolizei äussert sich zur Detonation

Die Behörden in Davos haben die Feuerwerksexplosion am WEF vom vergangenen Donnerstag relativiert und gaben erstmals Details zur Störaktion von Linksaktivisten bekannt.

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Im Morosani Hotel «Pöstli» ist am Donnerstagmorgen ein unbekannter Gegenstand detoniert. «Was kurz nach neun Uhr im Untergeschoss des 'Posthotel' Morosani detoniert ist, können wir noch nicht sagen», bestätigt Polizeisprecher Thomas Hobi eine Ankündigung von WEF-Gegnern, die 20 Minuten Online vorliegt. Nach ersten Erkenntnissen gehe man von der Explosion eines Feuerwerkskörpers aus, sagte der Sprecher der Bündner Regierung André Kraske am Nachmittag der Nachrichtenagentur SDA. Verletzt wurde bei der Detonation niemand, der Sachschaden blieb gering. Gemäss Polizeisprecher sind zwei Fenster im Untergeschoss des Fünfstern-Hotels zu Bruch gegangen. Die direkt betroffenen Fenster sind laut Polizei zerborsten. Ob das Fenster im Bild durch die Detonation in Mitleidenschaft gezogen wurde oder schon vorher beschädigt war, ist unklar. Auch bei diesem Fenster ist nicht geklärt, ob es bereits vor der Detonation beschädigt war. Die Frage bleibt, wie der Gegenstand in die Abstellkammer gelangte und was es genau war. Gemäss dem Bekenner-Mail ist es ein «pyrotechnischer Sprengsatz» gewesen. Der Sprengsatz sollte gemäss dem Mail der WEF-Gegner um sechs Uhr hochgehen, die Detonation geschah allerdings kurz nach neun Uhr. Die Polizei war zu diesem Zeitpunkt bereits über den möglichen Anschlag informiert und vor Ort. Die WEF-Gegner schreiben in ihrem Bekenner-Mail auch, dass sie Zucker in den Heizöltank gaben, damit die Heizung ausfalle. Die Polizei fand allerdings nichts, wie es auf Anfrage hiess. Allerdings liefen die entsprechenden Untersuchungen weiter.

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Die Bündner Regierungsrätin Barbara Janom Steiner zog ein positives Fazit zum diesjährigen Weltwirtschaftsforum WEF. Die Behörden äusserten sich an einer Medienkonferenz in Davos auch zur Explosion von Feuerwerkskörpern, die am Donnerstag an der Promenade für Aufregung gesorgt hatte.

Eberle gab erstmals präzise Details zur Störaktion von Linksaktivisten bekannt. Demnach wurden an der Hauswand des Posthotels zwei Feuerwerkskörper in einer Tasche per Zeitzünder zur Explosion gebracht. Dabei gingen Fensterscheiben zu Bruch, verletzt wurde niemand.

Entgegen früheren Angaben der Polizei befand sich die Tasche nicht in einem Abstellraum im Keller des Posthotels, sondern war aussen an der Türe des Raums abgestellt worden.

Ein solcher Zeitzünder sei einfach zu konstruieren, sagte Eberle. Dieser könne etwa aus einer Batterie und einem brennbaren Verbindungsstück bestanden haben. Dies würde erklären, warum die Knaller erst kurz nach 9 Uhr und nicht wie von den WEF-Gegnern angekündigt schon um 6 Uhr hochgingen.

Medienschelte der Regierungsrätin

Regierungsrätin Janom Steiner bezichtigte mehrere Medien, sie hätten auf Grundlage des Bekennerschreibens der mutmasslichen Täter Falschinformationen verbreitet und die Explosion überbewertet.

Am Donnerstag waren die Informationen der Behörden allerdings nur spärlich geflossen. Die Polizei verwies lange Zeit auf laufende Abklärungen. Zudem liege der Fall bei der Bundesanwaltschaft.

In dem Luxushotel wohnten in früheren Jahren die Bundesräte am WEF. Das Posthotel wird von Sicherheitskräften bewacht, befindet sich aber nicht in der Sperrzone des WEF.

Eberle betonte, dass es ungleich schwieriger wäre, einen Sprengsatz in der Sicherheitszone anzubringen. Wollte man jedes Hotel sichern, müsste ganz Davos in eine abgeriegelte Festung verwandelt werden.

Es müsse immer wieder abgewogen werden, zwischen Sicherheit und dem Anspruch der Bevölkerung, sich frei bewegen zu können. Die Frage, ob die Sicherheitsmassnahmen nach den diesjährigen Vorfällen im nächsten Jahr verschärft werden, wollten die Behörden nicht beantworten.

(kub/sda)

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