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300 reichste Schweizer
30. November 2012 19:44; Akt: 30.11.2012 19:45 Print
«Die meisten Reichen wollen nicht auf die Liste»
von Antonio Fumagalli - Es gibt die, die unbedingt reinwollen. Und die, die sogar Geld bieten, um nicht erwähnt zu werden. Die Bilanz-Liste der 300 reichsten Schweizer lässt keinen Vermögenden kalt.
Sie gehört schon beinahe zur Vorweihnachtszeit wie die Strassenbeleuchtung und die Heilsarmee: Die Bilanz-Ausgabe mit den 300 reichsten Schweizern. «Sie hat sich mittlerweile etabliert – und ist enorm erfolgreich. Wir verkaufen am Kiosk vier bis fünfmal so viele Exemplare wie normalerweise», sagt Chefredaktor Dirk Schütz.
Doch längst nicht alle, die im Heft erscheinen, freuen sich darüber – im Gegenteil. «Die meisten wollen nicht in der Liste figurieren», sagt der verantwortliche Redaktor Stefan Lüscher. Die Aufregung lege sich normalerweise nach einem Jahr, dann hätten sie gemerkt, dass «gar nichts passiert» sei.
Gescheiterte Erpressung
Es komme auch regelmässig vor, dass Superreiche auf juristischem Weg versuchen, von der Liste fernzubleiben. Bislang blitzten sie aber allesamt ab. Auf besonders dreiste Weise versuchte es vor rund 15 Jahren eine Gruppe von ausländischen Vermögenden: Sie boten der Bilanz auf Jahre hinaus die gleiche Summe, die sie mit dem Sonderheft einnehme – wenn sie künftig auf dessen Veröffentlichung verzichte. Es blieb beim Versuch.
In einzelnen Fällen verzichtet allerdings die Redaktion auf einen Eintrag. «Wenn jemand plausibel darlegen kann, dass die Nennung massive private Probleme verursachen würde, verzichten wir darauf», so Lüscher. Dies komme aber höchst selten vor – zuletzt letztes Jahr bei einem Mann, dessen Frau wegen ihren zwei kleinen Kindern nicht mehr schlafen konnte und Angstzustände hatte.
Wie wahrheitsgetreu ist die Liste dann überhaupt noch? «Die absolute Gewissheit gibt es nicht. Die jeweiligen Vermögen sind ganz unterschiedlich angelegt, da sind wir oft auf Schätzungen von Experten angewiesen. Alles in allem kommen wir den tatsächlichen Verhältnissen aber recht nah», sagt Lüscher.
WOZ klopft an Villentore
Umgekehrt gibt es Geltungssüchtige, die sich nichts sehnlicher wünschen als einen Platz inmitten der 300 Reichsten. «Wenn sich Leute von sich aus melden, leuchten alle Alarmlichter», so Lüscher. Die Vermögensverhältnisse dieser Personen würden dann «mindestens doppelt so gut» geprüft und nur selten schafften sie es tatsächlich in die Liste. Prominenter «Gescheiterter»: Der mit allerlei Betrugsvorwürfen konfrontierte Financier Dieter Behring.
Die Wochenzeitung (WOZ) ihrerseits hat mit einer Spezialausgabe auf die aktuelle Bilanz reagiert: Sie hat an den Villenpforten der 300 Reichsten geklopft und eine Million Franken zur Unterstützung ihrer «Together-Initiative» gefordert. «Höchst erfolglos», wie die WOZ mitteilt. Die Bilanz-Macher nehmen den Seitenhieb mit einem Schmunzeln zur Kenntnis: «Die Idee ist ja ganz lustig, doch hat die WOZ einfach unsere Zahlen vom letzten Jahr abgeschrieben. Unseren Ansprüchen würde dies nicht genügen», so Chefredaktor Schütz.
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Alle 109 Kommentare

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Verwitet und arm
Wenn man diese "Reichen" nur irgendwie kontaktieren könnte, gerade in meiner Situation wäre dies Notwendig. Mein Mann starb vor 6 Monaten und ich habe 2 kleine Kinder die ich irgendwie durchbringen muss. Leider ist unser Sozialstaat in unserer Situation nicht so sozial.
Mittelstand verarmt weiter
Schön, während die Reichen immer reicher werden, verarmt der Mittelstand immer mehr. Anstatt den Mittelstand endlich zu entlasten, brummt uns Doris Leuthard und ihr Kollegium immer mehr und höhere Gebühren auf, während den Reichen neue Wohräume und Steuergeschenke gemacht werden...
Was soll dass ... ?
Ich finde es unmoralisch mehr als 1 Milliarde besitzen zu dürfen. Viele tausende Arbeitende Menschen, kommen nur knapp ihren Monatlichen zahlungen nach, und dann dürfen wir noch erfahren, wer wie viel Geld besitzt. Das sind Zahlen, da wird mir schlecht, vorallem wenn man bedenkt, dass das Geld nur Geschrieben auf Papier oder im Computer existiert, Bar existiert diese Summe nicht. Kein Wunder machen sich solche reichen Menschen auch Sorgen, denn die Not bringt Menschen dazu, diesen Leuten plötzlich was anzutun, um ein Stück von diesem nicht existierenden Geld zu erhaschen. Das System ist krank.
Meine Güte..
Der Grossteil dieser vermögen existiert eben nicht "im Computer", sondern liegt im geschätzten Wert der jeweiligen Unternehmen. Dieses Schätzungen sind erst dann konkret, wenn auch ein Käufer gefunden wird, der bereit ist, soviel hinzublättern. Warum will das eigentlich niemand verstehen? Zuviel Dagobert Duck gelesen, der tagein, tagaus im angehorteten Geld schwimmt? Jene Unternehmen geben tausenden von Menschen Arbeit und Einkommen.