Hildebrand-Affäre

06. Januar 2012 08:47; Akt: 09.01.2012 12:52 Print

«Ein wirres Verständnis von Kommunikation»«Ein wirres Verständnis von Kommunikation»

von S. Spaeth/P. Rüegg - Nach medialem Druck ist Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand an die Öffentlichkeit getreten. Wir haben den Auftritt mit einem Experten für Krisenkommunikation verfolgt.

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Grosser Showdown der Nationalbankspitze: Der im Zuge einer Devisenspekulationsaffäre schwer angeschuldigte Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand und der «Boss» der Aufsichtsbehörde – Bankratspräsident Hansueli Raggenbass – sind am Donnerstagabend in Zürich vor die Medien getreten. 20 Minuten Online hat den Auftritt Hildebrands mit Roger Huber, Präsident des Schweizerischen Verbandes für Krisenkommunikation, unter die Lupe genommen (siehe Video).

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Das Urteil des Kommunikationsprofis fällt eher schlecht aus: «Es war kein grosser Befreiungsschlag», analysiert Huber. Der Notenbanker habe unter einem enormen Druck gestanden und sich wie ein angeschossenes Tier verhalten. «Teilweise zeigte sich Hildebrand sogar angriffslustig – aber wenig überzeugend», so Huber weiter. Hildebrand zielte mit seiner Kritik auf jene Kreise ab, die sich bisher als Verfechter des Bankgeheimnisses in Szene gesetzt hatten, womöglich aber wegen der Weitergabe von Hildebrands Kontodaten gegen dasselbe Gesetz verstossen haben.

Dass dem Nationalbankpräsidenten der Auftritt schwerfiel, zeigen laut Huber die Schweisstropfen auf seiner Stirn und seine teilweise brüchige Stimme. Zudem wirkten Hildebrands Hände insbesondere zu Beginn der Pressekonferenz sehr nervös.

«Eingeständnis eines Fehlers»

Vor versammelter Medienschar bestätigte der Nationalbankpräsident den bereits gerüchteweise bekannten Umstand, seine Familie habe den Gewinn von 75 000 Franken aus den Devisenspekulationen der Berghilfe gespendet. Huber interpretiert das als Eingeständnis der Schuld. «Hildebrand gibt damit zu, dass er einen Fehler begangen hat», so Huber. Der beschuldigte Notenbanker räumte zudem ein, dass er heute anders handeln würde. Und forderte eine Verschärfung der Bestimmungen, die Eigengeschäfte der Nationalbankspitze regulieren.

Reicht diese Reue? Das sei keine richtige Reue, findet Huber. «Ein bisschen entschuldigen, sich leicht demütig geben und dann zur Tagesordnung übergehen – das funktioniert nicht», so der Kommunikationsexperte weiter. Kritik übt Huber zudem am Umstand, dass Hildebrand sich stets hinter Reglementen versteckte, wenn er von Journalisten auf moralische Aspekte angesprochen wurde. «Fühlten Sie sich als Nationalbankpräsident wohl bei den Devisentransaktionen?», wollte etwa ein Journalist wissen – Hildebrand argumentierte vor allem mit Reglementen. «Paragrafen zu zitieren, ist eine Vernebelungstaktik», so der langjährige Journalist Huber, der heute auch Banken berät.

Insgesamt stellt Huber der Nationalbank in der Devisen-Affäre eine ungenügende Note aus. «Bei der Notenbank hat man ein wirres Verständnis von Kommunikation.»

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  • Beobachter am 07.01.2012 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Expertentheater!!!

    Hört endlich auf mit diesem Expertentheater!!! Heute wimmelt es von sogenannten Experten!!! Sorry aber ich bin ein selbständig denkender und vermutlich nicht alllzu dummer Mensch! Ich bin durchaus fähig, mir ein eigenes Bild zu machen. Dazu brauche ich keine Kommentare von sogenannten Experten.... das Zeitalter dieser Art von Autoritätsgläubigkeit ist seit der Aufklärung endgültig vorbei und Titel wie Experte sind heute mittlerweile nur noch inflationär!!! Ich werde nur ungern als dumm verkauft!

  • Lukas am 07.01.2012 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Roger Huber

    Ich denke, Herr Roger Huber hat ebenfalls ein wirres Verständnis von Kommunikation ...

  • Daniel Hugentobler am 06.01.2012 22:16 Report Diesen Beitrag melden

    Treffen Blocher / Hildebrand Live

    Herr Hildebrand und Herr Blocher sollten sich live während 3 Stunden ohne Moderator im SF zeigen und sich ausfragen. Einer der Zwei würde sicher kneifen. Wer würde das wohl sein? Einer echten Demokratie wäre das würdig.

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