Arbeitslosigkeit

29. November 2015 11:35; Akt: 29.11.2015 11:51 Print

«Es wird kaum reichen für eine positive Trendwende»

Die Seco-Direktorin erwartet keine Verschärfung der Konjunkturabkühlung. In einem Interview zeigt sich Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch «verhalten zuversichtlich».

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«Der Spielraum für Interventionen gegen eine zu starke Währung ist begrenzt»: Seco-Direktorin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, hier bei einer Medienkonferenz in Bern. (Juli 2014) (Bild: Keystone)

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Der starke Franken belastet die Schweizer Industrie - der grosse Konjunktureinbruch jedoch dürfte ausbleiben, davon geht die Staatssekretärin für Wirtschaft Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch aus. «Die Konjunktur hat sich merklich abgekühlt, es deutet kaum etwas auf eine Verschärfung hin», sagt die Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) im Interview mit der «Schweiz am Sonntag».

Wichtig sei, dass die Weltkonjunktur halbwegs auf Kurs bleibe. Ineichen-Fleisch zeigt sich «verhalten zuversichtlich, dass sich der Euroraum als unser grösster Exportmarkt weiter erholt.»

Verlagerungen statt Kurzarbeit

Für das kommende Jahr rechnet die Staatssekretärin mit einem leicht schnelleren Wirtschaftswachstum. «Aber das wird kaum reichen für eine positive Trendwende bei der Arbeitslosigkeit», sagt sie.

Statt auf Kurzarbeit setzen Firmen laut Ineichen-Fleisch eher auf Verlagerungen. Die Anträge für Kurzarbeit nahmen ihr zufolge bislang nicht massiv zu. Diese sei eher ein Mittel zur Überbrückung kurzfristiger Probleme, 2015 stünden aber die Margenverluste im Vordergrund: «Bei dauerhaften Umstrukturierungen und Verlagerungen kommt die Kurzarbeitsentschädigung kaum zum Einsatz».

Massnahmen zur Abfederung der Frankenstärke

Das Seco beobachtet die derzeitigen Schwierigkeiten vieler Industriefirmen mit grosser Sorge, wie Ineichen-Fleisch weiter erklärte. Der Bund habe gezielt Massnahmen zur Abfederung der Frankenstärke ergriffen, sagt sie.

«Aber der Spielraum für Interventionen gegen eine zu starke Währung ist begrenzt.» In erster Linie setze das Seco auf die Stärkung der langfristigen Rahmenbedingungen, beispielsweise durch Freihandelsabkommen. Diese langfristigen Massnahmen würden bereits heute helfen, da sie Planungssicherheit böten.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Philip am 29.11.2015 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stoppen

    Arbeitslosigkeit kann in erster Linie nur gestoppt werden, wenn wir weniger Zuwanderungen haben, die dem Schweizervolk nicht ihre Jobs weggenehmen! Auch werden in Zukunft da die Altersgrenze bis zur Pensionierung auf 65 Jahre gesetzt wird, vermehrt Arbeitslose geben. Ab einem gewissen Alter ist er schwer eine Arbeitsstelle zu bekommen. Aber wir können ja dann wenn wir ausgesteuert sind, bis zur Überbrückung zur AHV mit unserem Ersparten Leben.

    einklappen einklappen
  • Cornel am 29.11.2015 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Bürokratie wird ausgebaut..

    Der Bund, schafft Tausende von neuen Staatsstellen auf Kosten der Privatwirtschaft.

    einklappen einklappen
  • Ikiarbeitiaufbaustell am 29.11.2015 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stärkung der langfristigen Rahmenbedingungen

    ach so. diese Aussage sagt somit aus: wenn es gut läuft läuft es gut, verschlechtert sich die Situation so müssen wir uns selber zu helfen wissen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • lauretta am 01.12.2015 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    was nun...zuversicht oder nicht?

    also wenn man, wie frau SECO, zwei vornamen und zwei nachnamen hat, ist man automatisch zuversichtlich aber gleichzeitig sagt man, bleibt der trend ziemlich negativ, also mehr arbeitslose, mehr sozialfälle, mehr steuern, weil uns immer mehr menschen invadieren, arbeit und wohnraum suchen. einmal mehr will man uns sand in die augen streuen. die schweizer regierung spielt und zockt mit unseren zwei wichtigsten existenzsäulen. ein dach über dem kopf und eine arbeit. beides ist in der schweiz, für schweizer, fast nicht zu kriegen. ausser man gehört zur reichen swiss-elite....

  • CHer am 30.11.2015 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    unglaubwürdig

    Diese Seco-Tante ist die gleiche, die stets von Fachkräftemangel geredet hat. Nun hat die Schweiz prozentual mehr Arbeitslose als Deutschland. Gescheiter hätte die Dame geholfen, die Türen zu schliessen und im Inland die Unternehmen anzuhalten, dass sie in die Aus- und Weiterbildung der Ansässigen investieren.

  • U. Thomas am 30.11.2015 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Welche konkreten Massnahmen?

    Welche konkreten Massnahmen zur Abfederung der Frankenstärke hat der Bund ergriffen? Das wäre doch eine schöne Antwort. Aber beim Bund ist handeln ein Fremdwort, Versprechen und Reden aber alltäglich!

  • walti am 30.11.2015 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zusammenhänge

    super, dass man dazu noch mehr "fachkräfte" aus dem süden integrieren will. politik war schon immer der bereich für hochintelligente.

  • Werni am 30.11.2015 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja, ja, die Zeiten ändern sich

    Was ein Segen für Europa war, wirkt sich bei uns nachteilig aus: das Ende des Kalten Krieges. Wir haben zu lange wie die Made im Speck gelebt und immer mehr uns dem Wahn hingegeben, wir seien in allem die besten. Das rächt sich jetzt. Die Zuwanderung ist nicht schuld, sie verzögert eher die Tatsache, dass wir auf Mittelmaß zurückgestutzt werden. Wenn schon ein Sündenbock her muss, dann unser trotziges Nicht-mitmachen-wollen an einem gemeinsamen Europa. Jetzt bekommen wir die Quittung - ganz ohne politischen Druck.