Untersuchungshaft

14. September 2017 03:33; Akt: 14.09.2017 03:56 Print

«Pharma Bro» bot für Clinton-Haar 5000 Dollar

Der frühere US-Pharmaunternehmer Martin Shkreli muss in Untersuchungshaft. Ein Online-Angebot ging dem Richter in New York zu weit.

storybild

Richter lässt Kaution widerrufen: Martin Shkreli. (4. August 2017) (Bild: AFP/Spencer Platt/Getty Images)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der umstrittene frühere US-Pharmaunternehmer Martin Shkreli muss in New York in Untersuchungshaft. Das ordnete ein Richter am Mittwoch an und liess eine vorherige Kaution, mit der Shkreli wegen eines anderen Urteils auf freiem Fuss bleiben durfte, widerrufen.

Hintergrund war ein provokanter Online-Beitrag Shkrelis, der in englischen Medien auch als «Pharma Bro» bekannt ist. Er hatte eine Belohnung von 5000 Dollar geboten, wenn ihm jemand ein Haar mit Haarwurzel von Ex-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton bringe.

Shkreli war Anfang August wegen Betrugs schuldig gesprochen worden. Über das Strafmass ist noch nicht entschieden worden. Eine Jury hatte geurteilt, er habe Hedgefondsinvestoren in die Irre geführt.

Am bekanntesten ist der Ex-Pharma-Manager jedoch für einen Coup aus dem Jahr 2014, als er sich die Rechte an einem Mittel gegen seltenen, aber lebensgefährlichen Parasitenbefall sicherte und den Preis pro Tablette anschliessend von 13,50 Dollar auf 750 Dollar erhöhte. Das Medikament wird auch bei der Behandlung von Aids-Patienten genutzt. Die extreme Preissteigerung hatte damals für Entsetzen in der US-Bevölkerung und auch weltweit gesorgt. Shkreli wurde als «meistgehasster Mann des Internets» bezeichnet.

(chk/ap)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin am 14.09.2017 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aussaat und Ernte

    Ja bitte pfändet sein ganzes Vermögen und verpasst ihm sogleich auch den Parasit für welchen er den Medinkamentenpreis hochgeschraubt hat. Er kann sich ja dann seine Tabletten mit Toiletten putzen verdienen. Aussaat und Ernte wird der Mann schon noch zu spüren bekommen.

    einklappen einklappen
  • Leser am 14.09.2017 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Mal besser informieren...

    Er treibt den Preis für ein Jahrzehnte-altes Medikament hoch, wissend, dass die Krankenkassen den Preis zahlen, um mehr Geld für die Forschung für die Ablösung des alten Medikamentes (mit zahlreichen Nebenwirkungen) zu erhalten, und ist danach der böse?

    einklappen einklappen
  • Thurfisch am 14.09.2017 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Falsch Verstanden

    Shkreli mag seltsam sein, aber das Medikament wäre nicht mehr hergestellt worden wenn er die Preise nicht erhäht hätte. Das ist übrigens das Hauptproblem bei Medikamenten für Seltene Krankheiten, die Pharma-Firmen müssen damit Gewinn machen können, die Forschungskosten sind hoch, die Herstellung schon weniger, aber wenn der Absatz sehr Tief ist, müssen die Kosten mit hohen Preisen gedeckt werden.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Gut am 14.09.2017 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    was ist mit Roche und Novartis????

    einfach mal ausschalten wenn er den Amis nicht gefällt. Dieser Typ hat etwas gemacht, was die Roche und Novartis seit Jahren machen.

  • Leser am 14.09.2017 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Mal besser informieren...

    Er treibt den Preis für ein Jahrzehnte-altes Medikament hoch, wissend, dass die Krankenkassen den Preis zahlen, um mehr Geld für die Forschung für die Ablösung des alten Medikamentes (mit zahlreichen Nebenwirkungen) zu erhalten, und ist danach der böse?

    • Neo am 14.09.2017 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leser

      die meisten Leute auf dem Erde haben aber keine Krankenkasse. Denk mal ein bisschen weiter als nur bis zum Tellerrand!

    einklappen einklappen
  • Thurfisch am 14.09.2017 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Falsch Verstanden

    Shkreli mag seltsam sein, aber das Medikament wäre nicht mehr hergestellt worden wenn er die Preise nicht erhäht hätte. Das ist übrigens das Hauptproblem bei Medikamenten für Seltene Krankheiten, die Pharma-Firmen müssen damit Gewinn machen können, die Forschungskosten sind hoch, die Herstellung schon weniger, aber wenn der Absatz sehr Tief ist, müssen die Kosten mit hohen Preisen gedeckt werden.

    • Mensch am 14.09.2017 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thurfisch

      Pharma Unternehmen verzeichnen von allen Branchen die höchsten Gewinne. Erwarten sie etwa dass man Mitleid mit denen hat?

    einklappen einklappen
  • Martin am 14.09.2017 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aussaat und Ernte

    Ja bitte pfändet sein ganzes Vermögen und verpasst ihm sogleich auch den Parasit für welchen er den Medinkamentenpreis hochgeschraubt hat. Er kann sich ja dann seine Tabletten mit Toiletten putzen verdienen. Aussaat und Ernte wird der Mann schon noch zu spüren bekommen.

    • Anonymous am 14.09.2017 09:25 Report Diesen Beitrag melden

      @Nicht Kenner

      Ihnen ist schon bekannt das es mehrmals bewiesen wurde das keiner wegen dieser Preis Erhöhung gelitten hat, oder? Shkreli hatte mehrmals mitgeteilt das die Versicherungen diese Kosten übernehmen und falls es Patienten gibt die es grundsätzlich nicht leisten können, können diese ohne Problem ein Discount oder das Medikament (Daraprim) sogar gratis erhalten... Im ende handelt es sich nur um Media Geschrei um Zeitungen zu Verkaufen oder Clicks bei deren seiten zu bekommen, nennt mir einen Vorfall das deswegen keine Medikamente (Daraprim) bekommen hat und deshalb im Lebensgefahr schwebte/schwebt.

    • Matthias z. am 14.09.2017 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin

      Erhöhung von Medikamentenpreise ist in der Pharmaindustrie gang und gebe, siehe Pfeitzer etc. Dazu kommt noch Daraprim ist ein Nischenmedikament ist. Shkreli gibt das Medikament gratis an Patienten ab, die es sich nicht selber leisten können. Lediglich die Spitäler zahlen den vollen Preis. Des weiteren steckt Touring 60% ihres Gewinns in die Entwicklung von Medikamenten gegen seltene Krankheiten welche von den Pharmagiganten als unrentabel erachtet werden. Andere Pharmakonzerne stecken lediglich ca. 20% in Forschung und Entwicklung, und nur in Medikamente für häufige Erkrankungen. Plappern Sie also nicht alles nach was sie irgendwo gelesen haben sondern informieren Sie sich anständig bevor Sie irgendjemanden so negativ darstellen. Danke.

    einklappen einklappen
  • M. Schneider am 14.09.2017 06:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich ein Monster deswegen?

    Ich denke, Shkreli wird etwas als Bauernopfer gehandelt. Das Pharmageschäft ist nun mal hart, schaut, was mit den Generikaherstellern in den letzten Jahren passierte (Mylan, Teva, Perrigo u.s.w.). Nun ist's doch zu einfach, den Chef der kleinen 'Touring' als Monster darzustellen.